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Brauchen Orte unterschiedliche Sperrstunden?

"Monsteraufgabe" für Salzburger Bürgermeister

SB, Almhütte, Alm, Apres Ski, Skifahren, Ski SALZBURG24/Wurzer
In diesem Winter könnten in jedem Ski-Gebiet unterschiedliche Öffnungszeiten beim Après Ski gelten. (SYMBOLBILD)

Eine geplante Verordnung vom Gesundheitsausschuss sieht unter anderem vor, dass Bürgermeister individuell über die Sperrstunden in ihren Gemeinden entscheiden dürfen. Das könnte für einen „Fleckerlteppich“ in den Après-Ski-Regionen führen. Wir haben mit den Ortschefs gesprochen und wollen eure Meinung dazu wissen.

Untertauern, Kaprun

Vor der anstehenden Wintersaison plant der Gesundheitsausschuss eine neue Verordnung, mit der die Corona-Welle eingedämmt werden soll. Bürgermeister sollen die Öffnungszeiten der Gastbetriebe in ihren Gemeinden eigenständig festlegen. Die Koalitionsparteien begründen diese Maßnahme mit dem verstärkten Aufenthalt, etwa in Apres-Ski-Lokalen. Örtliche Gegebenheiten und lokale Besonderheiten könnten zudem besser auf Gemeindeebene überblickt werden. Der Antrag müsste allerdings erst im Ministerrat beschlossen werden.

 

Bürgermeister wissen (noch) nichts von Verordnung

Ein Rundruf von SALZBURG24 am Mittwochvormittag durch große Salzburger Wintersport-Gemeinden zeigte, dass die Bürgermeister von der geplanten Verordnung noch nicht in Kenntnis gesetzt wurden. „Das kommt jetzt überraschend für mich“, sagte etwa Kapruns Ortschef Manfred Gaßner (SPÖ). „Damit will sich der Bund von der Verantwortung abputzen“, murrte etwa Untertauerns Bürgermeister Johann Habersatter (Liste Habersatter).

 
 

„Sperrstunde ist heißes Thema“

Wie heikel die Thematik ist, weiß Gaßner: „Die Sperrstunde ist ein heißes Thema, weil es da um die Umsätze der Gastronomen geht.“ Die Verantwortung, die den Bürgermeistern mit der Verordnungen obliege, könne somit für viel Zündstoff sorgen. „Ich sehe meine Gastronomen schon wieder bei mir anstehen“, befürchtet der Kapruner Bürgermeister.

Gemeinden müssen Après Ski koordinieren

Als problematisch sieht Gaßner nicht nur die Verordnung an sich, sondern auch die Koordination mit den angrenzenden Gemeinden. „Das müssten wir unter den Bürgermeistern koordinieren. Es wird eine Monsteraufgabe“. Sein Amtskollege Thomas Oberreiter (ÖVP) aus Flachau bläst ins selbe Horn: „Da gibt es sicherlich ein Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Gesundheit. Ich möchte das nicht entscheiden“.

 

„Fleckerlteppich“ in Skigebieten

Dabei soll durch die Maßnahme auf jeden Ort individuell eingegangen werden können. Das könnte allerdings einen „Fleckerlteppich“ in den teilweise gut vernetzten Skigebieten ergeben, den weder Touristen noch Einheimische durchblicken. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder (Ort, Anm.) eine andere Sperrstunde hat. Das ist Blödsinn. Es müssten alle die gleichen haben, sonst macht das keinen Sinn“, so Oberreiter.

 

In Untertauern will man auf jeden Fall mal abwarten, was die Verordnung dann tatsächlich bringt und ab wann sie umgesetzt werden soll. „Ich will mich daher gar nicht festlegen, bis zum Saisonstart ist es noch lange hin“, meint Habersatter. „Zum Schluss gibt es gar kein Après Ski oder es läuft ganz normal ab“.

(Quelle: SALZBURG24)

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