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Mars-Mission

"Leben zu finden wäre epochales Ereignis"

Rover "Perseverance" mit bedeutendem Auftrag

Nachdem auf dem Mars Hinweise auf Wasser entdeckt wurden, sucht man auf dem roten Planeten nun nach Leben: Das ist die Mission des Rovers "Perserverance", der am Donnerstag erfolgreich am Erd-Nachbarn landete. Was es bedeuten würde, tatsächlich Leben zu entdecken und wie es um künftige bemannte Mars-Missionen steht, das hat uns der Salzburger Astronom Helmut Windhager erklärt.

Der Mars hat die Menschen immer schon fasziniert. Über Leben am roten Planeten wird seit langer Zeit gerätselt. "Das kommt daher, dass der Mars der von der Erde aus am ehesten erreichbare Himmelskörper ist. Er hat eine feste Oberfläche und die Bedingungen sind nicht so extrem wie auf anderen", teilt Astronom Helmut Windhager im Gespräch mit SALZBURG24 mit. Nahegelegen wäre auch die Venus, allerdings seien hier die Druckverhältnisse so extrem, dass ein Raumfahrzeug nur sehr kurz überleben würde.

 

"Perserverance" sucht nach Leben

Nun erfolgte die Landung von "Perserverance" in einem ausgetrockneten See, der "Jezero Crater" genannt wird. Hier soll der Rover nach Spuren von Leben suchen. Ausgerüstet ist das Fahrzeug dabei erstmals auch mit einem Mini-Hubschrauber und Mikrofonen. "Dieses Gebiet wurde ausgesucht, weil man hier sehr abwechslungsreiches Gelände hat. Zudem gibt es hier die Chance, Spuren von früher vorhandenem Wasser und somit auch Spuren von Leben zu finden", führt Windhager weiter aus.

20210216_PD9801.HR.jpg AFP/PATRICK T. FALLON
"Perseverance" wird den Mars auch mit einer Drone erkunden.

Welche Art von Leben ist wahrscheinlich?

"Die Wahrscheinlichkeit, noch lebendes Leben zu finden, ist meiner Meinung nach eher gering. Die Chance ist aber hoch, dass man Spuren von vergangenem Leben findet." Wahrscheinlich wäre dieses in Form von Mikroben oder Viren, wie das auf der Erde heimische Bärtierchen. "Also ganz kleine Lebewesen, die sehr robust sind und welche die negativen klimatischen Veränderungen des Mars überlebt haben", so der Salzburger Astronom.

"Es wäre ein epochales Ereignis"

Doch was würde es für die Weltraumforschung und die Menschheit bedeuten, würde man Leben auf dem Mars finden? Windhager: "Es wäre ein epochales Ereignis. Immerhin ist Leben bislang nur auf der Erde bestätigt." Der Astronom hält es dabei für naheliegend, dass Leben auf dem Mars denselben Ursprung hat wie jenes auf der Erde, also möglicherweise über einen Kometeneinschlag dorthin gekommen wäre. "Ein Paukenschlag wäre es aber allemal."

 

Langer Weg, bevor Menschen den Mars betreten

Bevor Menschen zum Roten Planeten geschickt werden können, müssen noch einige Hürden genommen werden. Der menschliche Körper ist hier ein stark begrenzender Faktor, immerhin werden während der etwa sechsmonatigen Reise in der Schwerelosigkeit Muskeln und Knochen abgebaut, da sie nicht so beansprucht werden wie auf der Erde. Eine weitere Herausforderung stellt die Ernährung der Astronauten über längere Zeit dar. Sollten diese Probleme gelöst sein, so muss man immer noch den Rückweg der Crew sicherstellen. Immerhin muss man bei einem Raketenstart am Mars eine stärkere Anziehungskraft überwinden, als jene am Mond.

Private Firmen wollen bemannte Mars-Missionen

Nichtsdestotrotz arbeiten vor allem privaten Weltraumunternehmen wie SpaceX an dem erklärten Ziel, Menschen zum Mars zu bringen. Ob wir nach dem Mond also auch auf dem Mars unsere Fußabdrücke hinterlassen werden, wird die Zukunft zeigen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 09:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/mars-salzburger-astronom-ueber-perseverance-mission-100012546

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