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Großes Aufräumen nach Sturm und Hochwasser in Salzburg

Sturm und heftige Regenfälle hatten Salzburg die letzten zwei Tage fest im Griff. Die Feuerwehren und freiwilligen Helfer standen im ganzen Bundesland im Großeinsatz. Besonders betroffen waren Bad Hofgastein (Pongau), Muhr (Lungau) und die Festung Hohensalzburg. Wir haben nachgefragt, wie die Lage am Tag danach in den Gemeinden aussieht.

Insgesamt gab es für die Feuerwehren in Salzburg 261 Einsätze. 1.052 Florianis von 43 verschiedenen Feuerwehren befreiten Straßen von Bäumen, pumpten Keller aus und errichteten Hochwasserwälle an Bächen und Flüssen. Zu tun gab es viel, betroffen waren Gemeinden in jedem Gau.

Sturm: 20 Häuser in Muhr überschwemmt

Besonders groß waren die Schäden in der Lungauer Gemeinde Muhr. 20 Häuser wurden in dem 510 Einwohner zählenden Ort teils überschwemmt und mussten von Schlamm, Sand und Wassermassen befreit werden. Bei etwa 200 Häusern betrifft das jedes zehnte Gebäude. In einer ersten Einschätzung vom Dienstag war noch von sechs Häusern die Rede. Auch viele Straßen und Wege waren blockiert. Die L211, die Muhrer Straße, konnte bereits am Dienstagnachmittag wieder geöffnet werden. Kleinere Gemeindestraßen sind allerdings weiterhin gesperrt, da hier noch mit Vermurungen zu rechnen ist. "Die Aufräumarbeiten gehen zügig voran, es gibt aber noch viel zu tun", erklärt der Muhrer Bürgermeister Sepp Kandler (SPÖ) im Gespräch mit SALZBURG24 am Mittwoch.

Kandler: "Jeder von Größenordnung überrascht"

Derzeit werden kleinere Zuflüsse und Bäche wieder zurück in ihr Bachbett geleitet, auch an den betroffenen Häusern sei noch viel zu tun, berichtet Kandler: "Jeder im Ort war von der Größenordnung des Unwetters überrascht, aber jeder hilft jedem, um so schnell wie möglich aufzuräumen." Von Seiten des Landes wurde rasche Hilfe aus dem Katastrophenfonds zugesichert, doch Kandler betont, dass die Geschädigten wohl immer Geschädigte bleiben werden: "Das muss man erst einmal verarbeiten und auch, wenn das Haus wieder bewohnbar ist, wird die Erinnerung bleiben."

Bis die Spuren des Unwetters ganz beseitigt sind, wird es wohl noch einige Wochen dauern. In Muhr hofft man auf günstiges Wetter und, dass der Winter noch ein bisschen wartet. Kommt nämlich Schnee, würden sich die Aufräumarbeiten bis ins Frühjahr verzögern. Für die nächsten Tage erwarten Metereologen allerdings keinen Schnee, sondern ungewöhnlich milde Temperaturen.

Sturm fegt Dächer von Festung

Auch auf der Festung Hohensalzburg werden die Schäden des Sturms noch länger zu sehen sein. Die Burg hat zwar am Mittwoch wieder geöffnet, doch nur in Teilen. "Die betroffenen Bereiche werden weiterhin gesichert und gereinigt", weiß Geschäftsführer Maximilian Brunner zu berichten. Gesperrt ist etwa auch noch der Fußweg auf die Festung, Besucher müssen derzeit die Bahn nehmen. Außerdem werden sämtliche Balken und Dächer nun kontrolliert. "Die Arbeiten werden sicher noch mindestens bis zum Montag dauern", prognostiziert Brunner. Am Wichtigsten sei nun, die Dächer wetterfest zu machen, damit kein Regen in die Räumlichkeiten eindringen kann.

Schäden in Bad Hofgastein beseitigt

Besser ist die Lage in Bad Hofgastein. Teile des Ortes standen am Montag und Dienstag komplett unter Wasser. Die Schäden halten sich aber im Rahmen, schildert Bürgermeister Friedrich Zettinig (ÖVP): "Es wurden Keller überflutet, an fünf Bereichen im Ort ist das Grundwasser angestiegen und die Gasteiner Ache über die Ufer getreten." Die Folgen der Überflutung sind aber so gut wie beseitigt. Das Wasser ist abgesunken, die Parkanlagen und Alleen wurden von Schlamm und Sand befreit, die Wege haben neuen Kies bekommen. "Die Nachbarschaftshilfe war groß, vor allem die Mitarbeiter des Bauhofs und der Feuerwehr haben tolle Arbeit geleistet", sagte Zettinig gegenüber S24. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass alles wieder passt", ist Zettinig erleichtert.

(Quelle: S24)

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