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2,5-G ab Montag

Chaos um PCR-Tests in Salzburg

Arbeiterkammer ortet Probleme bei Umsetzung

Während das Land Salzburg von einem "umfangreichen und flächendeckenden" PCR-Test-Angebot spricht, berichten immer mehr S24-User, dass es Probleme mit den Auswertungen gebe. Ab Montag gilt in Salzburg zusätzlich die 2,5-G-Regel am Arbeitsplatz, was für mehr Chaos sorgen könnte. Daher fordert auch die Arbeiterkammer (AK) bis dahin Lösungen.

PCR-Gurgeltests sind in Salzburg aktuell stark nachgefragt. Nicht zuletzt, weil ein negatives Ergebnis zum Beispiel für den Eintritt in die Nachtgastronomie oder zu größeren Veranstaltungen notwendig ist. Ab Montag gilt zusätzlich die 2,5-G-Regel am Arbeitsplatz. Das könnte die Nachfrage weiter deutlich erhöhen, aber auch die Auswertung der Gurgeltests zu einer Mammutaufgabe machen.

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Gurgeltests bei Spar oft vergriffen

In Salzburg sollten die Gurgeltests in Spar-Filialen erhältlich sein. Doch laut den Recherchen der Arbeiterkammer seien diese oftmals vergriffen. Der Hersteller Novogenia komme mit der Produktion der PCR-Gurgeltests nicht hinterher, erklärt Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann auf S24-Anfrage am Donnerstagvormittag. Man habe im Vorfeld konkrete Liefermengen ausgemacht, die nun nicht erfüllt worden seien.

 

Drittel der PCR-Tests nicht ausgewertet

Zahlreiche S24-User klagten ebenfalls über nicht verfügbare Tests, die nicht erreichbare Website des Landes oder fehlende Testergebnisse. „Ein Drittel der Tests wurden nicht ausgewertet“, so Salzburgs AK-Präsident Peter Eder. Im Gespräch mit SALZBURG24 äußerte er seine Bedenken und Befürchtungen für den bevorstehenden Start der 2,5-G-Regel. „Ich schicke täglich Mails an den Landeshauptmann mit Problemen, die bis nächste Woche gelöst werden müssen“.

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Mehr Abgabestationen gefordert

Ein großes Anliegen sei ihm, dass die Abgabestationen für PCR-Tests flächendeckender angeboten werden sollten. „Menschen, die um 6.30 Uhr zu arbeiten beginnen, können vorher nicht zur Abgabestation“, merkt Eder an. Zumal Arbeitnehmer bis zu dreimal pro Woche testen müssten. „Wenn wir uns die Ungeimpften in Salzburg ansehen, dabei Kinder und Pensionisten rausnehmen, dann bleiben zirka 100.000 Menschen. Das wären bis zu 300.000 PCR-Tests, die wöchentlich ausgewertet werden müssen“, rechnet der AK-Präsident vor und befürchtet eine Überlastung der Kapazitäten des auswertenden Labors Novogenia.

 

AK fordert zweites Labor zur Auswertung

Auf Anfrage von SALZBURG24 ließ Novogenia kurz und knapp verlauten: „Möglich ist alles“. Aber auch die Erweiterung der Test-Auswertung auf sieben Tage pro Woche sollte laut AK ermöglicht werden. Viele würden ihre Ergebnisse sonst nicht rechtzeitig zum Start der neuen Arbeitswoche bekommen. „Daher schlage ich vor, dass das Land neue Partner finden soll. Etwa das Tauernklinikum, das bereits für andere Bundesländer auswertet“, fordert Eder.

Land reagiert auf AK-Kritik

Doch das ist gar nicht so einfach möglich, wie Landes-Sprecher Franz Wieser zu S24 sagt: Das Tauernklinikum könne bei der Auswertung der PCR-Gurgeltests aus rechtlichen Gründen nicht mithelfen, da das Konsortium aus Novogenia, Spar und dem Distributionspartner den Zuschlag von der Bundesbeschaffungsagentur erhalten habe und allein dafür in Salzburg zuständig sei. Eine Ausweitung der Auswertungen an Sonn- und Feiertagen sei aktuell nicht geplant. Ziel sei es, dass das "bestehende System problemlos an den Werktagen läuft", so Wieser.

Die Probleme, dass mitunter länger als 24 Stunden auf das Testergebnis gewartet werden muss, seien bekannt. Man arbeite an einer Lösung, betont der Landes-Sprecher. Grund für die aktuellen Verzögerungen könnte der Umstand sein, dass auf den vergangenen Sonntag mit Allerheiligen ein Feiertag gefallen ist.

Bis Mittwochnachmittag seien insgesamt 822.750 kostenlose Test (ein ausgegebenes Kit beinhaltet 10 Tests) über die Ladentheke gegangen. "Bis dato sind erst rund 13.000 Tests retour gekommen", zeigt Wieser auf.

Was tun, wenn das Ergebnis ausbleibt?

Aber was darf oder soll ein Arbeitnehmer tun, dessen Testergebnis tatsächlich nicht rechtzeitig ankommt? „Das ist juristisch noch nicht geklärt“ merkt Eder an. Zu diesem Thema wären bei der Arbeiterkammer bereits „massive Anfragen“ eingegangen. „Ich sehe hier Druck auf die Arbeitnehmer, weil sei keine andere Möglichkeit haben, um ohne negatives Testergebnis in die Arbeit zu gehen. Aber eine Impfpflicht durch die Hintertür wird es mit uns nicht geben.“

Welche Möglichkeiten haben Arbeitnehmer?

„Um als Mitarbeiter schadlos davonzukommen, sollte man immer einen Screenshot vom Test machen. So hat man was in der Hand, weil arbeitsrechtlich eine Beweispflicht gilt“, rät der AK-Präsident. Auf keinen Fall solle man eine Entlassung oder Strafe riskieren und ohne gültigen Test in den Betrieb gehen. Ein Thema, das die Landesregierung bis Montag zu lösen hat.

Die Handhabung der Tests

  • PCR-Gurgel-Set an der Ausgabestelle abholen (maximal 10 Stück für einen bis zu Drei-Personenhaushalt)
  • Persönliches Probenkonto anlegen (ab 27.10.)
  • Probe registrieren und gurgeln
  • Probe innerhalb von zwei Stunden in eine Sammelbox bei der Abgabestelle einwerfen.
  • Bei Einwurf werktags bis 10 Uhr (nicht an Sonn- und Feiertagen) kommt das Ergebnis bis zum nächsten Tag.
    Ergebnis kommt als SMS mit einem Link zum Analysebefund (Geburtsdatum = Passwort).
  • HIER findet ihr eine Ausgabestelle bzw. Abgabestellte in eurer Nähe.

PCR-Testangebot des Landes

  • 14 Stationen des Roten Kreuzes in allen Bezirken mit beaufsichtigten PCR-Gurgeltests mit einer Kapazität von rund 75.000 Tests pro Woche 
  • Fast 70 Apotheken in ganz Salzburg
  • PCR-Gurgeltests für Zuhause
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 25.05.2022 um 08:51 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pcr-tests-auswertung-sorgt-fuer-chaos-in-salzburg-111892423

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