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Zivilschutzalarm in Tamsweg aufgehoben

Aufräumarbeiten nach Unwettern laufen

Aufgrund der schweren Unwetter, die in der Nacht auf Mittwoch im Salzburger Lungau niedergingen, wurde am späten Vormittag Zivilschutzalarm für Tamsweg ausgelöst. Dieser ist um 17.30 Uhr wieder aufgehoben worden. Die Aufräumarbeiten laufen indes weiter auf Hochtouren.

Tamsweg

„ACHTUNG, ACHTUNG, eine wichtige Information für die Bewohner von Tamsweg speziell für den unteren Marktbereich von Tamsweg – es wurde Zivilschutzalarm ausgelöst. Der Leißnitzbach führt Hochwasser. Die Bevölkerung wird aufgefordert, in den Häusern zu bleiben, Tiefgaragen und Keller nicht zu betreten und sich von den Ufern sowie Brücken fernzuhalten. Den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräften vor Ort ist Folge zu leisten“, teilte das Land Salzburg am Vormittag in einer Aussendung mit.

Pegelstände sinken noch nicht

Im Laufe des Tages habe sich die Situation leicht entspannt. "Aktuell regnet es nicht mehr, die Pegelstände sind aber noch nicht gesunken", sagte Abschnittsfeuerwehrkommandant Harald Graggaber am frühen Nachmittag zur APA. "Derzeit finden Kontrollarbeiten statt, außerdem sind Kranwägen unterwegs, um alles aus dem Bach zu heben, was zu Verklausungen führen könnte." Im unteren Marktbereich von Tamsweg gibt es viele Brücken, die diese Gefahr begünstigen würden.

Noch mehr Regen in Tamsweg erwartet

Für den späteren Mittwochnachmittag wurden erneut starke Regenfälle erwartet, teilte das Land Salzburg nach einer Lagebesprechung des Katastrophenschutzes der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg mit den Lungauer Einsatzkräften in einer Aussendung um kurz vor 15 Uhr mit.

Zivilschutzalarm aufgehoben

Um 17.30 Uhr wurde der Zivilschutzalarm dann allerdings wieder aufgehoben. Die Lage werde dennoch weiter genau beobachtet, teilt das Land mit.

Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren

„Die kurze Regenpause wird vor allem in Tamsweg im Bereich des Leißnitzbaches genutzt, um Verklausungen zu lösen und den Bach auszubaggern, Dämme mit Sandsäcken wurden errichtet. Wir wollen bestmöglich gerüstet sein für weitere Regenfälle“, so der stellvertretende Katastrophenschutzreferent der Bezirkshauptmannschaft Lungau, Daniel Mettnitzer. Vier Wohngebäude stehen teilweise noch unter Wasser, die Feuerwehr ist mit den Pumparbeiten beschäftigt. „Derzeit stehen in Tamsweg rund 80 Feuerwehrleute im Einsatz, im gesamten Lungau sind es rund 100. Uns wurden allein in Tamsweg 18 Schadensstellen gemeldet“, so Mettnitzer.

Drohne fliegt Schadensstellen ab

Im Recyclinghof sind Problemstoffe so umgelagert worden, dass sie bei einer Überflutung keine Gefahr darstellen. „Eine Drohne wird außerdem die Schadensstellen in Tamsweg, Göriach und Ramingstein abfliegen, um eventuell weitere lauernde Gefahren zu erkennen“, so der Katastrophenschutz.

16 Personen sitzen in Hüttendorf fest

In Göriach sind 16 Personen im so genannten Hüttendorf von der Außenwelt abgeschnitten. „Es besteht telefonischer Kontakt und alle sind wohlauf. Es besteht aus derzeitiger Sicht keine unmittelbare Gefahr. Mit schwerem Gerät wird hier versucht, die Zufahrt wieder frei zu bekommen“, so die Katastrophenschützer.

Gefahr an Leißnitzbach nicht gebannt

Die Gefahr für die angrenzenden Wohnhäuser oder auch Schaulustige sei noch nicht gebannt, betonte auch der Katastrophenschutzreferent der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg, Christoph Wiedl. Die Menschen sollten nicht an den Bach gehen und zuhause bleiben, am besten im ersten Stock. Den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräften vor Ort sei auf jeden Fall Folge zu leisten.

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Unwetter-Einsätze seit Dienstagabend

Schon seit Dienstagabend haben im Lungau Gewitter und starke Regenfälle für zahlreiche, zunächst kleinere Einsätze gesorgt. Bäche traten über die Ufer, es gingen mehrere Muren auf Straßen ab und es gab Verklausungen an Bächen. Vor allem die Freiwilligen Feuerwehren Ramingstein und Tamsweg waren mit Aufräum- und Pumparbeiten beschäftigt, auch in der Gemeinde Göriach wurde ein Murenabgang gemeldet. Erschwerend für die Einsatzkräfte im Bezirk kam noch hinzu, dass in St. Margarethen eine Almhütte nach einem Blitzschlag in Brand stand. Ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Stallgebäude konnten die Floriani allerdings verhindern. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Die Höhe des Sachschadens war am Mittwochabend noch unklar.

Sechs Verletzte bei Unfall mit Feuerwehrfahrzeug

Während der Fahrt zu einem Einsatz ist am Mittwoch ein Feuerwehrfahrzeug der Feuerwehr Ramingstein schwer verunglückt. Wie die Polizei am Nachmittag in einer Aussendung mitteilt, ist der 23-jährige Lenker aus bisher ungeklärter Ursache auf dem Murradweg rechts von der Fahrbahn abgekommen. Der Wagen ist eine rund 30 Meter hohe Böschung hinuntergestürzt und neben den dortigen Gleisen liegen geblieben. Alle sechs Verletzten sind ins Krankenhaus Tamsweg gebracht worden. "Aus dem Krankenhaus gibt es aber Entwarnung, es dürfte sich eher um leichte Verletzungen handeln", sagte Feuerwehrkommandant Graggaber. Lebensgefahr bestehe nicht, seine Kollegen hätten hauptsächlich Rissquetschwunden oder Rippenbrüche erlitten. Am Fahrzeug ist ein Totalschaden entstanden, so die Polizei. Die Bergungsarbeiten dauerten am Nachmittag noch an.

Straßen nach Murenabgängen wieder befahrbar

Für Behinderungen sorgten die Unwetter auch im Verkehr: Aufgrund der Murenabgänge wurden die B96 zwischen der Landesgrenze zur Steiermark und Tamsweg sowie die B95 im Bereich Einöd in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Eine Umfahrung war nur großräumig möglich. Mittlerweile sind beide Straßen wieder frei.

Auch die Murtalbahn stellte den Betrieb ein. "Es wurde nach den Unwettern der letzten Nacht eine Erkundungsfahrt durchgeführt, dabei wurde festgestellt, dass es mehrere Gleisblockaden durch leichte Vermurungen gab", sagte Markus Griesangerl vom Bahnbetreiber Steiermarkbahn. "Steine, Erde und kleinere Bäume sind auf die Schienen abgegangen, an einer Stelle wurde das Gleisbett leicht unterspült." Der Baudienst sei nun gemeinsam mit der Feuerwehr dabei, die Strecke wieder befahrbar zu machen. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, die Sperre gilt vorerst bis 18 Uhr.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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