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Im Gleichklang mit OÖ

Salzburg geht ab Montag in den harten Lockdown

LH Haslauer: "Hoffe, vor Weihnachten rauszukommen"

Der Lockdown im Bundesland Salzburg tritt mit kommendem Montag (22. November) in Kraft, bekräftigte Landeshauptmann Wilfried Haslauer Donnerstagnachmittag bei einem Mediengespräch. Zur Dauer sagte er, er hoffe, vor Weihnachten wieder aus dem strengen Lockdown herauszukommen.

Die jüngste Entwicklung bei den Neuinfektionen habe keine andere Wahl mehr übrig gelassen. Salzburg werde absolut im Gleichklang mit Oberösterreich vorgehen.

"Es gibt keine Alternative"

2.473 Corona-Neuinfektionen von gestern auf heute, mehr als 15.000 aktive Fälle, eine 7-Tage-Inzidenz von 1.719. 211 Covid-Patienten in Salzburgs Spitälern, davon 31 auf den Intensivstationen und eine Durchimpfungsrate von immer noch nur rund 62 Prozent. „Wir sehen keine Alternative mehr zu einem Lockdown ab Montag. Betroffen sind alle Bereiche des täglichen Lebens. Das ist uns alles andere als leicht gefallen, aber die dramatisch steigenden Neuinfektionen und der sprunghafte Anstieg der stationär aufgenommenen Covid-Patienten lassen uns keine andere Wahl“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

„Als die Corona-Schutzimpfung im Vorjahr zugelassen wurde, haben wir nicht damit gerechnet, dass wir noch einmal in eine solche Situation kommen. Aber mit 40 Prozent Ungeimpften im Bundesland ist es unmöglich, die Pandemie ohne harte Maßnahmen in den Griff zu bekommen und eine Überlastung der Spitäler, die seit Beginn der Covid-Krise übermenschliches leisten, zu verhindern. Der Lockdown ist nur ein kurzfristiges, aber jetzt leider notwendiges Mittel. Langfristig kommen wir nur mit einer hohen Durchimpfungsrate aus der Pandemie“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Ausgangsbeschränkungen mit Ausnahmen

Ab Montag 0.00 Uhr dürfen die Salzburgerinnen und Salzburger nur noch aus folgenden Gründen den privaten Wohnbereich verlassen:

  • Deckung der Grundbedürfnisse
  • Anderen helfen und zur Impfung gehen
  • Abwendung von Gefahr
  • Berufliche Tätigkeit und Ausbildungszwecke
  • Physische und psychische Erholung im Freien

Auch Schulen und Kindergärten werden geschlossen

Auch Schulen und Kindergärten blieben in Salzburg laut Haslauer grundsätzlich geschlossen. "Wir haben bei den 5- bis 15-Jährigen Inzidenzen von 2.500." Die Schulen würden aber für Betreuung und für Schüler mit Lernrückständen offen bleiben. Der Schulbesuch sollte "im Prinzip aber nicht der Regelfall" sein. Das gelte sinngemäß für die Kindergärten. Bildungslandesrätin Daniela Gutschi präzisierte diese Regelung am Abend. Die Lehrer werden aus aktueller Sicht grundsätzlich an den Schulen sein und unterrichten. Es sollten aber nur jene in die Schule kommen, die es brauchen. Für alle anderen gelte es, den Unterricht so gut wie möglich zu organisieren. Distance Learning sei möglich, werde aber nicht flächendeckend verordnet. Das Bildungsministerium widerspricht und sagt, dass die Bildungseinrichtungen offen bleiben müssen. Auch Oberösterreich gab jedenfalls die Schließung von Schulen und Kindergärten bekannt. Welche Regeln gelten nun für die Schulen in Salzburg konkret? HIER alle Infos dazu.

symb_Schule, symb_Klassenzimmer, Klassenraum, symb_lehrer, symb_Schüler APA/HELMUT FOHRINGER
(SYMBOLBILD)

Ringen um offene Schulen in Österreich

Das Ringen um offene Schule hat heute angesichts der hohen Coronazahlen wieder einmal begonnen. Die türkis-grüne Bundesregierung hat zwar betont, Schulen unter allen Umständen offen lassen zu wollen.…

