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Meinungscheck

Sollten Gastgärten früher öffnen dürfen?

Schanigarten-Saison startet in Salzburg am 1. März

Im Zuge der Lockdown-Lockerungen in Österreich bleibt die Gastronomie bekanntlich weiter auf der Strecke. Die Salzburger SPÖ prescht nun mit dem Vorschlag vor, Gastgärten schon früher zu öffnen. Was haltet ihr davon? Stimmt ab im Meinungscheck!

Heute, am 9. Februar, hat die Gastronomie seit genau 100 Tagen durchgehend geschlossen. Wenn die Kontrolle über das Infektionsgeschehen gehalten werden kann, schlägt SPÖ-Chef David Egger am Dienstag vor, als ersten Öffnungsschritt die Gastronomie in Gastgärten und Schanigärten wieder zuzulassen: "Besser, die Menschen treffen sich bei schönem Wetter ab März oder April im Gastgarten, als bei einer unkontrollierbaren Privatparty", meint Egger. Falls das System mit dem Reintesten bei den körpernahen Dienstleistungen funktioniere, spreche nichts dagegen, dieses auch auf die Gastronomie auszudehnen.

 

In der Stadt Salzburg dauert die Gastgarten-Saison für gewöhnlich vom 1. März bis 31. Oktober. Bereits im letzten Herbst gab es die Diskussion, ob die Schanigarten-Saison verlängert werden sollte (wir haben berichtet) – jedoch ohne Erfolg.

Immer weniger Umsatzersatz

Finanziell ist die Situation für die Gastronomie jedenfalls mehr als angespannt. "Die Wirtschaftshilfen sind seit November ständig gekürzt worden. Im November waren es noch 80 Prozent, im Dezember 50 Prozent, und jetzt sind wir gerade einmal 15 Prozent Umsatzersatz im Jänner", beklagt Alexandra Priewasser, Gastronomiesprecherin beim Salzburger Wirtschaftsverband.

(Quelle: SALZBURG24)

Salzburger Gastro rüstet sich für Öffnung

Geisterstadt Salzburg FMT-Pictures/KJ
Leere Stühle am Alten Markt.

Ab Montag wird der Lockdown in Österreich gelockert. Davon ausgenommen ist weiterhin die Gastro. Im Hintergrund bereiten sich kreative Salzburger Gastronomen aber schon auf die Öffnung vor.

Der dritte harte Lockdown steht kurz vor einer Lockerung. Handel und körpernahe Dienstleister öffnen ab Montag wieder. Nur für die Gastronomie und Hotellerie gibt es noch keine Pläne. Eine Öffnung ist noch nicht in Sicht. Ein klein wenig Hoffnung brachte die heute angekündigte Ausweitung der Corona-Tests. Darüber hinaus arbeiten einige Salzburger Gastronomen zusätzlich an kreativen Lösungen.

symb_Anschober, symb_schramböck APA/HELMUT FOHRINGER
Gesundheitsminister Anschober und Wirtschaftsministerin Schramböck anlässlich einer Pressekonferenz zum Thema "Erste Zugangstests in Österreich".

Österreich baut Corona-Testangebot aus

Neben einem Kostenersatz für innerbetriebliche Corona-Tests soll es ab kommendem Montag auch in ersten österreichischen Apotheken Gratis-Schnelltests geben. Das kündigte Ulrike Mursch-Edlmayr, …

Virenfreie Luft

„Wir haben die Lüftungen in allen Lokalen optimiert. Dadurch wird die Luft alle sieben bis acht Minuten komplett ausgetauscht“, erzählt Soulkitchen-Geschäftsführer Heiner Raschhofer im SALZBURG24-Gespräch. Zusätzlich ließ der Gastronom in allen 21 Lokalen spezielle Luftreiniger eines Salzburg Unternehmens einbauen. „Dadurch werden Viren und Bakterien zu 99 Prozent abgetötet“, erklärt Raschhofer. Dafür investierte seine Soulkitchen-Gruppe 80.000 Euro.

 

Bewährtes Konzept: Testen und Abstand

Darüber hinaus setzt Raschhofer auf Altbewährtes. „Unsere Mitarbeiter werden wöchentlich getestet. Natürlich sorgen wir auch dafür, dass die Abstände der Tische groß genug sind“. Das funktioniere im Gastgarten natürlich deutlich einfacher. Weshalb sich die Salzburger wohl auf eine verfrühte Gastgartensaison freuen dürfen. Notfalls mit Wärmelampen. „An einem Tag wie heute hätten wir sicher schon einige Tische in die Sonne gestellt“, sagt der 53-Jährige.

Gäste sollen entspannt genießen können

Die gratis Corona-Tests in Apotheken und in Betrieben könnten sich auch auf die Gastronomie positiv auswirken. Selbst Gäste testen würden die befragten Wirte jedoch nicht. „Wir wollen den Gästen einen sicheren Platz bieten, wo sie entspannt genießen können“, meint Raschhofer. Dafür brauche es seitens der Politik allerdings auch „Bedingungen, die wirtschaftlich Sinn machen und ein vernünftiges Maß, dass die Hürden für die Gäste nicht zu groß werden“.

 

Mehr Hoffnung für Hotel-Betrieb

Für viel frische Luft will man auch bei Gmachl in Bergheim (Flachgau) sorgen. „Wir sind im Restaurant gut aufgestellt, weil wir alle Türen im Wintergarten öffnen können und draußen überall Wärmelampen montiert haben“, erzählt Junior-Chef Franz Gmachl. Dennoch glaubt er, dass es einfacher sein wird, die Gäste für einen Hotel-Aufenthalt zu motivieren. „Die Wertigkeit eines Urlaubes ist deutlich höher, als die eines Gasthausbesuches. Ich denke, dafür nehmen die Leute eher einen Test in Kauf.“ Bei Stammkunden, die beinahe täglich zu Gast sind, könne er sich nicht vorstellen, dass sich diese alle zwei Tage testen lassen.

Friseure als Vorlage für Gastronomie

„Ich bin eher skeptisch, ob die Leute dann noch auf ein schnelles Mittagsmenü gehen werden“, so der 29-Jährige. Das wird wohl erst der Fall sein, wenn die Tests flächendeckend salonfähig sind. „Die Gastronomie braucht die Erfahrungswerte der Friseure“, spielt Gmachl auf die Testpflicht für körpernahe Dienstleister an. „Wir wollen auch unbedingt aufsperren, weil ich überzeugt bin, dass die Leute auch kommen werden. Aber ich muss mir immer überlegen, was ich dem Gast antue.“

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