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Lackners Visitationsbericht zu Bischof Schwarz fertig

Franz Lackner APA/BARBARA GINDL
Lackner wurde vom Papst zum apostolischen Visitator ernannt.

Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hat den Bericht über seine apostolische Visitation der Diözese Gurk-Klagenfurt abgeschlossen. Das Druckwerk soll in den nächsten Tagen an die Nuntiatur in Wien geschickt werden, von dort geht der Bericht an den Vatikan

Konkrete inhaltliche Untersuchungsergebnisse werde es dort aber nicht geben, hieß es in der Einladung. Der Erzbischof werde über seine Erfahrungen bei der Visitation in Kärnten sowie über die Arbeitsweise berichten, sagte seine Sprecherin auf Anfrage. Außerdem werde das gesamte Visitationsteam anwesend sein.

Keine Stellungnahme aus Kärnten

Der Bericht Lackners wird nicht wie ursprünglich vereinbart eine Stellungnahme des Gurker Domkapitels enthalten. Die Kärntner Kirchenführung lehnte das vorgegebene Prozedere als "inakzeptabel" ab und verwies in einer Aussendung am Donnerstag auf einen eigenen Bericht, der vor Weihnachten publik gemacht worden war.

Anstatt einer mehrtägigen Begutachtungsphase seien vom Visitationsteam ursprünglich nur zweieinhalb Stunden für Einsichtnahme und Stellungnahme eingeräumt worden, kritisierte die Diözesanleitung. Weiters habe die auferlegte Verschwiegenheit gegenüber der Öffentlichkeit dem zu Beginn der Visitation Vereinbarten widersprochen. Lackner habe dann zwar zugesagt, die Einsichtnahme auf mehrere Stunden auszudehnen, das habe dem Domkapitel an Entgegenkommen aber nicht gereicht.

Schwarz "nur als Zeuge" geführt

Für Irritationen bei den Kärntner Klerikern sorgte auch, dass Bischof Alois Schwarz in dem Bericht "nur als Zeuge" geführt werde. "Das lässt vermuten, dass hauptsächlich die Zeit der Sedisvakanz geprüft wurde", hieß es in der Aussendung, also der Zeit nach Schwarz Wechsel nach St. Pölten. "Zusammenfassend entsteht der Eindruck, dass die Visitation den Kriterien der Transparenz und Fairness überwiegend nicht gerecht wird und daher auch die Objektivität nicht bestätigt werden kann."

Massive Vorwürfe gegen Schwarz

Nach dem Wechsel des früheren Kärntner Bischofs Alois Schwarz nach St. Pölten waren massive Vorwürfe gegen den Kleriker öffentlich geworden. Sie drehen sich um ein angeblich unangemessenes Abhängigkeitsverhältnis zu einer Mitarbeiterin und Misswirtschaft. Die Vorwürfe gegen Schwarz und seine Vertraute werden auch von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger, der die Geschicke der Kärntner Kirche leitet, bis ein neuer Bischof bestellt wird, sprach von einem "System Schwarz" und machte Ergebnisse aus einem internen Untersuchungsbericht entgegen einer Weisung Roms öffentlich. Papst Franziskus ernannte daraufhin Lackner zum apostolischen Visitator. Zuletzt war eine solche Maßnahme in Österreich 2004 notwendig geworden - als Reaktion auf Ausschweifungen im Priesterseminar in St. Pölten.

(APA)

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