Jetzt Live
Startseite Salzburg
Maßnahmenpaket

Land Salzburg investiert 74 Mio. Euro in Pflege

Alltagsbegleitung als neue Betreuungsform

Pflege, SB APA/HELMUT FOHRINGER
Noch heuer soll ein neues Angebot für stundenweise Betreuung starten. (SYMBOLBILD)

Mehr als 100 Expertinnen und Experten haben das "Maßnahmenpaket Pflege und Betreuung" für Salzburg erarbeitet. Die Ergebnisse der dafür 2018 initiierten Plattform Pflege wurden und werden nun Schritt für Schritt umgesetzt. Das Land Salzburg nimmt dafür zusätzliche 74 Millionen Euro in die Hand.

"Wir haben in den vergangenen Monaten viele Maßnahmen auf den Weg gebracht: verbesserte Arbeitsbedingungen, mehr Ausbildungsangebote und Unterstützung für pflegende Angehörige", fassen Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (beide ÖVP) und Heinrich Schellhorn (Grüne) die jüngsten Neuerungen am heutigen Internationalen Tag der Pflege zusammen.

 

"Das Thema Pflege und Betreuung nimmt im gemeinsamen Regierungsprogramm eine wesentliche und wichtige Rolle ein. Die ersten Schritte haben wir gemacht, es werden noch viele weitere folgen. Nicht erst die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass dieser Bereich für alle Salzburgerinnen und Salzburger unverzichtbar ist", betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Pflege als Budget-Schwerpunkt

Pflege und Betreuung schlägt sich auch im Budget des Landes nieder, Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl betont dazu: "Dieser Bereich ist es uns einfach wert, weil er uns alle betrifft oder betreffen wird. Für die Umsetzung der Pläne aus der Plattform Pflege haben wir die Budgets deutlich erhöht. Insgesamt werden 74 Millionen Euro bis 2023 zur Verfügung gestellt."

Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen

"Das Budget für Pflege und Betreuung nimmt heuer mit 205 Millionen Euro den größten Posten im Sozialbudget ein", so Sozialreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. Die mobilen Dienste wie Haushaltshilfe und Hauskrankenpflege bekommen seit 1. Jänner 2020 um drei Millionen Euro mehr, die Träger der Seniorenwohnhäuser ab Juli zusätzlich sieben Millionen Euro jährlich. "Damit können Gehaltserhöhungen und zusätzlicher Personalbedarf sowie bessere Arbeitsbedingungen abgedeckt werden. Leistungen für Pflege und Betreuung nehmen nicht nur ältere Menschen, sondern auch Menschen mit Behinderungen in Anspruch. Bereits 2020 erfolgt eine erste Verbesserung der Gehaltssituation, 2021 werden die Tarife für die Einrichtungen und damit Arbeitgeber erhöht werden", so Schellhorn über die bereits in Kraft getretenen Verbesserungen und kommende Maßnahmen im Bereich Pflege und Inklusion.

Neu: Die Alltagsbegleitung

Noch in diesem Jahr soll dann auch das neue Angebot der stundenweisen Alltagsbegleitung für Menschen, die zu Hause leben, starten. "Diese neue Betreuungsform wird ein weiteres Entlastungsangebot für Angehörige sein", betont Schellhorn. Zur Unterstützung pflegender Angehöriger sieht das Land für die laufende Legislaturperiode bis 2023 zusätzliche 11,53 Millionen Euro vor. Der Trend geht in Richtung Betreuung zu Hause. Mehr als 6.000 Personen nehmen bereits Haushaltshilfe oder Hauskrankenpflege in Anspruch. Bei der Pflege und Betreuung daheim sollen Angehörige weiter entlastet werden. "Mit Tageszentren, Kurzzeitpflege, Haushaltshilfe und Hauskrankenpflege können Angehörige kurzfristig oder auch dauerhaft entlastet werden. Daher wollen wir diese Hilfen weiter ausbauen", erklärt Schellhorn.

Mehr Beratung professionell und regional

"Ein wichtiges Anliegen ist uns auch der Ausbau der kostenlosen Pflegeberatung des Landes. Diese übernimmt vor allem in akuten Situationen eine wichtige Funktion", so Schellhorn. Derzeit verzeichnet die Pflegeberatung mehr als 100 Anrufe pro Woche. Das Service ist kostenlos und wird landesweit angeboten. "Der Ausbau der Pflegeberatung soll noch bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. So können noch mehr Menschen kompetent auf dem Weg zu ihrem individuellen Pflegemodell begleitet werden", so der Sozialreferent über die Ziele und Maßnahmen der Landesregierung.

Salzburger Kampagne als österreichweites Vorbild

Die Salzburger Bemühungen, die Leistungen des Pflegepersonals vor den Vorhang zu holen und gebührend zu würdigen, stoßen auf positives Echo: In der jüngsten Ausschusssitzung haben Salzburger Landtagsabgeordnete gefordert, eine österreichweite Imagekampagne für Pflegeberufe nach dem Vorbild Salzburgs – wie bei der Kampagne "Das ist stark" zu starten, um Interessenten für Pflegeberufe anzusprechen. 

(Quelle: SALZBURG24)

Whatsapp

Aufgerufen am 29.09.2020 um 11:40 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pflege-land-salzburg-investiert-74-mio-euro-zusaetzlich-87463738

Kommentare

Mehr zum Thema