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Ohne Stress durch den Ferialjob

Zahlreiche Salzburger Schüler legen sich in den Sommerferien nicht auf die faule Haut, sondern verdienen sich mit Ferialjobs etwas dazu. Damit der Ferialjob nicht zum Horror-Job wird, haben wir zehn gute Tipps parat.

Sommerzeit ist besonders für viele junge Menschen Arbeitszeit – entweder um sich beim Ferialjobben ein ordentliches “Taschengeld“ dazuzuverdienen oder um das in vielen Ausbildungsformen vorgeschriebene Pflichtpraktikum zu absolvieren. Bei beiden Arbeitsformen gibt es verschiedene Dinge zu beachten, aber grundsätzlich gilt: Ein Ferialjob ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis. Es gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere der Kollektivvertrag. Jürgen Fischer vom Jugend- und Lehrlingsschutz der AK Salzburg rät: „Gerade Eltern sollten ihre Kinder dabei unterstützen, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen, aber auch selber Regeln einzuhalten. Das gilt besonders beim ersten Arbeitsverhältnis oder Praktikum. Für die Entlohnung gibt es meist ebenso klare Regeln wie für Arbeitszeiten. Doch damit am Ende keine Überraschungen auf einen warten, sollte man sich bereits im Vorfeld informieren. Wir helfen gerne weiter!“

10 tipps ohne Panne durch den Ferialjob zu kommen

  1. Vertrag abschließen: Darin sollen Tätigkeit, Arbeitszeit sowie Beginn und Ende der Beschäftigung und die Bezahlung festgehalten sein. Ein Vertrag kann zwar auch mündlich geschlossen werden, die AK rät aber dringend zur Schriftform. Keine Verzichtserklärungen – auf das Kleingedruckte achten! – etwa auf bezahlte Überstunden unterschreiben.
  2. Anspruch auf Ruhepausen: Jugendliche unter 18 dürfen höchstens 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden haben Jugendliche Anspruch auf eine halbe Stunde Pause; Jugendliche über 18 müssen spätestens nach 6 Stunden eine Pause einlegen.
  3. Arbeitszeit aufzeichnen: Das beste Mittel, um im Streitfall gewappnet zu sein! Unrichtige Arbeitszeiten nicht abzeichnen. Eine Vorlage findet sich auf der AK-Website, ebenso ein App für Smartphones.
  4. Entlohnung: Auch ein Ferienjob muss mindestens nach Kollektivvertrag bezahlt werden; anteilige Sonderzahlungen hängen ebenfalls vom Kollektivvertrag ab. Gibt es keinen Kollektivvertrag, steht eine angemessene Entlohnung zu.
  5. Kost und Quartier: Auf freie Kost und Quartier gibt es grundsätzlich keinen Anspruch. Wenn dafür bezahlt werden muss, soll ein Abzugsbetrag vereinbart und im Arbeitsvertrag festgehalten werden. In einigen Kollektivverträgen gibt es Höchstwerte, die verlangt werden dürfen.
  6. Anteiliger Urlaubsanspruch: Ferialbeschäftigte haben einen anteiligen Urlaubsanspruch – nach einem Monat sind das zwei Tage. Wer diesen nicht konsumiert, kann ihn sich als Urlaubsersatzleistung bar auszahlen lassen.
  7. Abrechnung kontrollieren: Auch beim Ferialjob ist ein Gehaltszettel Pflicht – gut checken und bei Unklarheiten von der AK kontrollieren lassen! Wurde zustehendes Entgelt nicht bezahlt, sollte es sofort per Einschreiben beim Arbeitgeber eingefordert werden.
  8. Korrekt sozialversichert: Ferialbeschäftige müssen vom Arbeitgeber bei der Gebietskrankenkasse angemeldet werden, bevor die Arbeit aufgenommen wird. Außerdem muss er ihnen eine Kopie der An- und Abmeldung aushändigen.
  9. Steuer zurückholen: Ferialbeschäftigte können sich die so genannte Negativsteuer vom Finanzamt zurückholen, wenn über das Jahr gerechnet weniger als 12.000 Euro verdient wurde. Das kann bis zu 110 Euro bzw. 251 Euro bringen.
10. Info & Beratung: die Expertinnen und Experten der Jugendabteilung der AK Salzburg informieren und helfen vor, während und nach dem Job. Zwei Broschüren – „Ferialjobs“ und „Pflichtpraktikum“ können bei der AK bestellt oder downgeloadet werden (0662-8687-94 und www.ak-salzburg.at).
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.04.2021 um 08:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/ohne-stress-durch-den-ferialjob-59357155

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