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Autofahrer aufgepasst

Marder im Frühling wieder aktiv

Mottenkugeln und Klosteine im Motorraum, Säckchen mit Hundehaaren, Gläser mit Urin und Maschendraht-Matten unter dem Auto, Zaubersprays und tickende Wecker – wenn es um die gefürchteten Marderbisse geht, haben Autofahrer die kuriosesten Abwehrmittel gegen den Knabberer parat. Jetzt im Frühling sind Marder besonders aktiv.

Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Lust der Steinmarder auf Gummi und Kunststoffteile im Auto. Mit ihren 38 kleinen scharfen Zähnen bearbeiten sie besonders gerne Dämmstoffe, Zündkabel, Kühlwasserschläuche, Bremsschläuche, Scheibenwaschanlage oder die Kabel der Lambdasonde.

 

Die Folgen einer Marderattacke können im schlimmsten Fall Kurzschlüsse, ein zerstörter Katalysator oder sogar ein Motorschaden sein. Den angerichteten Schaden deckt nicht jede Kasko-Versicherung. Hier heißt es bei der Versicherung nachfragen, ob die pelzige Attacke Vertragsinhalt ist.

Der ÖAMTC rät, das Auto gerade jetzt im Frühjahr regelmäßig auf verräterische Spuren zu kontrollieren. Oft wird ein Marderbiss nicht gleich bemerkt, weil die Zähne der Tiere nur sehr kleine Einstiche hinterlassen. Besonders wachsam sollten Personen sein, die zwischen zwei Orten pendeln und über Nacht ihr Fahrzeug abstellen.

Was sucht der Marder unter der Motorhaube?

Sein Revier grenzt der Marder mit Duftmarken ab. Auf seinen Streifzügen dreht er auch regelmäßig Runden durch Pkw-Motorräume. Normalerweise interessieren ihn dabei Schläuche und Kabel nicht besonders. Er bevorzugt statt Gummi oder Plastik lieber Kleinsäuger wie Mäuse, aber auch Regenwürmer, Vögel, Eier oder Früchte.
Riecht der Motorraum jedoch bereits nach einem anderen Marder, dann wird der Nager aggressiv. Konkurrenten kann er in seinem Revier nicht brauchen. Dann zerkratzt und zerbeißt er alles, was ihm zwischen die scharfen Reißzähne kommt.

Hausmittel meist wirkungslos

Viele Autobesitzer schwören auf Hunde- oder Katzenhaare, Mottenkugeln oder Zaubersprays. Mit mäßigem Erfolg. Abhilfe für leidgeplagte Autobesitzer schaffen Ultraschall- und Elektroschockgeräte. Schallwellen im Ultraschallbereich sind für den Marder unangenehm und halten ihn vom Fahrzeug fern. Da sich manche Tiere aber schnell an die Frequenztöne gewöhnen, helfen dann nur noch Elektroschockanlagen. Dabei werden Kontaktplättchen aus Metall auf der Unterseite des Motorraums befestigt. Berührt ein Marder eine dieser Platten, bekommt er einen elektrischen Schlag, vergleichbar mit einem Weidezaun. Für Menschen sind diese Anlagen ungefährlich, weil sie beim Öffnen der Motorhaube abgeschaltet werden. Zur Beseitigung der Duftspuren empfiehlt der ÖAMTC eine regelmäßige Motorwäsche.

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