Lockdown "vorerst für zehn Tage“

„Die Expertinnen und Experten empfehlen für einen wirksamen Lockdown drei bis vier Wochen. Ich hoffe, dass wir vor Weihnachten wieder öffnen können, sofern es die Lage zulässt." Die erwartete Verordnung des Bundes zum Lockdown für Salzburg und Oberösterreich wird zunächst von Montag, 22. November, bis 1. Dezember gelten. „Die Experten vermuten, dass wir eher drei Wochen brauchen, um die Zahlen in den Griff zu bekommen. Meine Hoffnung ist, dass wir noch vor Weihnachten aufsperren können, aber garantieren kann ich es nicht“, so Haslauer.

Verordnung läuft über den Bund

Formal wird der Lockdown, so Haslauer, auf Ersuchen der beiden Bundesländer über die Bundesregierung erlassen. Damit schaffe man auch die Grundlage für allfällige weitere Bundesländer. Ein Beschluss des Hauptausschusses des Nationalrates sei dazu notwendig, dieser wird voraussichtlich Freitag nach Ende der regulären Nationalratssitzung zusammentreten.

Stöckl: „Die Impfung wirkt“

„Die Impfung wirkt, dass sehen wir vor allem in den Krankenhäusern. Von den derzeit 31 Covid-19-Intensivpatienten sind 27 ungeimpft. Alle davon sind Risikopatienten, sei es aufgrund des Alters oder der Vorerkrankungen. Seit September wird die Auffrischungsimpfung in Salzburg durchgeführt. Mittlerweile können sich alle ab 18 Jahre, bei denen die zweite Dosis bereits vier Monate her ist, den Schutz auffrischen lassen. Nur die Impfung bringt uns dauerhaft und endgültig aus der Krise. Daher rufe ich alle auf, sich schützen zu lassen, anders geht es nicht“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Durchimpfungsrate von 80 bis 85 Prozent als Ziel

„Wir haben jetzt zwei ganz klare Ziele in Salzburg: Die Durchimpfungsrate muss auf 80 bis 85 Prozent steigen, sonst ist die nächste Welle nur eine Frage der Zeit. Und die Auffrischungsimpfung für alle die sich bis zum Sommer schützen haben lassen noch in diesem Jahr. Das verhindert viele Krankenhausaufenthalte und Todesfälle“, so Rainer Pusch, Impfkoordinator des Landes. Impfungen sind weiterhin sieben Tage die Woche möglich in 400 Ordinationen, neuen Impfstraßen und bei zahlreichen Sonderaktionen. „Alleine diese Woche gab und gibt es 90 Impfaktionen ohne Anmeldung, nächste Woche über 100 und am Samstag eine große Aktion am Flughafen. Wir werden allen Salzburgerinnen und Salzburgern eine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung anbieten können“, so Pusch.

Oberösterreich bis zum 17. Dezember im Lockdwon

In Oberösterreich wird es wie in Salzburg ab Montag einen allgemeinen Lockdown geben. Handel - mit Ausnahme des täglichen Bedarfs -, Gastronomie und Hotellerie werden geschlossen, Take-away und Click&Collect bleiben erlaubt. Die Schulen werden geschlossen, bis auf die Betreuung für jene, die diese bauchen, präsentierte LH Thomas Stelzer (ÖVP) Donnerstagabend Details.

Bis spätestens 17. Dezember solle entschieden werden, ob der Lockdown weitegehen muss, ob es für Geimpfte Erleichterungen gibt oder ob man den Lockdown beenden könne. Bis dahin gelte "de facto eine Ausgangssperre" mit den bekannten Ausnahmen: man darf nur hinausgehen, um Güter des täglichen Bedarfs zu kaufen, zur Arbeit zu gehen oder zur körperlichen und psychischen Erholung.

SPÖ drängt auf sofortigen Lockdown in Salzburg und OÖ

Die SPÖ drängt auf schnelleres Reagieren auf die dramatischen Coronazahlen in Salzburg und Oberösterreich. Der Lockdown für alle sollte dort bereits morgen, Freitag, in Kraft treten, forderte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner heute in einer Pressekonferenz. Ein bundesweites Zusperren machte sie von der Entwicklung in den kommenden 48 Stunden abhängig. Über eine allgemeine Impfpflicht müsse diskutiert werden.

