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Mandeldrink und Co

Pflanzliche Milch-Alternativen oft zu fett und zu süß

Salzburger Institut stellt keine guten Noten aus

Wer meint, sich mit Milch-Alternativen gesünder zu ernähren, irrt oft. Wie das Salzburger vorsorgemedizinische Institut SIPCAN nun herausfand, sind Mandelmilch und Co oft viel zu süß und zu fett. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.

Vegetarisch oder vegan heißt nicht automatisch auch gesund: Das hat das Salzburger vorsorgemedizinische Institut SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition) nun in einer Studie zum Zucker- und Fettgehalt in pflanzlichen Milchalternativen (zum Trinken und Löffeln) erhoben. Denn von den 424 untersuchten Produkten war ein Viertel zu süß und jedes zehnte zu fettreich. Daher sollte beim Kauf bewusst auf die Nährwerttabelle geschaut werden.

 

Großes Angebot an Milch-Alternativen

Die Lebensmittelindustrie hat - dem Trend zu vegetarischer oder veganer Kost folgend – inzwischen eine große Palette an derartigen Produkten auf den Markt gebracht, von der Soja-"Milch" bis zum Frucht-"Joghurt". Diese "Milch"-Produkte auf pflanzlicher Basis werden zumeist aus Getreidearten, Nüssen, Samen oder Hülsenfrüchten erzeugt. Ende 2022 begab sich SIPCAN auf Einkaufstour oder nahm Kontakt mit den Produzenten auf, um erstmals auch diese Lebensmittel genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei zeigte sich, dass ein gutes Drittel (35 Prozent) beim Fett- und/oder Zuckergehalt die vorgegebenen Werte überschritt. Diese liegen in Anlehnung an die Weltgesundheitsorganisation WHO beim Zucker bei maximal 6,7 Gramm pro 100 Gramm/Milliliter und beim Fett bei maximal 4,2 Gramm.

 

Mandeldrink und Co viel zu fett und süß

Umgekehrt bedeutet es aber, dass annähernd zwei Drittel diesen Vorgaben entsprachen. Der durchschnittliche Zuckergehalt lag bei 4,6 Gramm und der durchschnittliche Fettgehalt bei 2,7 Gramm. Positiv fiel den Prüfern auf, dass kein einziges Produkt mit Süßstoffen gesüßt war. Aufpassen heißt es vor allem bei Produkten, die rein auf Kokosbasis hergestellt sind. Bei ihnen betrug der Fettgehalt durchschnittlich 6,7 Gramm und lag damit deutlich über dem Orientierungskriterium. Im Gegensatz dazu lag der durchschnittliche Fettgehalt bei Produkten auf Reisbasis bei lediglich 1,0 Gramm.

 

Zucker gar nicht auf Zutatenliste

SIPCAN wies auch darauf hin, dass bei diesen Produkten die Herstellungsmethode einen großen Einfluss auf den Zuckergehalt hat. So gibt es Pflanzendrinks mit 0 Gramm Zucker und andere, deren Zuckergehalt über den SIPCAN-Orientierungskriterien liegt, obwohl in beiden Fällen überhaupt kein Zucker zugesetzt wurde und dieser daher auch nicht auf der Zutatenliste zu finden ist. Der Grund dafür sind Enzyme, die bei manchen Produkten im Herstellungsprozess eingesetzt werden. Diese spalten die Kohlenhydrate des Ausgangsprodukts in Zucker auf, wodurch das Produkt auch süßer wird. Die Enzyme findet man jedoch nicht auf der Zutatenliste, da sie im fertigen Produkt nicht mehr nachzuweisen sind. So kann ein Produkt ohne Zuckerzusatz trotzdem Zucker enthalten. Gerade bei Milchalternativen ist es daher besonders wichtig, einen bewussten Blick auf die Nährwerttabelle und nicht nur auf die Zutatenliste zu werfen.

Wie viel Eiweiß haben Haferdrink und Co?

Und noch eine Frage beantwortete das Institut, nämlich wie es mit der Eiweiß-, Kalzium- und Probiotika-Versorgung bei pflanzlichen "Milch"-Produkten aussieht. Diese seien in dieser Hinsicht eine gute Alternative, allerdings sei es dann sinnvoll, auch darauf zu achten, dass diese Produkte mit Kalzium angereichert sind oder man genügend andere Kalziumquellen wie zum Beispiel kalziumreiches Mineralwasser konsumiert.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 01.02.2023 um 08:01 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pflanzliche-milchalternativen-oft-zu-fett-und-zu-suess-133085923

Kommentare

FKR

Die wichtigsten Kalziumlieferanten sind: Milch, Milchprodukte, kalziumreiche Mineralwässer und grünes Gemüse (Fenchel, Grünkohl, Broccoli, Lauch,...). Auch Obst (Brombeeren, Johannisbeeren, Himbeeren), Kräuter und Nüsse enthalten relativ viel Kalzium. also wofür braucht man all die anderen kunstprodukte und höchstverarbeiteten pseudolebensmittel

R.I.

Liebes S24 Team Bitte diese Produkte nicht als Milch bezeichnen.

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