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Disko und Club bleiben zu

Nachtgastro glaubt nicht an Öffnung vor 2021

Shut-Down für Betreiber "existenzgefährdend"

Bei vielen Bars und Clubs bleiben die Türen noch länger geschlossen. Die Nachtgastronomen hängen in der Luft, an ein Aufsperren noch heuer glauben sie nicht, ergab ein S24-Rundruf in Salzburg. Die Hoffnung auf einen Fahrplan der Regierung ist weiter aufrecht.

Ausgelassen tanzen und feiern zur Lieblingsmusik – das wird in Salzburgs Bars und Clubs wohl noch länger nicht möglich sein. „Wir hängen total in der Luft, weil wir keinen Fahrplan haben, wo für uns die Reise hingeht“, erklärt Martin Sönmezay, Betreiber des Club Half Moon und der Humboldtstubn (öffnet am Freitag, Anm. ), im Gespräch mit SALZBURG24.

Erst am Freitag hat Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) betont, dass man bereits an Lösungen für die Nachtgastronomie arbeiten würde. Einen Zeitplan nannte sie nicht.

"Gewinne werden wir keine machen"

Die positive Stimmung, die noch am Anfang der Krise herrschte, sei mittlerweile verflogen. Alle Mitarbeiter des Half Moon musste man entlassen. Sie hätten aber eine Wiedereinstellungsgarantie bekommen. Trotz eines guten Polsters haben sich Sönmezay und sein Geschäftspartner Michael Kalhammer auch mit einer möglichen Schließung des Clubs auseinandergesetzt. Selbst wenn sie wieder aufsperren dürfen rechnet Sönmezay in den „nächsten zwölf Monaten mit einem Minus.“

„Gewinne werden wir keine machen“, ist sich auch Franz Grubinger sicher. Er betreibt in der Gstättengasse das Flip und den Soda Club, auch das Restaurant Flavour gehört ihm. Trotzdem ist er positiv gestimmt, denn Flip und Flavour können ab Freitag wieder öffnen. Einziger Wehmutstropfen: Einen Teil der Mitarbeiter könne man derzeit nicht einsetzen: „Nachdem wir nicht bis fünf Uhr früh öffnen dürfen, brauchen wir nur die Hälfte.“

Bald ist es so weit! ????????

Gepostet von Flip - Salzburg am Mittwoch, 6. Mai 2020

Nachtgastronomie fordert Klarheit von Regierung

Das Hauptgeschäft mache man in der Nachtgastronomie in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. „Eine Öffnung mit den derzeit erlaubten Zeiten bringt für uns nichts“, schildert Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomie in Österreich, gegenüber S24. Er appelliert an die Regierenden, Planungs- und Finanzierungssicherheit für die Branche zu schaffen.

 

"Zuwarten hat viele an Rand der Existenz gebracht"

Sönmezay übt außerdem Kritik an der finanziellen Unterstützung der Regierung. Bis jetzt habe man davon nichts bekommen, obwohl schon vor Wochen beantragt wurde. Ebenso habe man einen Überbrückungskredit aufgenommen.

Anders sieht das Grubinger. „Wir bekommen jede Menge Unterstützung“, betont er. Selbst habe er zwar noch nichts beantragt, „aber ich gehe davon aus, dass wir das bekommen werden. Da wird einiges getan für uns.“

Die Zahlungen werden für einige jedoch zu spät kommen, befürchtet Sönmezay. „Das Zuwarten hat viele schnell an den Rand ihrer Existenz gebracht.“

Notlösung für Clubs und Diskotheken?

Vor einem Teilaussterben der Nachtbranche warnt auch Konstantin Schmelz im Telefonat mit S24. Er ist Veranstalter in Salzburg, organisiert unter anderem Events für Nachtclubs. „Wir denken, dass wir als letzte wieder öffnen dürfen, das ist existenzgefährdend.“ Er weist darauf hin, dass die Schließung der Clubs andere Branchen ebenso betreffe: Sicherheitsdienste, Getränkelieferanten, Putzpersonal oder auch Technikfirmen seien davon abhängig.

Eine Notlösung wäre für Grubinger, den Soda Club mit Eintrittsbeschränkung aufzumachen. Statt 300 dürften dann nur 100 Besucher feiern. Ratzenberger schlägt für kleinere Bars eine Lösung mit Stehtischen vor. Auch eine maximale Anzahl an Besuchern und Temperaturmessungen am Eingang seien vorstellbar.

Der Sprecher befürchtet eine Verlagerung: „Die jungen Leute werden sich das feiern nicht verbieten lassen, das findet dann unkontrolliert in Privaträumen statt.“

Burger statt Clubfeeling

Einige Lokale haben sich bereits einen Plan B überlegt. Im „Johnnys“ gibt es ab Freitag Burger und Cocktails (SALZBURG24 hat berichtet). Das „Watzmann“ hat sich mit dem „Daimlers“ zusammengetan: Im Gastgarten werden ab 17 Uhr ebenfalls Burger serviert. Diesen Weg geht auch die Rössl Bar im oberösterreichischen Mondsee (Bez. Vöcklabruck). „Die 'Situation Corona' trifft uns mit voller Härte", schildern die Eigentümer Ronny Pestel und Julia Schlamberger. Sie betonen: „Für die meisten Diskotheken macht es keinen Sinn unter den derzeitigen Auflagen zu öffnen, da mit 23.00 das Nachtleben erst beginnt.“ Bei ihnen gibt deshalb Burger, Wraps und Cocktails.

Das Johnnys | The Castle of Emotions geht in Zeiten der Corona-Krise neue Wege. Ab Freitag werden hausgemachte Burger und Cocktails serviert ????????

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 11. Mai 2020

"Das wäre ja dann wie in Ischgl"

Die Clubs und Diskos werden in diesem Jahr nicht mehr aufsperren dürfen, ist sich Grubinger sicher: „Völlig zurecht, weil das wäre ja dann wie Ischgl.“ Aber: „Wir stehen das durch und wir sperren wieder auf. Auch, wenn es erst Mitte nächsten Jahres ist.“

(Quelle: SALZBURG24)

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