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Nach langer Winterpause

Warum Motorradfahren derzeit noch riskant ist

ÖAMTC warnt Biker vor Eis, Streusplitt und fehlender Routine

Motorradfahrer, Motorrad, Helm Pixabay
Mit wärmer werdenden Temperaturen steigen wieder mehr Menschen auf das Motorrad um. (SYMBOLBILD)

Die wärmer werdenden Temperaturen geben auch den Startschuss für die Motorradsaison. Aloisia Gurtner vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) spricht mit SALZBURG24 über derzeitige Risiken beim Motorradfahren und das richtige Verhalten in Unfallsituationen.

Mit Beginn des Frühlings startet für viele Motorsportbegeisterte auch die Motorradsaison. Dabei kommt es immer wieder zu tragischen Unfällen. Österreichweit starben im letzten Jahr 71 Menschen bei einem solchen Unfall, im Bundesland Salzburg waren es acht. Das ist „sehr viel“, sagt Aloisia Gurtner. Im Jahr 2019 habe es im Vergleich dazu vier Tote bei Motorradunfällen in Salzburg gegeben.

Unfälle abhängig von Wetterverhältnisse

Damit hat sich die Zahl der tödlichen Motorradunfälle von 2019 auf 2020 verdoppelt. Das muss aber nicht zwangsläufig an der Corona-Pandemie liegen. Gurtner begründet die unterschiedlichen Zahlen: „Das ist immer auch abhängig von den Wetterverhältnissen.“ Im Frühjahr käme es aber vermehrt zu Unfällen mit Motorradfahrern.

Gefährlicher Start

Warum gerade der Beginn der Motorradsaison besonders gefährlich ist? Gurtner spricht vor allem von fehlender Routine. Einerseits müssen sich Autofahrer wieder an Motorradfahrer als zusätzliche Verkehrsteilnehmer gewöhnen und ihr Fahrverhalten entsprechend anpassen. Andererseits seien die Motorradfahrer selbst nach der Winterpause oft aus der Übung. Außerdem gäbe es im Frühjahr die meisten Neukäufe, viele bräuchten dann eine Weile, um mit dem neuen Bike warm zu werden.

Fahrverhältnisse für Motorräder noch nicht optimal

Gurtner rät, es nach der Winterpause langsam anzugehen. Empfehlenswert sei auch ein Auffrischungskurs. Damit können Motorradfahrer an Fahrsicherheit gewinnen. Die Kurse werden vom Land Salzburg gefördert. „Trainierte Motorradfahrer sind die besten Motorradfahrer“, ist Gurtner überzeugt. Besonders zu beachten seien auch auf die derzeitig noch nicht optimalen Fahrverhältnisse. Der Winter ist gerade erst vorbei, im Schatten kann es noch eisig sein und in Gebirgsregionen gibt es immerhin zeitweise noch Minusgrade. Auch Rollsplitt stellt für Biker ein Risiko dar, er verlängert den Bremsweg und ist deshalb gerade für Motorradfahrer „extrem gefährlich“.

„Tendenz zu schweren Verletzungen“

Bisher gab es im Jahr 2021 eine bei einem Verkehrsunfall verstorbene Motorradfahrerin. Die 57-Jährige stieß bei Lamprechtshausen (Flachgau) frontal mit einem Pkw zusammen und erlag bereits an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Gurtner rechnet aber noch mit weiteren schweren Unfällen: Zum einen beginne die Saison gerade erst, zum anderen gäbe es „bei Motorradunfällen immer die Tendenz zu schweren Verletzungen“.

Tödlicher VU in Lamprechtshausen FF Lamprechtshausen
Die Motorradlenkerin prallte frontal gegen einen Pkw.

Tödlicher Motorradunfall in Lamprechtshausen

Bei einem tragischen Verkehrsunfall auf der Berndorfer Landesstraße (L207) kam gestern Nachmittag in Lamprechtshausen (Flachgau) eine 57-jährige Motorradfahrerin ums Leben.

Verhalten bei einem Bike-Unfall

Ist man selbst in einen Unfall verwickelt oder wird Zeuge eines solchen, sei zu allererst wichtig, die Unfallstelle zu sichern, um Schlimmeres zu verhindern. Bei Verletzten ist Erste Hilfe zu leisten, außerdem müssen in diesem Fall die Rettungskräfte und die Polizei alarmiert werden. Ratsam sei es auch, stets einen Europäischen Unfallbericht parat zu haben und das Unfallgeschehen möglichst genau zu dokumentieren.

(Quelle: SALZBURG24)

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