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Oö. Konsumentenschützer gewannen Musterprozess gegen Gutscheinhändler

Der Gutscheinhändler muss nun den restlichen Kaufpreis erstatten und die Prozesskosten tragen. APA/dpa/Malte Christians
Der Gutscheinhändler muss nun den restlichen Kaufpreis erstatten und die Prozesskosten tragen.

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben einen Musterprozess gegen einen Gutscheinhändler gewonnen. Dieser muss den Kaufpreis für einen nicht mehr einlösbaren Hotelgutschein zur Gänze und nicht nur teilweise zurückzahlen, lautet das am Dienstag veröffentlichte Urteil des Landesgerichtes Linz.

Ein Linzer hatte im Februar 2015 einen Hotelgutschein auf einer Internet-Plattform um 98 Euro gekauft. Damit sollte er berechtigt sein, drei Nächte für zwei Personen im Doppelzimmer mit Frühstück, 4-Gang-Menü am Abend und der Nutzung der Wellnessoase in einem 4-Sterne-Hotel im Bundesland Salzburg zu verbringen. Auf dem zugeschickten Gutschein stand der Vermerk, dass er nur zwölf Monate gelte.

Neuer Hotelbetreiber akzeptiert Gutscheine nicht

Mehrere Buchungsversuche des Konsumenten und seiner Partnerin schlugen aus Termingründen fehl. Und im November stellte der damalige Pächter den Hotelbetrieb ein. Sein Nachfolger akzeptierte die Gutscheine nicht mehr. Den Kunden, die bereits gebucht hatten, bot die Internet-Plattform an, die Hotelleistungen beim neuen Betreiber in Anspruch zu nehmen und übernahm die Kosten dafür. Kunden ohne Buchung - wie die Linzer - erhielten den Schaden nur "aliquot" ersetzt. Zwei Drittel der Gültigkeitsdauer waren schon vergangen, deswegen werde nur den "Zeitwert" von 33 Euro ersetzt, argumentierte der Gutscheinverkäufer und weigerte sich auch die restlichen 65 Euro zurückzuzahlen.

Landesgericht: Gutschein und Gerichtskosten müssen erstattet werden

Das sahen die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer anders. Weil das Internet-Portal zu einer einvernehmlichen Lösung nicht bereit war, strengten sie einen Musterprozess an. Vor dem Bezirksgericht Linz verloren sie. Aber das Landesgericht als nächsthöhere Instanz stellte fest, der Verkäufer des Gutscheins müsse aus der gesetzlichen Gewährleistung dafür einstehen, dass der Käufer die Leistungen im gebuchten Hotel in Anspruch nehmen kann, unabhängig davon, wer den Betrieb nun führt. Somit ist auch der restliche Kaufpreis von 65 Euro zurückzuzahlen. Dazu kommen noch die Prozesskosten von über 1.300 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig.

(APA)

(Quelle: S24)

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