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Mehr als 700 Hasen kommen in Salzburg jährlich unter die Räder

Der Straßenverkehr ist für Salzburgs Wildtiere eine große Gefahr, machen der VCÖ und der WWF aufmerksam. Allein im Vorjahr kamen in Salzburg mehr als 2.500 Wildtiere unter die Räder, davon 737 Hasen.

Das gefährlichste Pflaster für Hasen sind allerdings Niederösterreichs Straßen, wo im Vorjahr mehr als 11.000 hoppelnde Vierbeiner ihr Leben verloren. WWF und VCÖ weisen darauf hin, dass der Lebensraum eines Feldhasen im Schnitt von 60 Kilometer Straßen durchschnitten wird.

737 Hasen in Salzburg überfahren

Hasen sind derzeit besonders umtriebig. Es ist Paarungszeit und entsprechend mobil sind die bei Kindern besonders beliebten Vierbeiner. "Der Lebensraum der Hasen wird von vielen Straßen durchschnitten. Viele Hasen fallen daher dem Straßenverkehr zum Opfer", verweist VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auf die Daten der Jagdstatistik. Im Vorjahr kamen in Salzburg 737 Hasen unter die Räder. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist weit höher.

Zu wenig Lebensraum für Hasen

Im Bundesländer-Vergleich weist Niederösterreich die höchste Anzahl von Hasen auf, die dem Straßenverkehr zum Opfer fielen (11.311), informieren VCÖ und WWF. Hoch ist die Zahl der zu Tode gefahrenen Hasen auch in Oberösterreich (5.565), im Burgenland (3.527) und in der Steiermark (2.848). "Feldhasen schätzen Landschaften, die aus einem bunten Mosaik von Wiesen, Weideflächen, Gebüschen, und lockeren Baumgruppen bestehen. Heutzutage müssen Feldhasen oft auf Straßenböschungen und Siedlungsränder ausweichen, wo sich letzte Reste des einstigen Landschaftsmosaiks befinden. Dort werden sie aber leicht zu Verkehrsopfern", erklärt Bernhard Kohler, Leiter des Österreichprogramms Biodiversität im WWF.

Straßen stehen Hasen im Weg

Das Straßennetz engt den Lebensraum der Tiere stark ein. Österreich wird von rund 110.000 Kilometer Straßen durchzogen. Im 20 Quadratkilometer großen Aktionsraum eines Feldhasen befinden sich im Durchschnitt 60 Kilometer Straßen, machen VCÖ und WWF aufmerksam. Deshalb sollen in schützenswerten Naturgebieten keine neuen Straßen mehr gebaut werden. "Zum Schutz des Feldhasen ist es auch notwendig, die Intensität der Landbewirtschaftung zurückzunehmen", so WWF-Experte Kohler. "Mit Hilfe von Agrar-Umweltprogrammen müssen ausreichend Landschaftselemente wie Hecken, Feldraine, Böschungen erhalten und gefördert werden. Es braucht Blühstreifen an den Ackerrändern, aber auch großflächige Brachen, Wiesen und wo möglich sogar extensive Weideflächen. Nicht zuletzt muss auch der Pestizid-Einsatz deutlich reduziert werden. Feldhasen sind ein empfindlicher Gradmesser dafür, ob wir tatsächlich eine Kulturlandschaft, oder eine beinharte Nutzlandschaft haben."

Rehe und Hasen sind besonders gefährdet

VCÖ und WWF weisen darauf hin, dass im Vorjahr in Salzburg insgesamt mehr als 2.500 Wildtiere dem Straßenverkehr zum Opfer fielen. Am häufigsten erwischte es Rehe: 1.259 Rehe wurden von Autos oder Lastwagen angefahren und kamen dabei zu Tode. Nach Rehe und Hasen waren Füchse (183) und Dachse (109) die häufigsten Opfer.

(Quelle: S24)

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