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Salzburger Experte klärt auf

Darum sind die Pegelstände so hoch

Aufgrund der außergewöhnlichen Schneeschmelze hat die Salzach in Mittersill (Pinzgau) die Warngrenze erreicht, die Flüsse im Bundesland führen sehr viel Wasser. Warum es aktuell zu einer derartigen Schneeschmelze kommt und wie sich die Situation noch verschärfen könnte, erklärt Harald Huemer vom Hydrographischen Dienst in Salzburg im Gespräch mit SALZBURG24.

Die Salzach in Mittersill hat die Warngrenze überschritten. „Derzeit haben wir Abflüsse, die weit über das jährliche Ausmaß hinausgehen. So etwas passiert statistisch gesehen alle fünf bis zehn Jahre“, erklärt der Experte.

Salzburg: Gewässer mit hohen Pegeln

„Außergewöhnlich ist, dass wir in Salzburg alleine durch die Schneeschmelze – also ohne Beteiligung von Niederschlägen – so hohe Pegelstände haben. Das ist vorwiegend darauf zurückzuführen, dass wir im Mai noch einmal sehr viel Schnee in den höheren Lagen bekommen haben. Die hohen Temperaturen sorgen nun für einen raschen Abfluss“, erzählt Huemer.

Das passiert bei einer Schneeschmelze

Was passiert bei einer Schneeschmelze eigentlich genau? „Schmilzt der Schnee, sinkt die Schneedecke zunächst bis zu einem gewissen Grad in sich selbst zusammen, das heißt, der Wasserwert im Schnee erhöht sich. Irgendwann verflüssigt sich der Schnee und fließt ab“, weiß der Hydrologe. „In den kälteren Jahreszeiten findet je nach Temperatur die Schmelze untertags statt, in der Nacht geht sie dann wieder stark zurück. Derzeit befinden wir uns weit über der Null-Grad-Grenze, das heißt, die Schmelze findet 24 Stunden am Tag statt. Daher kommt es zu diesen hohen Abflüssen“, berichtet Huemer. Die Abflussspitzen werden in den frühen Abendstunden erreicht, weil es den Fließweg des Wasser miteinrechnen muss.

Schlechtwetter kann Lage verschärfen

Verschärfen könnte sich die aktuelle Situation, wenn sich Schlechtwetter ankündigt: „Vor allem lokale Gewitter sind nur sehr kurzfristig vorhersehbar und kommen quasi aus dem Nichts“, klärt der Experte auf. Nach aktuellem Stand sei die Lage aber nicht gefährlich: „Es zeichnet sich derzeit kein Szenario ab, in dem es kritisch werden könnte. Dazu bräuchte es hohe Niederschlagsmengen und die sind derzeit nicht prognostiziert“, entwarnt Huemer.

Schneeschmelze: Natur reguliert sich selbst

Zurückgehen wird die Schneeschmelze schließlich von selbst, wie der Hydrologe erklärt: „Mit der Zeit reguliert sich das von selbst, da es ja kein endloses Schnee-Reservoir auf den Bergen gibt. Normalerweise gibt es pro Monat einen Schneerückgang von circa einem Meter, derzeit geht es schneller und ein Meter verschwindet binnen zwei Wochen. Das heißt, die Schmelzabflüsse werden in absehbarer Zeit zurückgehen. Wann das genau passiert, können wir aber nicht vorhersagen.“

(Quelle: SALZBURG24)

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