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Notorischer Betrüger in Salzburg zu fünf Jahren Haft verurteilt

Wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs wurde am Dienstag am ein 35-Jähriger zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Um zu protzen, anzugeben, einfach besser dazustehen als ich bin": So begründete am Salzburger Straflandesgericht ein wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs angeklagter, verschuldeter 35-Jähriger, warum er sich als Unternehmer ausgegeben, Freunden Geld herausgelockt, Luxusautos gemietet, ein Kaufanbot für eine Fünf-Millionen-Villa in Wien gestellt und auf diese Weise einen angeklagten Schaden von 770.000 Euro angerichtet hat. Die Strafe: fünf Jahre Haft, rechtskräftig.

"Wenn ich mit dem Ferrari im Wien herumfahr', werden mir Tür und Tor geöffnet", erläuterte der gebürtige Tiroler seine Haltung vor dem Vorsitzenden des Schöffensenats, Andreas Posch, der, wie er sagte, beim Aktenstudium draufgekommen war, dass er den gelernten Spengler und Lackierer schon einmal verurteilt hatte. Fünf Vorstrafen weist der Hochstapler auf, der nach seiner jüngsten Haftentlassung 2008 einige Monate als Hausmeister gejobbt hatte und zuletzt arbeitslos war, vier davon wegen Betrugs. Jetzt warf ihm Staatsanwältin Sabine Krünes 21 Fakten vor, zu denen sich der im Jänner verhaftete 35-Jährige schuldig bekannte, bloß die angeklagte Schadenshöhe wollte er nicht so ohne weiteres akzeptieren. Im Urteil wurde sie auf rund 700.000 Euro reduziert.

Opfer des Angeklagten wurden nicht nur zwei Ex-Freundinnen und Angehörige einer der Frauen, sondern unter anderem auch Autohändler, ein Rechtsanwalt, Versandhäuser, Immobilienmakler und ein Fitnessstudio, bei denen er sich je nach Erfordernis als Unternehmer, Immobilienbesitzer, künftiger Betreuer von Formel 1-Pilot Sebastian Vettel oder Ski-Olympiasiegerin Lindsey Vonn in gesundheitlichen Belangen ausgab. Mit Barem, das er seinen Freunden unter falschen Behauptungen herauslockte, kaufte er ein, fuhr auf Urlaub, mietete teure Autos und zahlte Schulden. Deren aktueller Stand dürfte sich auf etwa 130.000 Euro belaufen, ganz genau wusste es der zuletzt in Salzburg lebende Angeklagte nicht.

Das erste Mal wurde der 35-Jährige vor etwa zehn Jahren wegen Betrugs verurteilt und verbüßte mehrfach Haftstrafen, aus denen er offenbar überhaupt nichts gelernt hat. Seine materialistische Erziehung hätte ihn zum Betrüger werden lassen, meinte er auf Nachfrage von Richter Posch. Von seinen Eltern habe er keine Liebe und Zuneigung bekommen, denn diese hätten immer gearbeitet. "Dann müsste man ja Angst vor der Zukunft haben. Wenn beide Elternteile arbeiten, würden die Kinder nur noch zu Hochstaplern", folgerte der Vorsitzende aus der Argumentation des Angeklagten, "sollten Sie die Schuld nicht auch bei sich selber suchen?"

Die Haftentlassung 2008 war mit den Auflagen Bewährungshilfe und Psychotherapie verbunden. "Sind sie dort auch mit dem Ferrari hingefahren?", wollte Posch wissen. "Nein, mit dem Auto von meiner Freundin oder mit einem (Audi, Anm.) Q7", antwortete der Angeklagte. Den teuren Wagen hat er aber vorsichtshalber in einiger Entfernung geparkt - offenbar, um bei seinen Betreuern einen unauffälligen Eindruck zu hinterlassen. (APA)

(Quelle: S24)

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