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Metaller - Schon etliche Streikbeschlüsse in Salzburg

Auch in Salzburgs metallverarbeitenden Betrieben halten die Belegschaften seit Donnerstag erste Betriebsversammlungen und Warnstreiks ab. Den Beginn machten gestern unter anderem die Bediensteten der Firmen Bosch, Kässbohrer und Miele, am Freitag folgten etliche weitere Unternehmen, darunter die Salzburger Aluminium AG. "In einigen Betrieben gibt es schon Streikbeschlüsse", sagte Siegfried Schluckner, Landessekretär der Metallergewerkschaft, zur APA.

"Viele werden ab Montag in unbefristeten Streik treten, einige erst ab Dienstag", so der Gewerkschafter. Die halb- bis einstündigen Betriebsversammlungen würden auch dazu dienen, die inzwischen völlig Streik-unerfahrenen Mitarbeiter über die rechtliche Lage aufzuklären.

"Das hat die Leute erst so richtig heiß gemacht"

Großen Ärger gab es laut Schluckner bei Bosch in Hallein, weil dort die Unternehmensleitung in einem Schreiben darauf hingewiesen habe, dass die Maßnahmen arbeitsrechtliche Folgen nach ziehen könnten und Streiks außerhalb des Betriebsgeländes abzuhalten seien. "Das hat die Leute erst so richtig heiß gemacht", so Schluckner. Teile des Betriebes würden heute schon bestreikt. Geschäftsführer Ernest Fiedler ließ der APA auf Anfrage ausrichten, dass er laufend in Besprechungen sei und zu den aktuellen Ereignissen keine Stellungnahme abgeben werde. Der Gewerkschafts-Sekretär stellte auch die Forderung, dass erst dann wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt werde, wenn klargestellt sei, dass auch die durch die Betriebsversammlungen entfallenen Stunden bezahlt werden.

Aktionen "von langer Hand geplant"

Günther Friegseder, stellvertretender Geschäftsführer der Fachvertretung Maschinen & Metallwaren in der Wirtschaftskammer Salzburg, hält die Aktionen der Gewerkschaft als "von langer Hand geplant". Sie habe die Forderung von 5,5 Prozent schon vor den Verhandlungen in der Öffentlichkeit gestellt, "da kann sie dann nachher schwer zurück". Außerdem würde die Aussage nicht stimmen, dass 90 Prozent der Betriebe die Gewinne eingestreift hätten, denn diese Gewinne würden ja in die Betriebe reinvestiert. Im Bundesland Salzburg gibt es 27 Unternehmen in der Metallverarbeitung. Dort sind 12.000 Menschen fix beschäftigt, laut Schluckner seien zurzeit aber weitere Tausende Leiharbeiter - zumeist aus anderen Bundesländern - hier tätig. (APA)
(Quelle: S24)

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