Jetzt Live
Startseite Lungau
Lungau

Cessna-Absturz im Lungau: Prozess

Wegen des Absturzes einer Cessna  im Juli des Vorjahres in Mauterndorf (SALZBURG24 hat berichtet), bei dem er und sein Fluggast schwer verletzt worden waren, hat sich am Mitwoch, der inzwischen 69-jährige deutsche Pilot am Salzburger Landesgericht verantworten müssen.

Der Prozess wurde in den Abendstunden mit einem Angebot auf diversionelle Erledigung beendet: Bezahlt der Beschuldigte eine Geldbuße über 15.000 Euro, die Verfahrenskosten und Schmerzensgeld an das Opfer, wird das Verfahren eingestellt, informierte die Sprecherin des Gerichtes, Vizepräsidentin Bettina Maxones-Kurkowski, die APA.

Cessna-Pilot auf fahrlässige Körperverletzung angeklagt

Die Anklage lautete auf fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. Die Staatsanwaltschaft warf dem Piloten vor, dass er vor dem Start vom Gebirgsflugplatz in Mauterndorf die Triebwerksleistung mangelhaft überprüft bzw. die Triebwerksleistung nicht mittels Feinjustierung des Kraftstoff-Luftgemisches optimiert habe. Außerdem habe er das für Graspisten empfohlene Startverfahren nicht befolgt und die Position der Landeklappen falsch gewählt. Weiters soll der Mathematiker zu spät abgehoben und eine zu geringe Geschwindigkeit gewählt haben, was in Summe letztlich zum Absturz geführt habe.

Zwei Insassen bei Cessna-Absturz schwer verletzt

Die beiden Deutschen hatten einen Ausflug mit der nahezu neuwertigen "Cessna 172 Skyhawk" unternommen. Beim Heimflug gewann die Maschine mit dem Kennzeichen "D-ETTP" laut Zeugen nach dem Start vom Flugplatz Mauterndorf - mit 1.100 Metern Seehöhe der höchstgelegene Alpenflugplatz in Österreich - kaum an Höhe. Nach rund einem Kilometer stürzte die Cessna auf eine Wiese, überschlug sich und kam neben einem Gleis der Taurachbahn auf dem Cockpitdach zu liegen. Die beiden Insassen wurden laut Rotem Kreuz schwer verletzt. Der Pilot war eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus den Trümmern geschnitten werden, sein 25-jähriger Begleiter konnte sich selbst retten, er hatte einen Lenden- und einen Brustwirbelbruch erlitten.

Prozess mit Angebot auf Diversion eingestellt

Von den vorgeworfenen Fehlern sind für das Gericht nach Anhörung eines Sachverständigen nur zwei kleinere Verfehlungen des Piloten übrig geblieben. Außerdem hätten am Unfalltag widrige Umstände geherrscht. Der Prozess wurde daher mit dem Angebot auf Diversion vertagt. Bezahlt der 69-jährige Cessna-Pilot eine Geldbuße über 15.000 Euro, die 5.500 Euro Verfahrenskosten und 20.000 Schmerzensgeld an das Opfer, so wird das Verfahren ohne Urteil eingestellt. (APA)

Links zu diesem Artikel:

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 01:30 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/lungau/cessna-absturz-im-lungau-prozess-59333365

Kommentare

Mehr zum Thema