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Mai: Der Rücktrittsmonat für Parteichefs

NEOS-Chef Matthias Strolz erklärte am Montag überraschend seinen Rückzug aus der Politik. APA/Georg Hochmuth
NEOS-Chef Matthias Strolz erklärte am Montag überraschend seinen Rückzug aus der Politik.

Als "Wonnemonat" (weil das Vieh wieder auf die "wunni"/althochdeutsch für Weide konnte) oder "Blütemonat" gilt der Mai. In Österreich ist er jedoch auch der Rücktrittsmonat für Parteichefs: Vor Matthias Strolz gaben schon Werner Faymann (SPÖ), Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Eva Glawischnig (Grüne) im Mai den Rückzug bekannt - und 2000 wurde Susanne Riess-Passer offiziell Jörg Haiders Nachfolgerin in der FPÖ.

So überraschend wie bei Strolz war die Rücktrittsverkündung nur bei Glawischnig: Erst in der Nacht zuvor hatte es erste Gerüchte gegeben, am 18. Mai 2017 gab sie den Rückzug bekannt. Als Grund nannte sie, dass man "den Job eines Parteichefs, einer Parteichefin nicht ewig machen" könne - und dass es "körperliche Warnsignale gegeben hat, die ich ernst nehmen muss". Die damals 48-jährige Grünen-Chefin war von interner Kritik und öffentlichen Anfeindungen angeschlagen - obwohl ihre achteinhalb Jahre an der Parteispitze die längste Zeit erfolgreich waren. Nach ihrem Abgang flogen die Grünen bei der Wahl im Oktober 2017, geführt vom provisorischen Spitzenduo Ulrike Lunacek und Ingrid Felipe, aus dem Parlament. Jetzt versucht Werner Kogler als Bundessprecher, die Partei wieder auf die Beine zu stellen.

Auch Mitterlehner ging im Mai

Dass vorgezogen gewählt wurde, lag daran, dass zuvor auch die ÖVP den Parteichef getauscht hatte - was nur vom Zeitpunkt, nicht aber von der Tatsache her überraschend war: Reinhold Mitterlehner gab am 10. Mai 2017 monatelangem Drängen nach und wich für Sebastian Kurz. Der 61-jährige Oberösterreicher - der erst seit August 2014 Parteichef war - sagte dies auch klar: Er sei "kein Platzhalter auf Abruf", zog er sich zum "Selbstschutz" und Schutz seiner Familie aus allen politischen Funktionen zurück. Am 1. Juli wurde der 30-jährige Kurz am Parteitag zum neuen ÖVP-Chef gewählt. Er kündigte die Koalition mit der SPÖ auf, löste die Neuwahl im Oktober 2017 aus - und gewann diese triumphal. Jetzt ist die ÖVP wieder in Koalition mit der FPÖ und Kanzlerpartei.

Faymann trat im Mai 2016 zurück

Die Hoffnung der SPÖ, mit dem Wechsel des Parteichefs Platz 1 und den Kanzler zu erhalten, ging nicht auf. Dabei hatte es anfangs gut ausgesehen, nach der Rücktrittserklärung Werner Faymanns am 9. Mai 2016 - kurz nach dem Pfeifkonzert beim Wiener Maiaufmarsch. "Ich ziehe aus diesem zu geringen Rückhalt die Konsequenzen", erklärte der 56-jährige Wiener, der seit August 2008 Parteichef war. Seine Nachfolge stand noch nicht fest: Auch Medienmanager Gerhard Zeiler stand zur Sprache, letztlich wurde aber ÖBB-Chef Christian Kern (damals 50) am 25. Juni zum neuen SPÖ-Parteichef gewählt. Trotz Umfragehoch ging Kern nicht in die Neuwahl - sondern versuchte mit einem "Plan A" die Große Koalition wieder flott zu machen. Er scheiterte am ein Jahr später gekürten neuen ÖVP-Chef, verlor die Nationalratswahl und den Kanzlerposten, jetzt ist er Oppositionsführer im Parlament.

Riess-Passer folgt auf Haider am 1. Mai 2000

Schon unter Schwarz-Blau I hatte die FPÖ ihren Parteichefwechsel im Mai: Am 1. Mai 2000 wurde Susanne Riess-Passer vom Parteitag zur Nachfolgerin Jörg Haiders gewählt. Um nach der Wahl 1999 die Koalition mit der ÖVP Wolfgang Schüssels zu ermöglichen, hatte Haider ihr - nach 14 Jahren an der Parteispitze - sowohl den Platz der Vizekanzlerin als auch der Parteichefin überlassen.

Burgstaller erklärte im Mai 2013 Rücktritt

Ein Machtwechsel war auch der Auslöser für einen weiteren prominenten Mai-Rücktritt: 2013 erklärte Salzburgs Landeshauptfrau und SPÖ-Chefin Gabi Burgstaller ihren Rückzug aus der Politik, nachdem ihre Partei bei der Landtagswahl für den Finanzskandal abgestraft worden und wieder hinter die ÖVP zurückgefallen war.

(APA)

(Quelle: S24)

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