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Party-Stillstand seit Monaten

"Öffnung der Nachtlokale wäre fahrlässig"

Soda-Chef über Lage der Salzburger Clubszene

Soda Flip FMT-Pictures/MW
Die Cocktailbar Flip und der SodaClub sind sonst beliebte Anlaufstellen für Feiernde. (ARCHIVBILD)

Seit genau einem Jahr steht die Nachtgastronomie in Österreich still. Vergangenen Samstag haben einige Clubs und Lokale in Innsbruck für den „Tag des offenen Clubs“ vorübergehend und unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen ihre Pforten geöffnet. Ein Salzburger Lokalbesitzer gibt uns einen Einblick, wie es um die hiesige Nachtszene steht.

Der Verein Club Commission Innsbruck, der Nachtlokalbesitzer vertritt, verhandelt seit Oktober mit der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol wegen eines Rettungspakets für die Nachtgastronomie. Ziel ist es, die Schließung weiterer Betriebe zu verhindern. Wir haben nachgefragt, wie die Situation in der Salzburger Clubszene ist und welche Aussichten Lokalbetreiber haben.

Salzburgs Bars seit Herbst keine Stunde geöffnet

Dass Nachtlokale seit November nicht mehr geöffnet waren, sei ganz klar gerechtfertigt, erklärt Franz Grubinger gegenüber SALZBURG24. Grubinger betreibt die Cocktailbar Flip und den SodaClub in der Gstättengasse. Er sieht die Nachtlokale "vollkommen zurecht" als Schlusslicht bei den Öffnungen. „Ein Club muss voll sein und es muss ausgelassen gefeiert werden, damit es lustig ist. Das ist aber in dieser Situation ganz klar nicht machbar. Es wäre fahrlässig die Clubs aufzusperren.“

 

Enorme Kosten bei null Einkommen

Lokalbetreiber werden nicht im Stich gelassen, stellt Grubinger klar. Es gebe natürlich Hilfen, diese werden aber nach und nach reduziert. „Auch ohne Betrieb verursacht ein Lokal enorme Kosten. Wir haben, um Entlassungen zu vermeiden, das Personal in Kurzarbeit geschickt. Dazu kommen dann noch Kosten für die Räumlichkeiten und so weiter.“ Die Lage sei aber durch Rücklagen, auf die zurückgegriffen werden könne, noch nicht dramatisch.

„So etwas wie Planungssicherheit gibt es derzeit nicht“

Laut dem Gastronom seien Pläne in Zeiten wie diesen meistens vergebens. „Die Lage ändert sich so schnell, dass gemachte Pläne rasch wieder hinfällig sein können.“ Man müsse die Dinge akzeptieren wie sie sind. „Ich kann nicht sagen, dass ich total unzufrieden oder böse wäre auf irgendetwas oder irgendjemanden.“ Der Betrieb könne laut Grubinger nur wieder aufgenommen werden, wenn das Risiko abschätzbar ist. Die Öffnung der Lokale erzwingen zu wollen hält er für fahrlässig.

Nachtlokale als Ausnahme

Zuletzt wurden von Vertretern der Gastronomie vermehrt Öffnungsschritte sowie ein fixes Öffnungsdatum gefordert. Hoffnungen darauf, zumindest in Gastgärten bald wieder Gäste bewirten zu dürfen, haben sich aber mit der Pressekonferenz am Montag vorerst erledigt. Bars, Clubs und andere Nachtlokale werden sich, im Vergleich zur generellen Gastronomie, jedoch weitaus länger gedulden müssen, bis sie ihre Türen wieder für Feiernde öffnen dürfen. 

(Quelle: SALZBURG24)

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