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"Paradigmenwechsel"

Stadt und Land stellen "Masterplan Verkehr" vor

stauFMT.jpg FMT-Pictures/MW/Archiv
Stadt und Land Salzburg wollen sich in der Verkerhspolitik offenbar besser abstimmen. 

Stadt und Land Salzburg wollen das Verkehrsmanagement im Zentralraum auf komplett neue Beine stellen. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag präsentierten Verkehrslandesrat Stefan Schnöll und Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (beide ÖVP) die Pläne.

Das gemeinsame Ziel ist es, für Verbesserungen in der Verkehrsstruktur zu sorgen und die gemeinsame Planung weiter abzustimmen. Im Herbst wurde die neue Verkehrsplanung für den Zentralraum aufgestellt, dazu wurde nun die Steuerungsgruppe „Öffentlicher Verkehr Stadt/Land“ gegründet. Diese soll Grundlage für die Entscheidungen in der Politik sein. Der Salzburg AG wird die Planung des städtischen Öffentlichen Verkehrs entzogen.

Gemeinsame Verkehrsleitzentrale in Salzburg

Um auf plötzlich einsetzende Verkehrsströme bestmöglich reagieren zu können, soll künftig eine gemeinsame Verkehrsleitzentrale von Stadt und Land eingerichtet werden. Dazu soll auf Daten zurückgegriffen werden, die der Verkehrsverbund, die Polizei und die Asfinag bereits jeweils in eigenen Leitzentralen erheben. Anhand dessen könne dann schnell auf das jeweilige Verkehrsaufkommen reagiert werden, etwa mehr Busse an Schlechtwettertagen zu organisieren oder die Ampeln intelligent zu steuern. Schnöll bezeichnet dieses Vorhaben als „Paradigmenwechsel in der Salzburger Verkehrspolitik“.

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Harald Preuner (links) und Stefan schnöll beim Pressegespräch am Dienstag. 

Pendlerstromanalyse als Grundlage

Derzeit wird eine Pendlerstromanalyse durchgeführt. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Analyse sollen dann die Regionalbus-Linien an die Pendlerbedürfnisse angepasst werden. Geplant ist zudem, dass die Regionalbusse vermehrt durch die Stadt geleitet werden, was sich wiederum auf das städtische Busnetz auswirke. Das soll mehr Pendler zum Öffi-Umstieg animieren.

Durchzugsverkehr durch Stadt verringern

In der Stadt Salzburg soll zudem der Durchzugsverkehr verringert werden. Weiter verfolgt wird der Ausbau der Mönchsberggarage, der die Fortsetzung der Begegnungszone entlang Karajanplatz, Münzgasse und Museumsplatz ermöglichen soll. Außerdem wird bereits an einem Plan gearbeitet, Touristen an Schlechtwettertagen im Sommer am Parkplatz am Messegelände mit Shuttle-Bussen in die Innenstadt und Retour zu bringen.

Neutor-Sperre stößt sauer auf

Die überfallsartig beschlossene Sperre des Neutors stößt Schnöll und Preuner immer noch sauer auf. „Es geht um die Beruhigung der Innenstadt, eingebettet in ein Gesamtkonzept und nicht um eine Einzelmaßnahme“, so Preuner beim Pressegespräch. Er will nach der Wahl die Sperre wieder rückgängig machen.

So soll der öffentliche Verkehr gestärkt werden:

  • In einem ersten Schritt soll die Lokalbahn bis zum Mirabellplatz verlängert werden.
  • Regionalbusse sollen künftig nicht mehr nur bis zum Hauptbahnhof fahren. Basierend auf der Pendlerstromanalyse sollen diese Busse dann auch im innerstädtischen Verkehr eingesetzt werden.
  • Das Land sieht aktuell den Ausbau von sechs Musterkorridoren vor. Diese sollen ergänzend zum Schienenverkehr verlaufen, einen dichteren Takt haben und mit P&R-Plätzen verbunden werden. Im Vorjahr wurde der erste Musterkorridor nach Koppl, St. Gilgen (Flachgau) und Bad Ischl (OÖ) ausgebaut, jener nach Mattsee befindet sich gerade in der Umsetzung.

Das ist im innerstädtischen Verkehr geplant:

  • Die Münchner Bundesstraße soll bis zum Knoten Mitte ausgebaut werden. Damit würde das Nadelöhr ab der Lieferinger Kreuzung entschärft. Ausgebaut werden soll dabei auch ein durchgehender Radweg direkt zu den Salzach-Radweg-Achsen.
  • Ein Kreisverkehr an der Kreuzung von Innsbrucker Bundesstraße und Karolingerstraße.
  • Eine digitale Kurzzeitvignette für die städtische Autobahn soll den Ausweichverkehr durch die Stadt minimieren.
  • Ein intelligentes Verkehrsregelungssystem soll Fahrzeuglenker künftig über ihr Navi über die Verkehrslage aufklären. Dazu sind Verkehrszentralen an den Einfahrtsstraßen notwendig.
  • Die Erweiterung gebührenfreier Kurzparkzonen soll Pendlern den Öffi-Umstieg erleichtern.
  • Der Parscher Schnellradweg soll von der Eder-Kreuzung bis zur Schwabenwirtsbrücke führen und so als wichtige Nord-Süd-Verbindung dienen.

Der LIVETICKER zum Nachlesen:

(Quelle: SALZBURG24)

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