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Müll-Analyse 2019

27 Kilo Essen schmeißt jeder von uns weg

276.000 Tonnen Abfall pro Jahr

Lebensmittel, Müll APA/dpa-Zentralbild
Viele Lebensmittel, die in Salzburg im Müll landen, sind eigentlich noch genießbar. (SYMBOLBILD)

Rund 276.000 Tonnen Abfälle aus Haushalten, Gastronomie und kleinen Betrieben fallen im Bundesland Salzburg jährlich an. Das sind rund 500 Kilo pro Einwohner und Jahr. 27 Kilo Lebensmittel schmeißen Salzburgerinnen und Salzburger pro Kopf im Jahr in den Müll. Das wäre vermeidbar, zeigt die heurige Abfall-Analyse.

Ein Drittel der Gesamt-Müllmenge, genau 93.000 Tonnen, sind Restabfall. „Durch eine landesweite Analyse können detaillierte Rückschlüsse gezogen werden, wie wir trennen und wo weitere Verbesserungen möglich sind“, erklärt Umweltreferent Heinrich Schellhorn (Grüne).

 

Ein Sechstel sind Lebensmittel

Insgesamt wurden über das gesamte Landesgebiet verteilt 319 Proben analysiert. 16 Prozent des Restabfalls sind vermeidbare Lebensmittelabfälle. Das entspricht etwa 15.000 Tonnen oder 27 Kilo pro Einwohner und Jahr. „Geht man davon aus, dass pro Kopf und Jahr 750 Kilo Nahrungsmittel benötigt werden, könnten mit diesen vermeidbaren Lebensmittelabfällen im Restabfall etwa 20.000 Personen für ein Jahr lang ernährt werden“, zeigt Schellhorn auf. Das soll sich ändern: „Da heißt es dringend anzusetzen und gemeinsam mit der Landwirtschaft, den Produzenten, dem Handel und den Konsumenten das Bewusstsein schärfen und Lösungen zu entwickeln.“

Mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent, des jährlich anfallenden Restabfalls könnten wiederverwertet werden. Dies entspricht rund 94 Kilo pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr beziehungsweise insgesamt mehr als 50.800 Tonnen jährlich.

Abfallanalyse 2019 Land Salzburg

Falsch entsorgtes Plastik als "Platzfresser"

Kunststoff ist vergleichsweise leicht, braucht aber viel Platz. Meist sind es PET-Getränkeflaschen, von denen 1,6 Prozent beziehungsweise 1.490 Tonnen im Restmüll landen. Umgerechnet auf das Durchschnittsgewicht sind es jährlich etwa 50 Millionen Flaschen, die nicht im gelben Sack oder in der gelben Tonne, sondern in der grauen Tonne entsorgt werden.

3,3 Millionen Batterien falsch entsorgt

Die Analyse schlüsselt auch auf, ob und in welchem Umfang sich gefährliche Bestandteile wie zum Beispiel Farben, Lacke, Batterien im Restmüll befinden. „Es sind zwar ‚nur‘ 1,3 Prozent am Gesamtrestmüll, doch sind diese Problemstoffe auch gefährlich. Jede falsch entsorgte Batterie kann potenziell beispielsweise Brände auslösen“, warnt Schellhorn. Eine Abschätzung zeigt, dass 70 Tonnen Batterien im Restabfall etwa 3,3 Millionen Stück pro Jahr entsprechen. Und: Bei den über den Restabfall entsorgten Elektro-Altgeräten handelt es sich zum größten Teil um Kleingeräte.

Mehr Müll in Tourismusgemeinden und Städten

Was die Untersuchung auch klar zutage gefördert hat: Im städtischen Bereich fällt deutlich mehr Restmüll an, nämlich 226 Kilo pro Einwohner und Jahr, als in Landgemeinden. Dort ist der Fremdenverkehr der entscheidende Müllfaktor. In Gemeinden mit ausgeprägtem Tourismus liegt der Wert bei 190 Kilo pro Einwohner und Jahr, in den anderen bei lediglich 115 Kilo. „Diese Zahlen zeigen uns, dass Abfallaufkommen und Tourismus eng zusammenhängen. Hier müssen wir es schaffen, die Urlaubsgäste stärker zu sensibilisieren und zu motivieren sowie dafür ein passendes Angebot schaffen“, sagt Schellhorn.

Deshalb arbeite man gerade an einem Maßnahmen-Programm , um Abfälle zu vermeiden und das Recycling effizienter zu machen. Zugleich gilt es, Mehrweg-Verpackungen zu stärken und Wegwerf-Verpackungen wie PET-Flaschen zu minimieren.

Analyse streng anonym

Sowohl die Vorbereitung der Restmüllanalysen als auch deren Durchführung ist mit wissenschaftlicher Begleitung und nach wissenschaftlich fundierten Vorgaben erfolgt. „Wo die Proben gezogen wurden, wurde anhand von Adresslisten streng nach dem Zufallsprinzip ermittelt. Diese wurden codiert, anonymisiert und nach Abschluss der Analysen wieder gelöscht“, erläutert Wilfried Mayr, beim Land für abfallwirtschaftliche Planung und Entwicklung zuständig.

Daten und Fakten zum Restmüll

  • Jährlicher Restabfall pro Jahr in Salzburg (Haushalte und vergleichbare Einrichtungen): 93.000 Tonnen
  • 16 Prozent Lebensmittel, 14 Prozent Bioabfall, 8 Prozent Papier und Karton, 13 Prozent Plastik, 12,5 Prozent Glas, Metall und Textilien, 1,2 Prozent Elektroaltgeräte, Batterien und gefährliche Stoffe sowie 35,3 Prozent Hygieneartikel, Asche, Kleintierstreu, Fliesen, etc.
  • Verwertbare Anteile im Restabfall: 56 Prozent, entspricht zirka 94 Kilogramm pro Einwohner und Jahr beziehungsweise mehr als 51.000 Tonnen jährlich.
  • 319 Proben mit einem Gesamtgewicht von 6.960 Kilo analysiert. 
(Quelle: APA)

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