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#MeinSonntag-Kampagne

"Der arbeitsfreie Sonntag ist Kulturgut"

Initiative wehrt sich gegen Öffnung

Tag des Ehrenamts, Verkaufsoffener Sonntag SALZBURg24/WURZER
Zur 2001 gegründeten Allianz für den freien Sonntag gehören mehr als 50 Organisationen aus den Bereichen Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Ausgerechnet am heutigen internationalen Tag des Ehrenamts ist die Debatte um die Sonntags-Öffnung für Elisabeth Mayer, Salzburger Sprecherin der Allianz für den freien Sonntag, mehr als unangebracht, wie sie im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt.

Es sei natürlich klar, dass der Sonntag nicht in jeder Branche arbeitsfrei sein könne, erklärt Mayer. Allerdings gebe es einen Unterschied zwischen gesellschaftlich notwendiger Arbeit, wie etwa Pflege, Polizeidienst und ähnliches, oder eben dem Handel. "Einkaufen ist nicht gesellschaftlich notwendig. Es muss deswegen niemand verhungern." Mit einer Kampagne unter dem Hashtag #MeinSonntag soll gegen die Öffnung mobilisiert werden.

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Gepostet von Arbeitsfreier Sonntag am Donnerstag, 5. Dezember 2019

Mayer: "Tag des Ehrenamts dafür wirklich unpassend"

Gerade der Zeitpunkt des neuerlichen Vorstoßes rund um die Sonntags-Öffnung durch den Salzburger Shoppingcenter-Betreiber SES, zu dem auch der Europark gehört, stößt der Allianz-Sprecherin besonders bitter auf. "Der internationale Tag des Ehrenamts ist dafür wirklich besonders unpassend", echauffiert sie sich.

"Die österreichische Gesellschaft lebt sehr wesentlich vom Ehrenamt. Dieses ist immer dann gefährdet, wenn am Sonntag gearbeitet wird. Es funktioniert nur, wenn viele Menschen am gleichen Tag frei haben", sagt sie. In Salzburg leistet im Schnitt jeder Zweite Freiwilligenarbeit – sei es bei Einsatzorganisationen, der Musikkappelle oder andere Vereinen.

Für Mayer, die auch Präsidentin der Katholischen Aktion in Salzburg ist, geht es um gesellschaftliche Werte. "Der arbeitsfreie Sonntag ist Kulturgut, ich wage sogar zu behaupten ein Weltkulturerbe. Er ist Ausdruck eines seit Jahrtausenden eingespeicherten Sieben-Tage-Rhythmus", so Mayer weiter. Dieser habe auch gesundheitliche Auswirkungen. "Es ist wichtig, dass das Leben getaktet ist, sonst wird es taktlos", sagt sie.

Verkaufsoffener Sonntag löst Kettenreaktion aus

Machen sechs verkaufsoffene Sonntage bei weiteren 48 geschlossenen Sonntagen wirklich einen Unterschied? "Es betrifft ja nicht nur den Handel. Durch eine Kettenreaktion werden Berufsgruppen erfasst, die auf den ersten Blick gar nicht betroffen sind", warnt Mayer. "Wenn am Sonntag die Geschäfte offen haben, müssen diese auch beliefert werden. Das wäre defacto das Ende des Lkw-Fahrverbots. Die Handelsangestellten brauchen zudem eine Kinderbetreuung und so weiter. Wer Sonntags-Arbeit sät, wird Sonntags-Arbeit ernten", ist sie überzeugt. Und seien die sechs Shopping-Sonntage einmal durch, werde der ursprüngliche Ruhetag ganz rasch zum gewöhnlichen Werktag.

(Quelle: SALZBURG24)

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