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Landesgericht Salzburg

Bewährungsstrafe in Betrugs-Prozess

Mutter eines Schwerkranken Zehntausende Euro herausgelockt

Landesgericht, SB APA/BARBARA GINDL
Ein 52-jähriger Diplomingenieur musste sich heute vor Gericht verantworten. (SYMBOLBILD)

Ein 52-jähriger Österreicher ist am Dienstag bei dem Prozess am Landesgericht Salzburg wegen schweren Betruges und versuchten Diebstahls zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten nicht rechtskräftig verurteilt worden. Schuldig gesprochen wurde der Mann wegen der nicht zurückbezahlten Darlehen. Bezüglich der Anlage zur Herstellung homöopathischer Mittel erhielt er einen Freispruch im Zweifel.

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Die bedingte Haftstrafe wurde unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren ausgesprochen. Der bisher unbescholtene Angeklagte nahm das Urteil an. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das angelastete Diebstahlsdelikt betraf das "versuchte Wegnehmen von beweglichen Sachen" im Wert von rund 60 Euro aus einem Elektronik-Fachmarkt im Dezember 2019 in Salzburg.

Worum es beim Prozess ging

Ein Diplomingenieur war bei einem Prozess mit dem Vorwurf des schweren Betruges konfrontiert worden. Der 52-Jährige soll im Jahr 2017 einer Mutter eines schwerkranken Sohnes rund 363.000 Euro für die Lieferung einer Anlage zur Herstellung homöopathischer Mittel und auch Darlehen an seine Firma herausgelockt haben. Die Frau hat weder die Maschine noch das Geld erhalten.

Die Mutter wollte die Krankheit ihres Sohnes mit Homöopathie bekämpfen. Sie suchte deshalb im Internet nach einer Anlage, die solche Arzneien herstellen kann. Während ihrer Recherche stieß sie auf das Unternehmen des Österreichers, das Standorte in Salzburg und Graz hatte. Der Mann sicherte ihr zu, die Maschine bauen und liefern zu können.

Frau laut Anklage zu Bezahlung verleitet

Laut Anklage habe er die Auftraggeberin zur Bezahlung der Kosten für die Anlage in Höhe von 116.000 Euro und zur Gewährung von Darlehen für den laufenden Geschäftsbetrieb und für zukünftige Innovationen verleitet. Denn er habe gewusst habe, dass er keine Maschine liefern könne und das Unternehmen nicht mehr zahlungsfähig gewesen sei.

"Ich habe mich nicht bereichert"

Im Jahr 2018 ging die Firma in Konkurs. Mangels Vermögen konnte die Insolvenz nicht eröffnet werden, erläuterte der Staatsanwalt bei dem Prozess am Landesgericht Salzburg. Der bisher unbescholtene, derzeit arbeitslose Angeklagte beteuerte, er habe nie die Vorsatz gehabt, die Frau zu schädigen. "Ich habe mich auf keinen Fall privat bereichert." Es sei geplant gewesen, der Frau das Geld durch Geschäftstätigkeiten des Unternehmens zurückzuzahlen. Der Verteidiger beantragte einen Freispruch.

"Ich habe die Maschine mitproduziert", schilderte der Beschuldigte dem vorsitzenden Richter Günther Nocker. "Mit der Anlage können Ursubstanzen potenziert werden." Als Absolvent einer Schlosserlehre sei er handwerklich sehr geschickt, auch wenn man das nicht annehmen möge, weil er ja auch Lehrer und Professor sei. "Die Anlage war fast fertig. Es waren noch Kolben und Zylinder einzubauen." Die Frau habe noch Adaptierungen gewünscht, aber schließlich den Auftrag storniert.

Angeklagter will Geld zurückzahlen

Der Richter fühlte dem Angeklagten auf den Zahn. Ende 2107 haben Banken wegen Forderungsausfälle gerichtliche Exekutionen beantragt. Dennoch habe er Geld für die nicht gelieferte Maschine entgegengenommen. Die Frau habe aus Angst, die bestellte Anlage nicht zu bekommen, Darlehen gegeben. "Ich habe gekämpft, bis nichts mehr geht", antwortete der 52-Jährige. Es tue ihm leid, er werde das Geld zurückzahlen, versprach er und verwies auf eine leitende Funktion in einer Schule, die ihm in Aussicht gestellt worden sei. Wegen finanzieller Engpässe hat der Mann bereits zwei Liegenschaften innerhalb seiner Familie im Gesamtwert von über einer Million Euro verloren. Auch seine Ehe sei gescheitert, erzählte er.

(Quelle: APA)

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