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Windräder in Salzburg?

Lungauer stimmen gegen Windkraft

Zwölf von insgesamt 15 Lungauer Gemeinden haben sich Samstagmittag bei einer Abstimmung des Regionalverbandes vorerst gegen die Windkraft ausgesprochen. Nur Weißpriach, Zederhaus und Unternberg sind für Windräder im Bezirk Tamsweg. Die Mehrheit der Gemeindevertreter hat sich für eine Bedenkzeit von zehn Jahren ausgesprochen.

Konkret lautete die Frage an die Gemeindevertreter: "Sollen unter den jetzigen Rahmenbedingungen Windkraftanlagen im Lungau errichtet werden können?" 39 Personen haben der Windkraft bedingungslos zugestimmt und 124 Personen haben sich für eine zehnjährige Vorbereitungs- und Evaluierungsphase ausgesprochen.

Windkraft in ganz Salzburg?

"Die Sorge im Bezirk ist groß, dass ein wesentlicher Teil der Windenergie aus unserem Bezirk gestemmt werden soll", sagte der Obmann des Regionalverbandes und Bürgermeister von St. Michael, Manfred Sampl (ÖVP), bei einer Pressekonferenz nach der Abstimmung.

Die Lungauer verlangen ein ausgewogenes Energiekonzept des Landes. Wenn dann sollen in allen Bezirken Windräder errichtet werden und nicht nur im Lungau. Zudem sollten Windparks von der öffentlicher Hand betrieben werden und nicht von Firmen oder Privatpersonen. "Wir sind uns im Lungau bewusst, dass wir Verantwortung tragen", sagte Sampl. "Dass wir bei der erneuerbaren Energie unsere Hausaufgaben erledigen, ist weiterhin wichtig."

Keine großen Windräder im Land

In Salzburg gibt es bisher noch kein einziges großes Windrad. Die Klima- und Energiestrategie hätte 20 Windräder bis 2020 vorgesehen. Der vom Land erstellte Zonenplan für Windenergie zeigt, dass die ertragreichen Standorte im Wesentlichen im Lungau sind. Anlass für die Abstimmung war ein geplanter Windpark am Fanningberg in Weißpriach. Wegen der aufgeheizten Debatte zog der Betreiber das Projekt jedoch vorzeitig zurück, obwohl die Gemeinde die Windräder befürwortet hätte.

Schellhorn: "Positives Signal, keine Absage"

Der Salzburger Umwelt- und Energielandesrat zeigte sich von dem Ergebnis nicht enttäuscht, sondern erleichtert. "Das ist ein positives Signal, keine Absage", sagte Heinrich Schellhorn (Grüne) gewohnt optimistisch. "Das heißt nicht, dass in den nächsten zehn Jahren nichts gebaut werden darf." Das Land arbeite gerade an einem neuen Klima- und Energiemasterplan für 2030. Er gehe mit den Lungauern d'accord, dass die Windräder gerecht auf das Land aufzuteilen sind. "Das kann auch als Aufforderung an die Raumplanung gesehen werden, Windenergiezonen festzulegen", sagte Schellhorn.

(Quelle: APA)

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