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Nach verheerendem Brand

Notre Dame in Flammen: "Es ist zum Weinen"

Reaktionen der Salzburger Kirche

Brand Notre Dame AP
Die Kathedrale in Paris brannte am Montag.

Die Bilder der weltberühmten brennenden Kathedrale Notre Dame in Paris gingen um die Welt. Riesige Flammen schlugen aus dem Dach der gotischen Kirche, die Turmspitze brach ebenso wie der Dachstuhl komplett in sich zusammen. Salzburgs Erzbischof Franz Lackner sprach von einem „tiefen Schock“. Domkustos Johann Reißmeier erzählt im S24-Gespräch über die Bedeutung Notre Dames und erklärt, wie es um den Brandschutz des Salzburger Doms steht.

Es dauerte Stunden, bis die Einsatzkräfte den Brand gelöscht hatten. Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden Haupttürmen konnten aber gerettet werden. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befürchtet, die gesamte Kirche könnte einstürzen.

Notre Dame: Lackner bestürzt

Salzburgs Erzbischof zeigte sich in einer Stellungnahme über das Feuer bestürzt: „Der Schock sitzt tief; es ist zum Weinen, diese Kathedrale, unserer Lieben Frau, Notre Dame, geweiht, in Flammen zu sehen. Wenn in dieser für uns Christinnen und Christen heiligen Zeit, das Gotteshaus im Herzen von Paris brennt, lässt uns das im Inneren erschüttern. Die Tränen, das Gebet, die Solidarität und der gemeinsame Wille, diese Kirche wieder aufzubauen, sind sichtbare Zeichen der Hoffnung.“

Salzburger Domkustos erklärt Bedeutung der Kathedrale

Salzburgs Domkustos Johann Reißmeier betont: „Notre Dame ist eine der bedeutendsten Kirchen der Welt und Weltkulturerbe. Was passiert ist, ist eine Tragödie.“ Die Bedeutung der Kathedrale lasse sich vor allem an folgender Tatsache festmachen: „Die Entfernungen in Frankreich werden von Notre Dame aus gemessen“, weiß der Geistliche.

Der Zeitpunkt kurz vor dem höchsten kirchlichen Feiertag Ostern komme erschwerend hinzu: „Die Kirche ist nach dem Brand nicht benutzbar. Man wird sich daher wohl oder übel mehrere Kirchen als Ausweichort suchen müssen.“ Ein schlechtes Omen sieht der Domkustos in dem Brand allerdings nicht: „Nein. Es ist schlicht und einfach ein Fakt, dass immer wieder Kirchen brennen. Das gab es früher noch viel häufiger als heutzutage.“

Staat für Wiederaufbau verantwortlich

Für den Wiederaufbau Notre Dams sieht Reißmeier hingegen den französischen Staat in der Verantwortung: „Die katholische Kirche ist in enteignet worden, daher sind alle Kirchen im Besitz des Staates. Die Restaurierung des Gebäudes und der Innenausstattung wird der Staat übernehmen. Das Problem ist, dass er sich aber wahrscheinlich nicht um die liturgischen Gegenstände kümmern wird“, berichtet Reißmeier. Erschwerend hinzukomme, dass die französische Kirche arm sei, da es weder eine Kirchensteuer, noch einen Kirchenbeitrag gibt. „Ich gehe aber davon aus, dass es eine Hilfsaktion geben wird“, erzählt der Domkustos.

Salzburger Dom: "Nachholbedarf im Brandschutz"

Schwierig gestalte sich das Thema Brandschutz auch beim Salzburger Dom. „Wie will man in so einem Riesenbau, wie den Salzburger Dom, Brandmelder anbringen?“, fragt Reißmeier. Der Salzburger Dom erfülle im Brandschutz die Mindestanforderungen. „Es gibt Brandschutztüren. Brandmelder haben wir im Dommuseum, im Bereich des Doms ist das hingegen schwierig. Aber: Wir haben hier sicherlich Nachholbedarf“, räumt der Geistliche ein.

(Quelle: SALZBURG24)

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