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Versorgung hat Priorität

So wappnet sich Salzburg für die Omikron-Welle

Bis zu 4.000 Neuinfektionen täglich im Bundesland erwartet

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In Salzburgs Gesamtbevölkerung gibt es derzeit eine Durchimpfungsrate von 68,4 Prozent. (Stand: Mittwochnachmittag)

Den dritten Tag in Folge sorgt die Omikron-Variante im Bundesland Salzburg für über 1.000 Corona-Neuinfektionen. In den kommenden Tagen rechnen die Experten mit einer hohen Zahl an gleichzeitig Infizierten, die dann an ihren Arbeitsstellen fehlen werden. Wie ist Salzburg dafür gerüstet?

Am heutigen Fenstertag meldet das Land Salzburg 1.144 Neuinfektionen. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 1.031,5. HIER findet ihr die aktuellen Österreich-Zahlen. Von derzeitigen Modellrechnungen ausgehend schätzt Oberst Peter Schinnerl, Leiter des zentralen Covid-Managements in Salzburg, eine Spitze von bis zu 4.000 Neuinfektionen in Salzburg pro Tag.

Versorgung der Menschen habe oberste Priorität

"Mit vorausschauenden Maßnahmen wird die Versorgung unserer Bevölkerung aber so weit wie möglich gesichert", betont er am Freitag in einer Aussendung des Landes. Oberste Priorität habe es, die Versorgung der Menschen in Salzburg aufrechtzuerhalten – unter anderem mit Energie, mit Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, Müllabfuhr und Straßendienst. Es sei aber davon auszugehen, dass es durch die erwartende hohe Zahl an Infizierten zu einer Anspannung kommen werde.

In Zusammenarbeit mit der Salzburger Wirtschaft werde durch vorausschauende Maßnahmen wie beispielsweise Einteilung von Teams Vorsorge getroffen.

Notfall-Einsatztruppe bei Spar

So gibt es etwa bei der Supermarkt-Kette Spar mit Hauptsitz in Salzburg Pläne für unterschiedliche Ausfallsquoten in den Arbeitsbereichen, wie Konzernsprecherin Nicole Berkmann am Mittwoch gegenüber SALZBURG24 angab. In den Bereichen Lager und Logistik verfüge man über eine mobile Einsatztruppe von 140 Personen, die im Notfall einspringen könnten. Auch für die Märkte gebe es Stufenpläne mit genauer Vorgehensweise, so Berkmann. Nähere Details wollte sie dazu nicht bekannt geben. Nach knapp zwei Jahren Pandemie sei man aber an gewisse Ausfälle gewöhnt, da anfangs bei einem oder zwei Corona-Fällen oft mehrere Mitarbeiter in Quarantäne geschickt worden seien.

Corona-Beratungen APA/HANS PUNZ
Bei der Pressekonferenz in Wien vertreten waren: Katharina Reich, Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne), Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), Generalmajor Rudolf Striedinger, LH Markus Wallner nach einer Sitzung der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten und der gesamtstaatlichen COVID-Krisenkoordination (GECKO) am Donnerstag 06. Jänner 2022 in Wien. 

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Änderung bei Quarantäne-Regeln

Die Quarantäne-Regelungen werden nun aber geändert. Wie am Donnerstag nach dem nationalen Corona-Krisenstab bekannt gegeben wurde, gilt man nach dreifacher Immunisierung nicht mehr als Kontaktperson. Auch wenn alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben, gibt es keine Quarantäne mehr. Wir haben HIER ausführlich berichtet.

Infizierte sollen aber auch künftig nicht generell zur Arbeit geschickt werden, wie Schinnerl erklärt. "Sollten in Ausnahmefällen asymptomatische Personen weiter ihre Arbeit in Bereichen lebensnotwendiger Infrastruktur erfüllen müssen, sind die standardisierten Schutzmaßnahmen wie FFP2-Maske, Abstand halten, Einzelbüros und so weiter einzuhalten. Es ist aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese Maßnahmen selbstverständlich für alle gelten, da ein Kontakt mit asymptomatisch Infizierten am Arbeitsplatz nie ausgeschlossen werden kann", so der Leiter des Salzburger Covid-Managements.

Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe

Für diesen Fall der Fälle hat auch der Bauhof der Stadt Salzburg Vorkehrungen getroffen. So stehe dort ein Quarantäne-Container bereit, um notfalls symptomefreie Corona-Positive arbeiten lassen zu können, wie Christian Fuschlberger, stellvertretender Dienststellenleiter des Bauhofs im Gespräch mit SALZBURG24 sagt. Man habe auch eine Abmachung mit dem städtischen Abfallservice, um sich gegenseitig aushelfen zu können. Priorität hätten jedenfalls die Schneeräumung und der Winterdienst.

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Notfallkonzept der Asfinag sieht Schlafplätze vor

Damit die Sicherheit auf den Straßen gewährleistet werden kann, wappnet sich auch die Asfinag für den möglichen Ausfall einer größeren Zahl von Mitarbeitern. Es seien im Notfallplan unter anderem regionsübergreifende Einsätze sowie der Abzug von qualifiziertem Personal aus anderen Bereichen vorgesehen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Aussendung mit. Nebenbei sehen die Notfallkonzepte auch die Einrichtung zusätzlicher Schlafmöglichkeiten und die Schaffung von Alleinarbeitsplätzen vor, hieß es.

ÖBB setzt auf strikte Schutzmaßnahmen

Auch bei den ÖBB nimmt man die Bedrohung durch die Omikron-Variante "sehr ernst". Derzeit bereite sich die Bahn mit dem staatlichen Krisen- und Katastrophenschutz Management (SKKM), den Gesundheitsbehörden und unternehmensinternen Expertengruppen bestmöglich darauf vor, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Vor allem in betriebskritischen Bereichen setze man auf strikte Schutzmaßnahmen: Neben einem generellen Besuchsverbot wird etwa in festen Teams gearbeitet.

Darüber hinaus würden je nach konkretem Bereich und Tätigkeitsfeld noch weitere Maßnahmen implementiert, etwa virtuelle statt persönliche Dienstübergaben. In geschlossenen Räumen gilt die FFP2-Maskenpflicht. Außerdem soll im gesamten Konzern "überall, wo es möglich ist, im Home-Office gearbeitet werden". Die Präventionskonzepte hätten sich in den vergangenen 20 Monaten der Pandemie bewährt und man sei zuversichtlich, dass diese auch in Zukunft gut greifen.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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