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Situation weiter angespannt

Salzburger Spitalchef warnt vor zu kurzem Lockdown

Ende am 12. Dezember "nicht nachhaltig"

Paul Sungler, Geschäftsführer SALK APA/FRANZ NEUMAYR
Für Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK), wäre ein Lockdown-Ende am 12. Dezember "nicht nachhaltig". 

Als "zu früh und nicht nachhaltig" bezeichnete der Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK), Paul Sungler, am Donnerstag ein Lockdown-Ende am 12. Dezember. Die Situation in den Spitälern sei nach wie vor angespannt.

"Das Wichtige für mich ist, wenn man den Lockdown beendet, dass dieser auch beendet bleibt und wir nicht am 6. oder 7. Jänner wieder in den Lockdown gehen müssen. Das ist etwas, was ich kontraproduktiv halte."

Noch keine Entlastung in Salzburgs Spitälern

Entscheidend soll die Nachhaltigkeit sein, sagte Sungler. Er halte nichts davon, dass mit dem Druck, dass Weihnachten kommt und die Geschäfte öffnen wollen, wieder aufgesperrt werde. Der statistisch leichte Rückgang des Infektionsgeschehen sei in den Spitälern noch nicht angekommen. Falls sich der Rückgang wirklich bestätigt, dann könne dieser in einer Woche in den Spitälern bemerkbar sein, was derzeit noch nicht der Fall sei.

48 Corona-Intensivpatienten 

Landesweit stehen derzeit rund 68 Covid-Intensivbetten zur Verfügung, am heutigen Tag sind davon 48 Betten besetzt. Von den 48 Patienten seien neun geimpft und 50 Prozent unter 65 Jahre alt, sagte Sungler. Auf den Normalstationen werden derzeit 201 Covid-Patienten betreut.

Krankenhäuser teilweise "übervoll"

Aktuell befinden sich zwei mit dem Coronavirus infizierte Kinder auf der Kinderintensivstation. Was ihn auch sehr sorgenvoll stimme sei, dass die Intensivstationen im Tauernklinikum und im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder "absolut voll sind", bei den Barmherzigen Brüdern "mit einem Patienten übervoll", erklärte der SALK-Geschäftsführer, der auch Leiter des Covid-Landesmedizinstabes ist. Von den jeweils sechs Intensivbetten ist im Tauernklinikum ein Bett mit einem Covid-Patienten belegt, bei den Barmherzigen Brüdern liegen zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation, hieß es auf Nachfrage der APA.

Sungler für Strafen bei Corona-Demos vor Einrichtungen

Für Demonstrationen vor Spitälern von Gegnern der Corona-Verordnungen zeigte Sungler kein Verständnis. Aus seiner Sicht müsse es - so wie in anderen Staaten, zum Beispiel in Kanada - hohe Strafen geben, wenn vor Krankenhäusern demonstriert werde. Vor einem Spital habe das nichts zu suchen, bei allem Verständnis für Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. "Hier sind Patienten, die Schutz, Ruhe und Betreuung brauchen, und Mitarbeiter, die derzeit supramaximal gefordert sind. Die haben es einfach satt, sich damit auseinandersetzen zu müssen." Man sei diesbezüglich in Kontakt mit der Landesregierung und dem Innenministerium.

Am vergangenen Wochenende haben Gegner von Corona-Maßnahmen vor den Eingängen des Uniklinikums in Salzburg das Ärzte- und Pflegepersonal ausgepfiffen und "Widerstand" skandiert. Für eine von der SPÖ geforderte Kundgebungs-Bannmeile müsste allerdings das Versammlungsgesetz geändert werden. Als Gegenmaßnahme meldete die ÖVP Solidaritätskundgebungen an den Uniklinikum-Eingängen für die restlichen Wochenenden in diesem Jahr an. Falls dort noch jemand eine Demo anmelden will, kann diese nur in 50 Metern Entfernung davon genehmigt werden.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.06.2022 um 04:38 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/lockdown-ende-fuer-salzburger-spitalchef-am-12-dezember-zu-frueh-113407228

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