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Mehr Lehrlinge sollen Fachkräftemangel abwenden

Initiative: 50 Prozent der 15-Jährigen sollen eine Lehre beginnen APA (dpa/Symbolbild)
Initiative: 50 Prozent der 15-Jährigen sollen eine Lehre beginnen

Jeder zweite 15-Jährige in Österreich soll eine Lehre beginnen, das ist das erklärte Ziel einer neuen Initiative mehrerer Unternehmen. Die Wirtschaft kämpft seit Jahren mit sinkenden Lehrlingszahlen, weil sich immer mehr Jugendliche nach der Schulpflicht für eine weiterbildende Schule entscheiden.

In den 1980er-Jahren lag der Anteil der 15-Jährigen, die eine Lehre begannen, noch bei über 45 Prozent. Derzeit hadere man mit 40 Prozent, sagte der Generaldirektor der oberösterreichischen Energie AG, Werner Steinecker, am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Wien. Steinecker ist Präsident des heuer gegründeten Vereins "z.l.ö. - zukunft.lehre.österreich". Laut Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer entschieden sich 2017 österreichweit 39,3 Prozent für eine Lehre, 2016 waren es 38,2 und 2015 37,8 Prozent.

Zahl der Lehrlinge angestiegen

Heuer ist der Abwärtstrend Steinecker zufolge auch in absoluten Zahlen gestoppt worden. Die Zahl der Lehrlinge stieg von 106.000 auf 108.000. Aus Sicht der Wirtschaft sind die Lehrlinge von heute die Fachkräfte von morgen. Laut Steinecker drohen 2030 bis zu 500.000 Fachkräfte zu fehlen, für die Wirtschaft Österreichs wäre das ein Schaden in Milliardenhöhe. Nach Bundesländern zeigt sich, dass die Lehre in Vorarlberg und Tirol deutlich beliebter ist als im Osten Österreichs.

"Österreich braucht Handwerker"

z.l.ö.-Vizepräsidentin Renate Scheichelbauer-Schuster, in der Wirtschaftskammer Bundesobfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk, kritisierte, dass Eltern Druck auf ihre Kinder ausüben, um eine höherbildende Schule zu absolvieren. "Österreich braucht nicht nur Akademiker, sondern mindestens so viele Handwerker."

Die Initiative, der Firmen wie KTM, Kapsch, Hofer, UNIQA, SBO, Salzburg AG oder die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich angehören, will Mitte 2019 einen Lehrabsolventenverband sowie eine Lehrlingsplattform mit Events, einem Bonusprogramm, Weiterbildungsangeboten und zur Vernetzung starten. Daneben soll in Schulen, bei Eltern und Lehrern, für die Lehre geworben werden. Auf politischer Ebene will man sich für eine flexiblere Gesetzgebung zur dualen Ausbildung einsetzen.

(APA)

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