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Netzausgleich: Salzburger Luna-Gruppe errichtet Großbatteriespeicher

Das Netz ist wegen der Zunahme bei den Erneuerbaren Energien unberechenbar geworden, der Bedarf an Ausgleichsenergie wächst (Symbolbild). Neumayr/Archiv
Das Netz ist wegen der Zunahme bei den Erneuerbaren Energien unberechenbar geworden, der Bedarf an Ausgleichsenergie wächst (Symbolbild).

Die im Geschäftsfeld Erneuerbare Energien tätigte Luna-Holding mit Sitz in Salzburg setzt ab sofort auf Großbatteriespeicher. Bis Ende 2017 werden an drei Standorten im Bundesland Salzburg sowie an zwei Standorten in Deutschland die ersten Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis mit 60 Megawatt Leistung ans Netz gehen. Weitere 40 Megawatt sollen im 1. Halbjahr 2018 folgen.

Wie Luna-Geschäftsführer Anton Loschat im APA-Gespräch sagte, handelt es sich in Österreich um die ersten Großbatteriespeicher ihrer Art. "Meinem Wissen nach gibt es hierzulande keine vergleichbare Anlage." Mit der geplanten Gesamtleistung von 100 Megawatt entstehe überdies der derzeit weltweit größte zusammenhängende Batteriespeicher-Pool. "Mit den Batteriesystemen könnten rund 350.000 Haushalte für eine Stunde mit Strom versorgt werden."

Großbatterien liefern Ausgleichsenergie

Eingesetzt werden die Großbatterien ausschließlich für die Erbringung von Primärregelleistung. "Das Netz ist aufgrund der Zunahme bei den Erneuerbaren Energien sehr unberechenbar geworden. Der Bedarf an Ausgleichsenergie wächst. Wir gleichen mit den Speichern kurzfristige Schwankungen im Stromnetz aus", erklärte Loschat. Das ist etwa notwendig, wenn Kraftwerke ausfallen, es Verbrauchsschwankungen gibt oder die Stromeinspeisung der Erzeuger von der Prognose abweicht.

"Die Batteriespeicher können vollautomatisch binnen Sekunden Energie aufnehmen oder abgeben." Bei einem Überangebot an Energie entlasten sie das Stromnetz durch Aufladung der Batterien, im umgekehrten Fall speisen sie Energie ins Netz. Primärregelleistung wird als Dienstleistung von den Übertragungsnetzbetreibern ausgeschrieben - in Österreich etwa durch die Austrian Power Grid (APG). "Wir unterliegen dabei einem strengen Regulatorium. Wir müssen bis zu 30 Minuten Energie einspeisen und bereitstellen können."

Investitionen von bis zu 120 Millionen Euro

Die Gesamtinvestitionssumme bezifferte Loschat heute mit rund 110 bis 120 Mio. Euro. Vermarktet werden die Luna-Speicher über den deutschen Energiekonzern Steag mit Sitz in Essen, der selbst schon über Großbatterien mit 90 MW Leistung verfügt. Die Anlagen selbst kommen von einem weiteren Projektpartner, der Nidec-Gruppe aus Japan, die Lithium-Ionen-Batterien von LG aus Südkorea.

Für die Batteriespeicher werden 40-Fuß-Container komplett mit Lithium-Ionen-Zellen und Wechselrichtern bestückt. Pro Container kommt man so auf rund drei MW Leistung. "Die Großbatterien werden in Abstimmung mit den Netzversorgern aufgebaut - meist in der Nähe von Kraftwerken oder von Umspannstationen", erklärte Loschat. Die Luna-Gruppe errichtet seit 15 Jahren als Projektentwickler für Investoren Solar-, Wind- und Kleinwasserkraftanlagen in ganz Europa. Die Batteriespeicher sind laut Loschat nun allerdings ein Eigeninvestment.

(Quelle: S24)

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