Jetzt Live
Startseite Salzburg
Prüfbericht

Land baut 218 Mio. Euro Schulden ab

Rechnungshof mit vielen Beanstandungen

Geld, Euro Bilderbox
Das Land Salzburg baute vergangenes Jahr 218 Millionen Euro Schulden ab. 

Das Land Salzburg hat seinen Schuldenabbau auch im Jahr 2018 fortgesetzt. Mit 31. Dezember stand es noch mit 1,47 Milliarden Euro in der Kreide. Damit wurde der Schuldenberg alleine im Vorjahr um 218 Mio. Euro abgetragen. Nach der Aufarbeitung des Finanzskandals 2014 war das Bundesland noch mit 2,2 Mrd. Euro verschuldet. Das Finanzjahr 2018 selbst ergab einen "Gewinn" von 29 Millionen Euro.

Erstmalig hat Salzburg das vergangene Jahr nach der doppelten Buchführung abgewickelt. Der heute, Donnerstag, vorgelegte Rechnungsabschluss weist Einnahmen in der Höhe von rund 2,84 Milliarden Euro auf, denen Ausgaben von rund 2,81 Mrd. Euro gegenüberstehen, womit nicht nur das Plus von 29 Mio. Euro erzielt, sondern auch ein um 79 Mio. Euro besseres Ergebnis eingefahren wurde als erwartet.

26,88 Mio. Euro EU-Strafe

Auf der Einnahmenseite haben die gute Konjunktur mit folglich höheren Ertragsanteilen und weitere Auflösungen der Wohnbaubank-Veranlagungen dazu beigetragen, ausgabenseitig schlug unter anderem die Strafe der EU in der Höhe von 26,8 Mio. Euro auf, zu der Salzburg wegen falsch gemeldeter Budgetzahlen (als Folge des Finanzskandals) verdonnert worden war.

Der Schuldenabbau macht sich durch geringere Zinslast im Budget bereits deutlich bemerkbar: Nach dem Finanzskandal belasteten die Zinsen den Haushalt noch mit über 60 Mio. Euro, im Vorjahr ist dieser Posten auf knapp 35 Mio. Euro geschmolzen.

1,19 Mrd. Euro Eigenkapital

Die Bilanzsumme des Landes betrug zu Jahresende 6,18 Mrd. Euro. Auf der Habenseite machen hier Forderungen aus gewährten Darlehen (2,35 Mrd. Euro) und Sachanlagen in Form von Grundstücken, Grundstückseinrichtungen und Infrastruktur (1,95 Mrd. Euro) den Löwenanteil aus. Mit Einführung der Doppik hatte dazu das gesamte Landesvermögen - quasi vom Bleistift im Büro bis zur Festung Hohensalzburg - bewertet werden müssen. Bei den Passiva stechen die Rückstellungen für Pensionen ins Auge, die alleine 2,67 Mrd. Euro ausmachen. Das Eigenkapital betrug mit Jahresende knapp 1,19 Mrd. Euro, das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital damit rund 20 zu 80.

Rechnungshof verweist auf Fehler im Prüfbericht

Dass die Umstellung eines so komplexen Budgets von der Kameralistik auf die Doppik kein Kinderspiel ist, zeigt auch der ebenfalls heute vorgelegte Prüfbericht des Landesrechnungshofs zum Rechnungsabschluss auf: Im 241 Seiten starken Papier stellten die Prüfer unter anderem zahlreiche Fehler bei Ansatz und Bewertung des Vermögens fest.

Stöckl will Kritik ernst nehmen, nicht überbewerten

Eine Kritik, die Finanzreferent LHStv. Christian Stöckl und LH Wilfried Haslauer (beide ÖVP) "zwar ernst nehmen, aber nicht überbewerten" wollen, wie sie heute in einer Aussendung betonten: "Dass es bei einem derart großen Projekt wie der Umstellung auf doppelte Buchführung, mit dem Salzburg österreichweit federführend ist, Verbesserungspotenzial gibt und keine Punktlandung möglich ist, liegt auf der Hand." Die Kritik des Rechnungshofes bei der Eröffnungsbilanz betreffe rund fünf Prozent der aufgelisteten Posten, wobei es hier um Auffassungsunterschiede zwischen dem Rechnungshof und der Landesbuchhaltung gehe. Genau deshalb sehe die entsprechende Verordnung eine Frist von fünf Jahren für Nachjustierungen und Verbesserungen vor.

(Quelle: APA)

Whatsapp

Aufgerufen am 09.12.2019 um 06:25 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/land-salzburg-baute-im-vorjahr-218-millionen-euro-schulden-ab-77843866

Kommentare

Mehr zum Thema