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Neue Corona-Welle

So bereitet sich Salzburg auf Omikron vor

Testen, Impfen und verstärktes Contact Tracing

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Schon im Jänner steht in Österreich mit der Omikron-Variante eine weitere Corona-Welle bevor. (SYMBOLBILD)

Die Omikron-Variante des Coronavirus bereitet weltweit große Sorgen. Da die Mutation hochansteckend ist, wird auch mit weitaus höheren Infektionszahlen gerechnet. Wir haben nachgefragt, wie sich das Land Salzburg auf die im Jänner anstehende Omikron-Welle vorbereitet.

Die Coronavirus-Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529 oder Omikron, wie sie später genannt wurde, tauchte erst im November in Südafrika auf. Seither sind Wissenschafter und Experten weltweit in Alarmbereitschaft. Die mehr als 30 Mutationen am Spike-Protein des Coronavirus sorgen für eine vielfach erhöhte Infektiosität im Vergleich zur Delta-Variante. In Österreich rechnen Experten bei der Omikron-Welle zu Beginn des neuen Jahres mit mehr als 16.000 Neuinfektionen pro Tag.

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Der Salzburger Infektiologe Richard Greil empfiehlt angesichts der Omikron-Variante an Lockdown, Maskenpflicht und Impfkampagne weiter festzuhalten. 

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Contact Tracing bei Omikron priorisiert

In Salzburg setzt man im Umgang mit der Omikron-Variante die Vorgaben der Bundesregierung um. "Wir intensivieren bei Verdacht das Contact Tracing und auch Vollimmunisierte werden abgesondert", teilt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz im Gespräch mit SALZBURG24 am Donnerstag mit. Gerade bei hohen Fallzahlen sei die Kontaktverfolgung jedoch schwierig. Auch die Suche nach Personal stelle laut Juhasz hier derzeit eine Herausforderung dar – "der Markt ist bereits sehr ausgedünnt".

 

Frühzeitiges Erkennen von Omikron-Fällen

Eine essenzielle Rolle beim frühzeitigen Erkennen von Omikron-Fällen spielt das Testen. In Salzburg werden wöchentlich etwa 100.000 PCR- und Antigentests durchgeführt. Jeder positive PCR-Test würde bereits auf die Omikron-Variante hin untersucht, wie Markus Kurcz, Leiter des Salzburger Corona-Krisenstabes, im S24-Gespräch erklärt: "In den Laboren werden Mutationsanalysen durchgeführt. Die Sequenzierung übernimmt die AGES."

Im Krisenstab bereitet man sich schon jetzt auf einen intensiven Jänner vor. "Wir halten unser System so weit in Bereitschaft, dass wir schnell regieren können, gerade bei der Kontaktverfolgung", so Kurcz. Um auch auf Ausfälle in den eigenen Reihen vorbereitet zu sein, werden bereits spezielle Schutzmaßnahmen überlegt.

Dritte Impfung verbessert Schutzwirkung

Im Kampf gegen Omikron wird in Salzburg zudem die Impfkampagne vorangetrieben, gerade der dritte Stich wird forciert: "Bei der Omikron-Variante ist die Wirksamkeit nach zwei Impfungen im Vergleich zur Delta-Variante stark herabgesetzt. Der dritte Stich erhöht die Wirksamkeit der Vakzine deutlich", erklärt Juhasz. Man halte sich hier an die Vorgaben des Nationalen Impfgremiums und bringe vor allem mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer und Moderna, Anm.) zum Einsatz.

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184 neue Corona-Fälle wurden im Bundesland Salzburg verzeichnet. (SYMBOLBILD)

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Behelfsspitäler in Salzburg?

Weltweit rechnen Länder bei Omikron im Vergleich zu vorigen Corona-Wellen mit einer Vervielfachung der Infektionszahlen. Das stellt die ohnehin bereits stark belasteten Spitäler vor große Herausforderungen. Werden also wieder Behelfsspitäler wie jenes im Messezentrum errichtet? "Das hängt ab vom Schweregrad der Infektionen. Aus meiner Sicht ist das derzeit noch unklar", so die Landessanitätsdirektorin.

Aktuelle Corona-Welle abflachen

Südafrika zeige aktuell mildere Verläufe, wobei hier andere Faktoren – etwa eine jüngere Bevölkerung, eine geringere Durchimpfungsrate dafür mehr natürliche Immunisierung (Erkrankung, Anm.) – hineinspielen würden, führt Juhasz aus. In Salzburg sei die aktuelle Strategie jedenfalls, die derzeitige Corona-Welle weiter abzuflachen und Kapazitäten in den Spitälern zu schaffen. "Der Aufbau dieser Spitäler ist einfach, Personal zu finden und bereitzustellen hingegen ist sehr schwierig", so Juhasz.

71 Omikron-Fälle in Österreich

Im Bundesland Salzburg gibt es aktuell drei bestätigte Omikron-Fälle, österreichweit sind es 71. Schon Anfang Jänner könnte sich nach Einschätzung von Experten die Variante im ganzen Land ausbreiten. Die derzeit niedrigen Infektionszahlen seien hier wie die "Ruhe vor dem Sturm".

(Quelle: SALZBURG24)

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