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„Der nackte Wahnsinn“: Werbeplakat ruft Salzburger Watchgroup auf den Plan

Erneut übt die „Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung" heftige Kritik an einem Werbeplakat. Diesmal erhitzt die aktuelle Werbekampagne des Sport-, Mode- und Skiverleihgeschäftes „Freudenhaus" aus Obertauern (Pongau) die Gemüter.

In der aktuellen Kampagne wirbt das „Freudenhaus" mit einem „kopflosen" Frauenkörper im Bikini, der in einer Winterlandschaft in aufreizender Pose steht. Der Slogan dazu ist vielversprechend: „Die heißeste Zeit des Jahres – Saisoneröffnung in Obertauern" ist auf dem Plakat zu lesen.

 

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Freudenhaus

 

Ebenfalls wird in der Kampagne auf einen Wettbewerb hingewiesen, den man in Unterwäsche startet und dabei ein hochwertiges Skipisten-Outfit gewinnen kann.

 

Diese Werbeplakat stößt der Salzburger Watchgroup für sexistische Werbung sauer auf. Salzburg24
Diese Werbeplakat stößt der Salzburger Watchgroup für sexistische Werbung sauer auf.
Freudenhaus

 „Diesmal Hintern statt Busen"

Diese Kampagne wird von der Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung, die bereits Werbesujets des Tradtitionsgasthauses DIE WEISSE oder der Bergbahnen Flachau rüffelte, auf Anfrage von Salzburg24.at als „eindeutig sexistisch" eingestuft. „Statt Busen ist es diesmal der Hintern. Hier wird die Frau eindeutig als Sexobjekt dargestellt. Die Frau wird ohne Kopf dargestellt, ist bis aufs knappste leicht bekleidet und das Bild wurde offensichtlich stark mit Photoshop bearbeitet, so dass sexuelle Attribute wie Taille und Po noch stärker in den Fokus rücken", so Niki Solarz, SPÖ-Gemeinderätin und Aktivistin der Salzburger Watchgroup im Gespräch mit Salzburg24.at.

Watchgroup-Aktivistin Barbara Sieberth (Grüne) ist da ähnlicher Meinung: „Vorbehaltlich des Entscheids unseres Gremiums handelt es sich dabei um eine eindeutige Sexualisierung und ein Geschlechterklischee. Zudem steht die Frau in ihrer kaum vorhandenen Kleidung in einer Winterlandschaft – ziemlich unpassend", so Sieberth.

Lürzer: "Bin verwundert"

Der Unternehmer Harald Lürzer, verantwortlich für das "Freudenhaus" in Obertauern nimmt die Kritik gelassen entgegen: „Es herrscht Meinungsfreiheit, daher akzeptiere und respektiere ich diese Kritik auch. Wir haben uns deshalb für dieses Werbeplakat entschieden, weil bei uns in Obertauern nun mal nicht der Sommer, sondern der Winter die heißeste Zeit des Jahres ist, da war kein sexistischer Gedanke dahinter", begründet Lürzer die Auswahl der freizügigen Plakate im Interview mit Salzburg24.at.

„Dennoch bin ich etwas verwundert, dass es dafür eigene Gremien gibt, die sich damit aufhalten. Ich persönlich finde einen ästhetischen Körper in einer Werbung schöner, als einen unästhetischen. Wir planen auch, dass einmal ein ästhetischer Männerkörper auf einem Plakat abgedruckt wird, das würde ich auch nicht als sexistisch einstufen. So ist das, jeder sieht Werbung anders.", so der Unternehmer.

Watchgroup kämpft gegen Sexismus

Die Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung hat das Ziel, gesellschaftliche Probleme aufzuzeigen und ein Bewusstsein für den sensiblen Umgang mit Bildern und Sprache zu schärfen. Außerdem steht die Watchgroup für ein bundesgesetzliches Verbot von sexistischer Werbung ein.

(S24.at)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.10.2020 um 09:05 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/lungau/der-nackte-wahnsinn-werbeplakat-ruft-salzburger-watchgroup-auf-den-plan-44127310

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