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Marlies Schild als Patin für Schul-Sport-Modell

Nachwuchs-Leistungssportler sind oft mit der Doppelbelastung von Schule und Sport überfordert. Slalom-Queen Marlies Schild und das SSM geben den Stars von morgen Perspektiven.

Um junge Sportler künftig noch besser unterstützen zu können, erarbeitete das Schul-Sport-Modell (SSM) gemeinsam mit Partner Uniqa ein Programm für nachhaltige Talentförderung. Als Patin konnte keine geringere als Salzburgs Skistar Marlies Schild gewonnen werden. Sie soll Salzburgs jungen Talenten mit ihrer Erfahrung unter die Arme greifen.

Doppelbelastung durch Schule und Sport

„Unsere Nachwuchshoffnungen brauchen jemanden der ihr gesamtes Umfeld koordiniert und Defizite ausgleicht. Sich nur auf den Sport zu konzentrieren ist zu wenig“, sagte SSM-Geschäftsführer Thomas Wörz beim Pressegespräch in Rif. Durch die immense Doppelbelastung von Sport und Schule bleibt den Jugendlichen oft zu wenig Zeit für sich selbst und damit keine Chance sich zu verwirklichen. Durch das immense Trainingsprogramm, das sehr viele Talente absolvieren, kommt es auch immer öfter zu Verletzungen, die sich negativ auf die spätere Karriere auswirken können. „Mir ist wichtig dass der Spaß am Sport nicht verloren geht. Darum gehe ich klettern, mache Leichtathletik und beschäftige mich mit der Laufschule. Dann bin ich wieder richtig hungrig auf’s Skifahren“, sagte ÖSV-Skistar Marlies Schild. Sie profitierte selbst enorm von den SSM-Camps und könnte sich sogar vorstellen, nach ihrer aktiven Karriere in einer Funktion für das Modell tätig zu sein.

Nachwuchstalente mit Biss

Als positives Beispiel der SSM-Arbeit präsentierte Wörz stolz zwei seiner besten Nachwuchstalente. Die österreichische Fußball-Nationalspielerin und Star vom FC Bayern München Laura Feiersinger und Junioren Weltcup-Fünfter im Ringen Anton Marchl. Laura hatte erst kürzlich erlebt wie stressig die Doppelbelastung sein kann. Sie entschied sich dafür, ihre Matura in Salzburg zu machen und täglich nach München zum Bayern-Training zu pendeln. „Im Nachhinein hätte ich mich wahrscheinlich anders entschieden, aber es war nunmal so und ich hab mich ordentlich reingekniet“, so die talentierte Fußballerin. Anton Marchl kam erst kürzlich von einer schweren Verletzung zurück und kämpft in den kommenden Wochen bei der Junioren WM um einen Platz bei der WM der „Großen“. Durch die gute SSM-Betreuung schaffte er es zurück an die Spitze.

Hohe Drop-Out-Quote

Die Drop-Out-Quote, also die Zahl der Sportler, die sich aufgrund der enormen Belastung gegen den Leistungssport entscheiden, ist sehr hoch. Gerade Burschen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren sind besonders gefährdet alles hinzuschmeißen. Das SSM Salzburg versucht seit Jahren mit gezielter Defizitbehebung und vielseitigem Trainingsangebot gegenzusteuern. „Einseitige Trainingsreize, Motivationsverlust und ein erhöhtes Verletzungsrisiko durch muskuläre oder orthopädische Defizite sind die Hauptgründe für die hohe Drop-Out-Rate. Wir möchten unsere Sportler optimal und vor allem individuell betreuen und ohne die Partnerschaft mit der Uniqua wäre dies nicht möglich“, betont Wörz.

Marlies Schild hatte nie Zweifel

Dazu zählt ein Belastungs- und Zeitmanagement, Planung der Regeneration und biologisch abgestimmte Trainings- und Wettkampfbedingungen. „Ich habe damals eigentlich nie daran gedacht aufzuhören. Aber wie schwer es ist zeigt unsere damalige Klasse im Skigymnasium Stams. Von sieben Athletinnen haben es nur Liz (Görgl) und ich geschafft.“ so Schild im Gespräch mit SALZBURG24. Ganz Österreich und vor allem Salzburg dankt unserer Slalom-Queen Marlies Schild für diese Entscheidung und ihr Durchhaltevermögen. Künftig wird sie aber vermutlich noch größere Konkurrenz aus dem eigenen Lager bekommen, wir würden es uns zumindest wünschen.
(Quelle: S24)

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