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Virusausbruch

Auch Masernfälle in Salzburg bekannt

So gefährlich ist die Virusinfektion

Impfen APA/DPA/BERND VON JUTRCZENKA
Man kann Masern nur einmal bekommen.

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine schwere, hoch ansteckende Virusinfektion. Nach akuten Erkrankungen im Raum Graz und in Kufstein haben wir uns umgehört, wie die Lage in Salzburg ausschaut. Im Pinzgau gibt es momentan fünf Masernfälle.

"Derzeit haben wir fünf Masernfälle im Bezirk Zell am See (Pinzgau)", gab Salzburgs Landessanitätsdirektorin, Petra Juhasz, auf S24-Anfrage am Mittwoch bekannt. "Zusätzlich gab es im heurigen Jahr noch einen weiteren Masernfall im Bundesland Salzburg." Es handelt sich hierbei um eine der ansteckendsten Erkrankungen überhaupt. "Besonders bei noch nicht geimpften Säuglingen ist die Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen sehr hoch", warnt Juhasz.

Tödlicher Ausgang möglich

Die Masern können auch bleibende Schäden oder den Tod zur Folge haben. Nach der Krankheit kommt eszu einer über mehrere Jahre andauernden Schwächung des Immunsystems, die das Risiko erhöht, an anderen Infektionskrankheiten zu sterben. Einer von vier Erkrankten wird ins Krankenhaus eingeliefert, einer von fünf Infizierten erleidet Komplikationen wie Lungenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Gehirnentzündung. Erkranken Kinder unter einem Jahr an Masern, so haben sie das hohe Risiko von eins zu 600, einige Jahre später an einer speziellen Gehirnentzündung zu erkranken, die tödlich endet.

Zu wenig Impfungen

Eine Analyse der Durchimpfungsraten hinsichtlich Masern für das Jahr 2017 in Österreich ergab, dass es immer noch rund 48.000 zwei- bis fünfjährige Kinder gibt, denen die zweite Masernimpfung fehlt, 27.000 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren, weiters eine halbe Million 15- bis 30-Jährige, die nicht ausreichend gegen Masern geschützt sind. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen komme. "Die Durchimpfungsrate ist nicht in ausreichender Höhe", meint Landessanitätsdirektorin Juhasz. "95 Prozent wären notwendig für einen Schutz der Gesamtbevölkerung."

 

Risiken für Gesundheit der Kinder

Eltern, die ihre Kinder nicht gegen die Masern impfen, setzen sie laut Juhasz allenfalls schwerwiegenden Komplikationen der Erkrankung aus: "Im Falle eines Ausbruchs müssen nicht geimpfte Kinder von Kindergarten und Schule drei Wochen ausgeschlossen werden."

So gefährlich ist Masern-Erkrankung

Praktisch jeder nicht-immune Mensch, der Kontakt mit einem Masern-Kranken hat, steckt sich mit dem Erreger an. Das Virus wird meist durch Tröpfcheninfektion - also Sprechen, Niesen, Husten - übertragen, wobei die Ansteckung auch über größere Distanzen möglich ist. Bei typischem Verlauf der Erkrankung kommt es etwa acht bis 14 Tage nach der Ansteckung zu Fieber, Kopfschmerzen, Schnupfen, Husten und einer Bindehautentzündung des Auges. Am zweiten bis dritten Krankheitstag kommt es zu einer Rötung des Gaumens und typischen weißen Flecken an der Wangenschleimhaut, danach zu einem Abfall des Fiebers und ab etwa dem vierten Krankheitstag zum Auftreten des charakteristischen roten, fleckigen Hautausschlags. Dieser breitet sich vom Gesicht über den ganzen Körper aus und geht nach etwa einer Woche unter Bildung von Schuppen wieder zurück. Die Inkubationszeit beträgt 21 Tage.

Folgen nach Virusinfektion

Abgesehen vom Leid der Erkrankten und Angehörigen müsse im Zusammenhang mit der Virusinfektion auch bedacht werden, dass ein Masernausbruch weitere Konsequenzen hätte: Im Ausbruchsfall sind die zuständigen Behörden dazu verpflichtet, jede einzelne Kontaktperson zu identifizieren, zu kontaktieren, aufzuklären, den Impfstatus zu erheben, gegebenenfalls zu impfen oder entsprechenden Einschränkungen zu unterziehen.

Zahl der Infektion schnellt in Höhe

Wer einmal an Masern erkrankt ist, hat in der Regel einen lebenslangen Schutz. Man kann Masern also nur einmal bekommen. Masern sind jedoch alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erst Ende 2018 vor der rasant steigenden Zahl der Infektionen gewarnt. 2017 sind weltweit um 30 Prozent mehr Fälle gemeldet worden als im Jahr davor, berichtete die UNO-Organisation. Demnach sind 2017 weltweit 110.000 Menschen daran gestorben, die meisten davon Kinder.

Impfungen in Österreich kostenlos

Bei den Impfstellen der Bundesländer kann man sich impfen lassen, die Impfung ist für alle in Österreich lebenden Menschen kostenfrei. "Die Impfung gegen Masern ist freiwillig, aber ich hoffe, dass sich viele Menschen impfen lassen", sagte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ).Man setze auf "Selbstbestimmung" und Aufklärung durch das Gesundheitspersonal, dass Impfungen sinnvoll seien, sagte sie am Rande des Ministerrats.

Der in Österreich vorhandene Impfstoff gegen Masern ist ein Kombinationsimpfstoff mit Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Entsprechend dem Impfplan Österreich 2019 werden zwei MMR-Impfungen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat empfohlen. Fehlende MMR-Impfungen können und sollen in jedem Alter nachgeholt werden. Weil es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist ein "Überimpfen" nicht möglich.

(APA/S24)

(Quelle: SALZBURG24)

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