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Neuwahlen in Salzburg: Ergebnis von Wahlumfragen hat kaum Einfluss auf Wähler

Ergebnisse von "Sonntagsfragen" beeinflussen die Salzburgerinnen und Salzburger in ihrer Wahlentscheidung nur wenig. Bilderbox
Ergebnisse von "Sonntagsfragen" beeinflussen die Salzburgerinnen und Salzburger in ihrer Wahlentscheidung nur wenig.

Das Institut für Grundlagenforschung (IGF) hat hinterfragt, ob das Umfrageergebnis von "Sonntagsfragen" die Entscheidung des Wählers beeinflusst. Fazit: "Das Ergebnis einer Wahlumfrage hat für 85 Prozent aller in Salzburg Befragten noch nie eine Rolle bei der Entscheidung für eine Partei gespielt", heißt es.

Wahlumfragen seien zwar wichtig als Informationsquelle und für die Wahlkampftaktik, aber nicht Wahlentscheidend, erklärte IGF-Geschäftsführerin Ernestine Depner-Berger. 38 Prozent der Befragten interessierten sich wenig bzw. gar nicht für Umfrageergebnisse. Nur für acht Prozent spiele die Publikation von Meinungsforschungsergebnissen eine Rolle als wichtige und entscheidende Informationsquelle.

Neuwahlen in Salzburg am 5. Mai

In Niederösterreich, Kärnten, Salzburg und Tirol stehen heuer Landtagswahlen an, die Nationalratswahlen sind im Herbst geplant. Wegen des Salzburger Finanzskandals wird am 5. Mai der Salzburger Landtag neu gewählt. Für die Umfrage hat das IGF 403 Salzburger ab 16 Jahren im Februar per Telefoninterviews zum Thema "Einfluss von Wahlumfragen auf das Wählerverhalten" befragt. Der maximale statistische Schwankungsbereich beträgt plus/minus fünf Prozent.

Wahlumfragen als Informationsquelle

„Fazit ist wohl, dass Wahlumfragen insbesondere für noch unentschlossene Wähler eine zusätzliche Informationsquelle zur Orientierung darstellen und die Publikation der 'Sonntagsfrage' ein informativer Gradmesser für den Wähler sein kann. Allerdings nur als eine von vielen Informationsquellen, die der Wähler für seine Entscheidungsfindung nutzt", erläuterte Depner-Berger.

31 Prozent der Wähler interessieren sich laut IGF für die Umfrageergebnisse von Wahlumfragen, weitere 31 Prozent zeigen ein mittelmäßiges Interesse und 38 Prozent interessieren sich wenig beziehungsweise gar nicht für Umfrageergebnisse.

Anhänger der SPÖ und Grüne zeigen mehr Interesse

Anhänger von SPÖ und Grüne zeigen allerdings mit jeweils 45 Prozent ein höheres Interesse. "Die Ursache kann darin vermutet werden, dass die SPÖ-Anhänger aufgrund des Finanzskandals in höherem Ausmaß in ihrer Entscheidung verunsichert sind und Grünen-Anhänger auf einen höheren Stimmenanteil bei der nächsten Landtagswahl hoffen können“, erklärte die IGF-Geschäftsführerin.

Ein Langzeitvergleich veranschauliche, dass sich das Interesse an Wahlumfragen wenig verändert habe. Bei der österreichweiten IGF-Studie im September 2002 zur Nationalratswahl zeigten 36 Prozent aller Wähler kein Interesse an Wahlumfragen, sagte Depner-Berger. "Wer gewinnen will, muss das eigene Lager voll mobilisieren und informieren."

Weitere Ergebnisse der Studie

Ein weiteres Ergebnis der aktuellen Umfrage in Salzburg: Die wichtigsten Informationsquellen für die Wähler sind TV und Radio (62 Prozent), gefolgt von der Berichterstattung in der Tageszeitung "Salzburger Nachrichten" (56 Prozent). Jeder Zweite setzt auf Gespräche im Bekannten- und Freundeskreis (49 Prozent). 28 Prozent nannten Berichte in der Tageszeitung "Kronenzeitung", 25 Prozent politische Informationen im Internet. Vor allem junge Wähler bis 29 Jahre schauen gerne ins Internet (37 Prozent), für 22 Prozent sind die Websites der Parteien eine wichtige Quelle.

Aber nur acht Prozent aller Befragten gaben an, dass die Parteien-Websites eine wichtige Informationsquelle für die Wahlentscheidung sei, sechs Prozent nannten Wahlkampfveranstaltungen. (APA)

(Quelle: S24)

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