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Mehr Dosen ab 5. Februar

Land Salzburg hält an Impfstrategie fest

Bislang 11.820 Impfungen verabreicht

Salzburg hält trotz der offenen Fragen um Liefermengen und -daten von Corona-Impfstoffen an seiner Impfstrategie fest. Wie Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) am Mittwoch in einer Pressekonferenz erklärte, seien bisher 11.820 Impfungen in Salzburg verabreicht worden, 10.900 davon waren Erstimpfungen.

Einer Bitte aus Wien, ob nicht ein Bundesland kurzfristig mit Impfstoff aushelfen könne, erteilte Stöckl eine Absage. "Das würde unsere Zweitimpfungen gefährden."

Salzburg kann Wien nicht mit Impfdosen helfen

Laut einem Bericht des Online-Mediums "ZackZack.at" vom Dienstag hat Wien um rund 1.000 zusätzliche Impfdosen für die kommende und die übernächste Woche angefragt, um mit der Zweitimpfung früher starten zu können. Im Gegenzug hätte man dann auf die Lieferung der Menge zum regulären Zeitpunkt verzichtet. Weil der Bund selbst über keine Reserven verfügt, wurde die Anfrage an die Länder weitergeleitet. Zumindest in Salzburg sieht man aber keinen Spielraum für eine Unterstützung.

"Es gibt zu wenig Impfstoff"

"Wir haben gewarnt, nicht am Anfang alles auf Teufel komm raus zu verimpfen, weil wir an die Zweitimpfung denken müssen. Wir haben zwar zu Beginn auch alles verimpft, sind dann aber schnell in die Planung übergegangen, um genügend Reserven zu haben", sagte Stöckl. Verschärft werde die Situation in Salzburg auch dadurch, dass die für diese Woche vom Hersteller Moderna fix zugesagten Dosen erst am 5. Februar geliefert werden können.

Impfplan des Landes geht weiter

Dennoch werde das Land wie geplant Mitte Februar damit beginnen, nach den Bewohnern und Mitarbeitern in den Seniorenheimen und dem Krankenhauspersonal auch die niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Sanitäter der Covid-Teststationen zu impfen. "Das sollte sich mit den prognostizierten Liefermengen abdecken lassen", sagte auch der Vizepräsident der Ärztekammer Salzburg, Christoph Fürthauer. Insgesamt umfasse die Gruppe rund 5.000 Personen, die binnen einer Woche bis maximal 10 Tagen durchgeimpft sein sollte.

Fürthauer verwies heute auch darauf, das Intervall zwischen zwei Impfungen knapp zu halten. Der Maximalabstand liege laut aktuellen Daten bei 42 Tagen. Weil die Gefahr von Virusmutationen mit fortschreitender Dauer erhöht sei, sei eine möglichst zügige zweite Impfung wichtig - auch wenn es auf einige Tage nicht ankomme.

Vieles hängt vom AstraZeneca-Impfstoff ab

Grundsätzlich orientiert sich Salzburg an der Prioritätenliste des nationalen Impfgremiums. Mit 1. Februar können sich im Land alle über 80-Jährigen und - in Absprache mit den Hausärzten - Hochrisikopatienten - anmelden. Das sind laut Stöckl rund 30.000 Menschen. Anfang März soll das Portal dann für alle über 65-Jährigen, möglicherweise auch gleich für alle Impfwilligen geöffnet werden. "Das hängt aber etwa davon ab, wie der Impfstoff von AstraZeneca zugelassen wird - also etwa für Menschen unter 65 Jahren, unter 55 Jahren oder doch für alle. Das ist noch offen, wird aber am Freitag feststehen."

EU will rasche Lieferung von AstraZeneca-Vakzine
A posed photograph taken as an illustration shows syringes arranged around a used vial of the Oxford/AstraZeneca Covid-19 vaccine at the vaccination centre set up inside Brighton Centre in Brighton, southern England, on January 26, 2021. - Over 30 new coronavirus vaccination centres were set to open around England this week as Britain's largest ever innoculation programme continued to gain pace. (Photo by Ben STANSALL / AFP)

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Wer wird geimpft? Ärzte letztverantwortlich

Die niedergelassenen Ärzte werden in den kommenden Wochen mit der Risikobeurteilung gefordert sein, wer zuerst geimpft wird, sagte Ärzte-Vertreter Fürthauer. "Jeder Arzt hat unter seinen Patienten eine ansehnliche Zahl von Menschen über 80 Jahren und Risikopatienten. Wir werden anfänglich pro Woche wohl nur sechs, zwölf oder 15 Menschen impfen können." Trotz der Prioritätenliste des Gesundheitsministeriums werde es darum Unschärfen geben. "Wenn ich jemanden mit einer Risikoerkrankung habe, dessen Lebensgefährtin aber keine Risikoerkrankung hat, würde es trotzdem einen Sinn machen, diese mitzuimpfen." Letztverantwortlich seien die Ärzte selbst. "Das ist Teil ihrer beruflichen Verantwortung. Wir als Ärztekammer werden ganz sicher nicht als Kontrolleure in die Ordinationen gehen."

Für Erleichterungen soll jedoch ein Algorithmus sorgen, der eine gerechte Verteilung der Impfdosen auf alle Arztpraxen gewährleisten soll. "Das Hochrisikopotenzial wird sowieso von den Ärzten festgestellt. Bei Gleichheit des medizinischen Risikos wird der Algorithmus eine Reihung vornehmen", erklärte Stöckl.

(Quelle: APA)

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