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Museum der Moderne: Eigentümer will 1,3 Mio. Euro spenden

Das berühmte Gemälde "Litzlberg am Attersee" von Gustav Klimt gehört einem kanadischen Pensionisten und nicht dem Salzburger Museum der Moderne (MdM).

Der Ursprung dieses 1915 entstandenen Gemäldes sei eindeutig geklärt, der rechtmäßige Eigentümer sei ein 83-jähriger, pensionierter Angestellter eines Montrealer Fotogeschäftes und heiße Georges Jorisch, hieß es beim Pressegespräch.

Die seit Jahren betriebene Provenienz-Forschung im MdM lässt keinen Zweifel offen: "Litzlberg am Attersee" wurde 1938 von Amalie Redlich aus dem Nachlass ihres Bruders Victor und ihrer Schwägerin Paula Zuckerkandl erworben. 1941 wurde Amalie Redlich in ein polnisches Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Die Gestapo hat das Bild aus Redlichs Wiener Wohnung beschlagnahmt (de facto geraubt) und an den Salzburger Kunsthändler Friedrich Welz verkauft, der den Klimt gegen ein Werk aus der Salzburger Landesgalerie eintauschte. Dort wurde "Litzlberg am Attersee" inventarisiert und gelangte später in den Besitz der Nachfolgerin der Landesgalerie, der Sammlung Rupertinum, heute Museum der Moderne.

Einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Zurückgabe des Werkes gebe es keinen, wie der für Museen zuständige LHStv. Wilfried Haslauer (V) heute deutlich machte. Die Salzburger Landesregierung habe sich aber in einem Akt der Selbstbindung darauf festgelegt, Bilder dann zu restituieren, wenn der Eigentums-Beweis eindeutig vorliegt. Haslauer will sowohl der Landesregierung als auch dem Salzburger Landtag entsprechende Anträge vorlegen, mit einem verbindlichen Landtagsbeschluss ist am 6. Juli zu rechnen.

"Natürlich werden wir versuchen, mit dem Eigentümer über das Bild zu verhandeln", so Haslauer, "aber ich gebe mich keinen Illusionen hin, dass wir derartig hohe Summen aufbringen können." Museums-Direktor Toni Stooss schätzt, dass Klimts "Litzlberg am Attersee" bei einer internationalen Auktion durchaus 20 bis 30 Mio. Euro erzielen könnte.

Sollte dieser Beschluss wie erwartet im Juli dieses Jahres fallen, dann soll das identitätsstiftende Werk österreichischer Kulturgeschichte in einer kurzen Sonderausstellung in Salzburg gezeigt werden. Im Anschluss daran ist der Transport nach Kanada geplant.

Ein Trostpflaster gibt es für das MdM aber auch: Der Eigentümer und vermutliche Allein-Erbe der Rechte hat eine laut Haslauer "ebenso unerwartete wie großzügige" Spende an das Museum angekündigt. Jorisch will den seit Jahren aus Geldmangel immer wieder verschobenen Umbau des Wasserturms neben dem Museum auf dem Mönchsberg mit 1,3 Mio. Euro ko-finanzieren, das Geld soll aus dem Verkauf des Bildes lukriert werden. Haslauer will den unter anderem für Künstlerateliers vorgesehenen Turm "Amalie-Redlich-Turm" nennen.

In österreichischen Wohnzimmern würden eine lange Reihe weiterer geraubter Kunstwerke hängen, wie Haslauer erläuterte. "Wären diese Bilder im Besitz eines öffentlichen Museums, müssten sie zweifelsfrei zurückgegeben werden." Die gültige Rechtslage zwinge die rechtmäßigen Eigentümer aber, auf eigenes Risiko mit den Besitzern zu verhandeln. Das MdM beschäftigt sich zurzeit mit einem ebenfalls geraubten Gemälde von Emil Nolde. Da liege der Nachweis, wer der rechtmäßige Eigentümer ist, bisher aber nicht vor. Daher soll das Bild vorerst im Bestand des Hauses bleiben. (APA)
(Quelle: S24)

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