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Prozess vertagt

Paketzusteller in Salzburg wegen Vergewaltigung vor Gericht

Beschuldigter streitet Vorwürfe ab

symb_Gericht_Justiz_Staatsanwaltschaft APA/BARBARA GINDL
Ein Paketzusteller steht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in Salzburg vor Gericht. (SYMBOLBILD)

Ein Paketzusteller steht am Montag in Salzburg vor Gericht. Der 41-Jährige soll am 8. Jänner 2021 in der Landeshauptstadt während der Lieferung einer Postsendung eine 31-Jährige in deren Wohnung vergewaltigt haben. Ein Urteil wurde erst für den Nachmittag erwartet, jedoch wurde der Prozess auf Montag vertagt.

Am 25. Jänner soll der Paketzusteller dann ein zweites Mal versucht haben, sich an seinem Opfer zu vergehen.

Angeklagter bestreitet Vergewaltigungs-Vorwürfe

Der Angeklagte - ein bisher unbescholtener Afghane - bestritt im Prozess die Vorwürfe. Warum ihn die Frau belaste, sei für ihn ein Rätsel.

Paketzusteller soll Frau in Wohnung gefolgt sein

Die Staatsanwaltschaft wirft dem in Salzburg lebenden Paketauslieferer vor, der Frau nach einer Zustellung in die Wohnung gefolgt zu sein. Dort habe er sie hinten gepackt, zu Boden geworfen und vergewaltigt. Das Opfer erstatte zunächst keine Anzeige, installierte am 10. Jänner aber eine als Türglocke getarnte Kamera an ihrer Eingangstüre. Später von der Polizei sichergestellte Aufnahmen dokumentieren dabei in den folgenden Wochen mehrere Paket-Lieferungen des Angeklagten.

Auf den Videos vom Tag der versuchten Vergewaltigung, dem 25. Jänner, ist zu erkennen, dass der Mann fünf bis sechs Minuten in der Türe oder in der Wohnung seines Opfers geblieben sein dürfte. Auf Nachfrage der Richterin sagte er heute, dass er die Frau damals angesprochen habe, weil sie immer sehr traurig gewesen sei und er Verletzungen an ihr bemerkt hätte - "als ob sie sich mit dem Rasiermesser an den Händen verletzt hat". Er habe sie darum gefragt, warum sie verletzt sei und dabei für einige Sekunden am Handgelenk berührt. "Sie sagte damals nur: Alles gut. Vier Tage später hat mich die Polizei angerufen und mich mit dem Vergewaltigungsvorwurf konfrontiert."

41-Jähriger beteuert Unschuld vor Gericht in Salzburg

Die Frau habe für ihn keinen Reiz gehabt, betonte der Vater einer Tochter, die derzeit mit ihrer Mutter in Deutschland lebt, im Zuge der Familienzusammenführung aber nach Österreich kommen soll. "Ich habe Respekt vor den Menschen und vor dem Gesetz." Er sei nie in die Wohnung der Frau gegangen, sondern maximal in der Türe gestanden, um ihre Hunde zu streicheln. Wie sein Verteidiger sagte, gebe es außer den Aussagen des Opfers keine Beweise. Zudem hätte sein Mandant, der oft 14 Stunden am Tag arbeitete und täglich 150 bis 200 Sendungen zustellte, gar keine Zeit gehabt. Allerdings ist am Tag der behaupteten Vergewaltigung keine weitere Zustellung durch den 41-Jährigen mehr dokumentiert.

Prozess vertagt

Laut einem Gutachten erlitt die Frau durch die Vergewaltigung eine posttraumatische Belastungsstörung. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Angeklagten zwischen fünf und 15 Jahre Haft. Der Prozess wurde am Montag zur Einholung eines aussagepsychologischen Gutachtens vertagt.

(Quelle: APA)

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