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A10

Wieder Pkw-Lenker mit Laserblocker geschnappt

Abermals hat die Polizei am Freitag bei zwei Autos Laserblocker sichergestellt. In den vergangenen Wochen häufen sich Anzeigen wegen der verbotenen Geräte. Autofahrer müssen mit einer Strafe von bis zu 5.000 Euro rechnen.

Am Freitag erwischte die Salzburger Polizei auf der Tauernautobahn (A10) gleich zwei Autofahrer mit der verbotenen Vorrichtung. Aufmerksam wurden die Beamten, da mit Lasergeräten keine gültige Geschwindigkeitsmessung vorgenommen werden konnte. Beide Pkw-Lenker, ein 43-jähriger Deutscher und ein 57-jähriger Kärntner, wurden angezeigt. Letzterer gab gegenüber den Beamten an, vom Laserblocker in seinem Fahrzeug nichts gewusst zu haben.

(Quelle: SALZBURG24)

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Diese Strafe droht bei Laserblocker im Auto

Welche Strafen drohen den Lenkern und wie schwierig ist es eigentlich, das Gerät einzubauen? Wir haben nachgefragt.

Ein Laser- oder Radarblocker verhindert, dass ein Messgerät die Geschwindigkeit eines Fahrzeuges messen kann. In Salzburg haben sich die Fälle zuletzt gehäuft. Laut Verkehrspolizei liege das einerseits daran, dass die Beamtinnen und Beamten sensibilisiert wurden und seit Jänner stärker kontrollieren, aber auch an der großen Verbreitung der Geräte.

Wieder ging der Polizei Salzburg ein Fahrzeug mit Laserblocker ins Netz.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 25. März 2019

Radar- und Laserblocker nicht erlaubt

Die rechtliche Lage zum Thema Laserblocker ist klar: „Geräte oder Gegenstände, mit denen technische Einrichtungen zur Verkehrsüberwachung beeinflusst oder gestört werden können, dürfen weder an Kraftfahrzeugen angebracht noch in solchen mitgeführt werden“, heißt es im Kraftfahrgesetz, Paragraf 98a. Bis zu 5.000 Euro Strafe kann das kosten, informiert der ÖAMTC. Außerdem darf der Lenker von den Polizistinnen und Polizisten an der Weiterfahrt gehindert werden, bis die Geräte ausgebaut sind. Dasselbe trifft auch auf die Radarblocker zu. Sie haben dieselbe Funktion, bei Radar und Laser handelt es sich lediglich um verschiedene Messtechniken.

Blocker als Parksensoren getarnt

Das Einbauen eines solchen Geräts ist nicht einfach, weiß ARBÖ-Jurist Martin Echsel. „Als Laie kann man das nicht.“ Die Blocker werden oft als Parksensoren getarnt und im Inneren des Autos verbaut – dafür muss die Stoßstange abgenommen werden. „Die Hauptschwierigkeit ist, überhaupt Zugang zur richtigen Stelle zu bekommen“, schildert Echsel. Deshalb werden die Geräte meist in Auto-Werkstätten eingebaut, versierte Auto-Bastler könnten das aber wohl auch selbst schaffen, meint Echsel. Ist der Radar- oder Laserblocker an der richtigen Stelle angebracht, kann die Lenkerin oder der Lenker das Gerät per Fernbedienung ein- und ausschalten.

Gestern konnte von der #Autobahnpolizei auf der A10 ein Pkw angehalten werden, welcher einen #Laserblocker verwendete....

Gepostet von Polizei Salzburg am Donnerstag, 21. Februar 2019

Nachweis für Polizei schwierig

Für Polizistinnen und Polizisten sei der Nachweis oftmals nicht so einfach, weiß der Experte. „Im Fahrzeuginneren kann man die Blocker deaktivieren und auch die Software löschen. Es ist dann schwierig, sie von anderen Sensoren zu unterscheiden.“

Laser- und Radarblocker gäbe es ab 1.000 Euro aufwärts. Der Verkauf und der Einbau der Geräte seien in Österreich zudem noch nicht strafbar: „Den Gesetzesentwurf gibt es bereits, er ist aber noch nicht in Kraft getreten. Das wird wohl mit 1. Juli soweit sein.“

 

Radarwarner in Österreich strafbar

Verboten sind in Österreich ebenso sogenannte Radarwarner. Dabei handelt es sich um „Kästchen, die etwas größer als eine Zigarettenschachtel sind und meist an der Windschutzscheibe im Bereich des Rückspiegels angebracht werden“, erklärt Echsel. Die Vorrichtung erkennt die Radarstrahlen des Messgeräts und warnt anschließend die Lenkerin oder den Lenker.

Aufgepasst bei "POI-Warnern"

Anders verhält es sich mit Navigationsgeräten, die vor Radaren warnen. Diese weisen auf „Points of Interest“ (POI) hin, also Punkten, die für Lenkerinnen und Lenker interessant sein könnten, weil dort Radarmessgeräte stehen oder Gefahrenstellen lauern. In Österreich sind sie erlaubt.

In anderen Ländern kann aber auch das teuer werden, warnt der ÖAMTC. In Deutschland, der Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Irland, Mazedonien, Slowakei, Weißrussland und Zypern sind sie verboten. Das betrifft nicht nur Navigationsgeräte, sondern auch entsprechende Warnungen am Handy oder Notebook. In der Schweiz drohen mindestens 200, in Deutschland 75 Euro Bußgeld. In diesen Ländern darf die Polizei die Geräte auch sicherstellen und vernichten, informiert der Autofahrerclub. Dort sollte man die Funktion deshalb deaktivieren, um Strafen zu entgehen. Verwenden darf man sie außerhalb Österreichs noch in Belgien, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Russland, Schweden, Serbien, Slowenien, Spanien sowie in Ungarn. In Tschechien und Bulgarien sollte man im Zweifel von einem Verbot ausgehen, dort ist die Rechtslage unsicher.

Aufgerufen am 17.07.2019 um 04:25 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/laserblocker-erneut-pkw-lenker-auf-a10-gestoppt-68044408

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