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Schulschließungen: Faßmann skeptisch

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zeigte sich ebenfalls auf Ö1 bezüglich Schulschließungen skeptisch. Verordnen kann diese freilich der Landeshauptmann selbst. Dann wäre allerdings auch kein Betreuungsangebot an Schulen möglich.

Mehrwöchiger Lockdown in Salzburg und Oberösterreich

"Es geht darum, Gesundheit zu schützen, Leben zu schützen" und das Gesundheitswesen, erklärte Stelzer seine Kehrtwende in Sachen Lockdown am Donnerstag. Stelzer will sich bei der Landeshauptleute-Konferenz am Freitag in Tirol für einen bundesweiten Lockdown einsetzen. Werde es nicht dazu kommen, würden Oberösterreich und Salzburg in einen "mehrwöchigen Lockdown gehen". "Wenn es zu keinem bundesweiten Lockdown kommt, werden Oberösterreich und Salzburg ab nächster Woche in den Lockdown gehen", sagte der Landeshauptmann im Landtag im Rahmen der Beantwortung einer dringlichen Anfrage der NEOS an. "Wir haben sehr, sehr wenig Spielraum."

Die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich werden in einen Lockdown für alle gehen. Details werden in einer...

Gepostet von Land Salzburg am Donnerstag, 18. November 2021

Haslauer: Lockdown für gesamte Bevölkerung

Auch der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) bestätigte der APA den harten Lockdown ab nächster Woche für sein Bundesland. Dieser werde für die gesamte Bevölkerung und für alle Bereiche gelten. "Wir haben heute erneut eine enorme Zahlenentwicklung. Wir sehen keine Alternative zu einem Lockdown mit Beginn nächster Woche mehr", sagte Haslauer. Ob dieser am Montag oder am Dienstag beginne, sei wie viele weitere Details auch in enger Abstimmung mit Oberösterreich noch zu klären. Die Dauer der Maßnahme werde noch mit Experten berechnet.

SB: Salzburg, Lockdown Screenshot/Youtube
Aufgrund der Coronavirus-Maßnahmen kommt das öffentliche Leben weltweit zum Erliegen.

"Lockdown stürzt Handel in blanke Katastrophe"

Der angekündigte Lockdown ab nächster Woche treibt Salzburgs Geschäftsleuten die Tränen in die Augen. Der Geschäftsführer der Sparte Handel von der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) Johann Höflmaier …

"Aktuelle Situation erfordert diesen Schritt"

"Die aktuelle Situation erfordert diesen Schritt", erklärte Haslauer. "Ich habe darum gekämpft, dass wir nicht in einen Lockdown gehen. Bei diesen Zahlen ist aber eine Überlastung der Krankenanstalten absehbar." Die zuletzt gesetzten Maßnahmen von Bund und Land Salzburg würden nicht so schnell greifen, wie man erhofft hätte. "Wir brauchen auch Zeit, dass die gut laufenden Impfungen ihre Wirkung entfalten." Im Laufe des Nachmittags will der Salzburger Landeshauptmann in einer Pressekonferenz über weitere Details informieren. Der Zeitpunkt werde noch bekannt gegeben.

Spitäler überlastet: Lockdown ein Muss

Eine rechtliche Verpflichtung für einen kompletten Lockdown angesichts überlasteter Spitäler ortet der Verfassungsexperte und Rechtsanwalt Christian F. Schneider gegenüber der Tageszeitung "Die Presse" (Donnerstag-Ausgabe). Droht der Zusammenbruch des Gesundheitssystems, wie es derzeit in Salzburg der Fall ist, werde aus der Kann-Bestimmung eines Lockdowns für alle im Covid-19-Maßnahmengesetz eine Muss-Bestimmung, so die Argumentation. Laut dem Verfassungsgerichtshof bestehe in solchen Fällen kein freies Ermessen, sondern ein gesetzlich gebundenes, so Schneider. Dafür sprächen auch die grundrechtlichen Schutzpflichten des Staates, Gesundheitsgefährdungen hintanzuhalten.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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