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Petition gegen Streichung von drei IC-Zugverbindungen Salzburg-Graz

Am Dienstag wird eine Petition zur Sicherung der IC-Zugverbindungen Salzburg-Graz im Parlament diskutiert.

Eine Petition zur Sicherung von IC-Zugverbindungen Salzburg-Graz-Salzburg und zur Einführung einer gesetzlichen Regelung für den liberalisierten Bahnmarkt wird am Dienstag im Parlament an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer übergeben. Darin fordern die sozialdemokratischen Nationalratsabgeordneten Johann Maier und Erwin Spindelberger und die vida-Landesvorsitzenden Walter Androschin und Fritz Ploner die Rücknahme der geplanten Streichungen von drei Fernverkehrsverbindungen auf der Strecke Salzburg-Graz. Die Petition wurde heute, Montag, nach einer Pressekonferenz in der Stadt Salzburg unterzeichnet.

Warnung vor weiteren Ausdünnung im Zugverkehr

Die Unterzeichner warnten vor einer weiteren Ausdünnung im Zugverkehr. Falls die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit dem nächsten Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 tatsächlich drei der insgesamt sechs Direktverbindungen auf der Strecke Salzburg-Graz einstellen, drehe sich die Abwärtsspirale weiter: Reisende würden vom öffentlichen Verkehrsmittel vertrieben, obwohl im Einzugsbereich des "IC Salzburg-Graz" zirka eine Million Menschen wohnen, betonte der steirische Gewerkschafter und AK-Vizepräsident Fritz Ploner. "Graz als zweitgrößte Stadt Österreichs verliert mit diesem Fahrplanwechsel insgesamt ein Fünftel der Fernverkehrsverbindungen. Es fallen auch sechs Züge von Graz nach Maribor weg."

Argument der ÖBB: Zu wenig Fahrgäste

Das Argument der ÖBB, bei einer Frequenzzählung in einem Frühzug seien nur 30 Leute von Graz nach Salzburg gefahren, bezeichnete der Salzburger Gewerkschafter Androschin als "Erbsenzählerei". "Die Bahn ist ja keine Flugzeug, sondern bleibt zwölf- bis 15-mal stehen. Da geht es um Anschlüsse, um Unterwegsverbindungen." Die Züge hätten ja nicht nur ausschließlich Fernverkehrsagenden über. "Bedient wird die ganze Region, das ist auch Nahverkehr. Da sind Pendlerschicksale betroffen", sagte der steirische Abgeordnete Spindelberger. Bei der Frequenzzählung seien offenbar auch nur Vollpreiskarten gezählt worden. Und wozu werde der Bahnhof in Schladming für die 14-tägige Ski-WM 2013 mit einem Kostenaufwand von 14,4 Millionen Euro errichtet, wenn das restliche Jahr über die Strecke Enns-Pongau ausgetrocknet werde, fragten die Petitionsunterzeichner.

Androschin denkt an C02-Überschreitung

Um "den Teufelskreis" der Bahnliberalisierung zu durchbrechen und das "Rosinenpicken" zu verhindern, sei eine gesetzliche Regelung zur Sicherung des Personenverkehrs ähnlich wie der Universaldienst nach dem Postmarktgesetz notwendig, hieß es. Demnach müssten sich alle Bahnanbieter - und damit auch die neuen privaten Betreiber auf der Westbahn - an der Versorgung der Regionen beteiligen, entweder durch einen Ausgleichsfonds oder durch die Übernahme von Strecken und Zugverbindungen mit geringer Nachfrage, erläuterte der Salzburger Abgeordnete Maier. Nur so könne der Wettbewerb auf der Schiene in Österreich halbwegs fair ablaufen. Androschin hegt die Hoffnung, dass die Streichung der drei Direktverbindungen auf der Strecke Salzburg-Graz nun doch nicht erfolgt. Mit leichten Fernverkehrstriebwagen wäre die Zugverbindung auch lukrativer. Er gab zu bedenken, dass Österreich für die C02-Überschreitung in den Jahren 2008 bis 2012 um die 350 Millionen Euro zahlen müsse. (APA)

(Quelle: S24)

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