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Was Wahlplakate mit uns machen

Salzburger Experte erklärt, worauf es ankommt

Ob als Dreiecksständer, auf großen Plakaten oder mobilen Flächen – Wahlplakate zieren seit Wochen die Straßen im ganzen Land. Doch ist diese Art der Wahlwerbung überhaupt noch zeitgemäß und beeinflusst sie unsere Entscheidung am kommenden Sonntag? Darüber haben wir uns mit Armin Mühlböck, Politikwissenschaftler an der Universität Salzburg, unterhalten.

Zwar haben Wahlplakate erwiesenermaßen nur wenig Einfluss auf die individuelle Entscheidung, dennoch seien sie ein Fixpunkt in jedem Wahlkampf. "Die Wahrnehmung und Präsenz der Plakate sind zentral", sagt Politikwissenschaftler Mühlböck im Gespräch mit SALZBURG24. "Den Wettbewerb um die besten Plätze lassen sich die Parteien auch einiges kosten." Je nach vorhandener Position dürfen beispielsweise in der Salzburger Altstadt zwischen einem und fünf Dreiecksständer aufgestellt werden.

Aber sind Wahlplakate überhaupt noch zeitgemäß? "Man will meinen, sie seien im Zeitalter des Internets nicht mehr so wichtig und ein Stück weit antiquiert." Im Netz könne man die politischen Botschaften schließlich schneller, effizienter und zielgerichteter an potenzielle Wählerinnen und Wähler schicken.

Funktion der Wahlplakate

Doch Wahlplakate informieren nicht nur die Bevölkerung über das Ereignis und den Termin, sie können auch einen persönlichen oder sachlichen Bezug zur Wahl schaffen und möglicherweise sogar die Wahlbeteiligung erhöhen. Zudem dienen sie als Verstärker der darauf abgebildeten politischen Botschaften und sorgen für Meinungsbildung bzw. -verstärkung. "Wahlplakate werden uns auch deshalb in Zukunft erhalten bleiben", ist sich der Salzburger Polit-Experte sicher.

Einprägsame Botschaft?

Der Erfolg der Wahlplakate stehe und falle aber mit der Gestaltung. "Beim Vorbeifahren muss etwas hängenbleiben. Entweder es funktioniert auf den ersten Blick oder gar nicht", meint Mühlböck. Wenig Text, dafür ein Portraitfoto samt einprägsamer Botschaft könne die Glaubwürdigkeit und Authentizität der Kandidatinnen und Kandidaten fördern.

NR-Wahl: Wahlplakate Salzburg APA/ BARBARA GINDL
Werbung in Salzburg zur Nationalratswahl 2019.

Alternativ zu den Plakaten auf der Straße findet der Wahlkampf neben dem persönlichem Kontakt vor allem im Netz statt. "Wahlkampf ohne die sozialen Medien ist mittlerweile undenkbar. Heute zählen aber nicht mehr die Anzahl der Likes, sondern die direkte Kommunikation im Netzwerk", sagt der Politikwissenschaftler. Also wie viele Menschen konnten mit welchen Botschaften erreicht werden?

Persönlicher Kontakt in Gemeinden

"Wir dürfen nicht vergessen, dass der Wahlkampf von der Bundesebene ausgeführt und gesteuert wird", so Mühlböck. Deswegen sei es besonders in kleineren Ortschaften wichtig, dass auch die Gemeindepolitiker in der Öffentlichkeit präsent sind und die Botschaften auf den Wahlplakaten mittragen. "Das macht den Anschein, dass die Bundespolitik vor Ort ist." Auf der anderen Seite dürften Bundespolitiker eigene Besuche nicht vernachlässigen, denn "persönliche Gespräche verringern die Distanz zum Wähler“, zeigt der Salzburger Polit-Experte auf. "Das darf man keinesfalls vernachlässigen, denn die persönliche Präsenz ist das Um und Auf." Das führe auch zur verstärkten Identifikation der Wahlkämpfer mit der Partei und erhöhe deren Motivation im Wahlkampf.

(Quelle: SALZBURG24)

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