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Personalnot

Stipendium soll Pflegeberufe attraktiver machen

Bund, Land und AMS bündeln Kräfte

Dem eklatanten Personalmangel in der Pflege in ganz Österreich soll nun entgegengewirkt werden. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), Arbeitsminister Martin Kocher und AMS-Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer präsentierten dafür heute die Strategie des Landes.

In der Pflege ist der Mangel an Arbeitskräften besonders groß – und er hat sich durch die Pandemie und die damit verbundene psychische und physische Mehrbelastung noch weiter verschärft. „Konkret verzeichnen wir derzeit am österreichischen Arbeitsmarkt 7.659 offene Stellen im Gesundheits- und Pflegebereich“, berichtet Arbeitsminister Martin Kocher am Donnerstag im Zuge einer Pressekonferenz. Je nach Studie geht man von ungefähr 70.000 bis 100.000 Pflegekräften aus, die bis 2030 fehlen könnten. Daher rufen wir mit einem speziellen Stipendium ein weiteres Ausbildungsprogramm im Rahmen der Pflegereform ins Leben, um noch mehr Ausbildungspotenzial sowie -plätze zu schaffen“, so Kocher beim Pressegespräch in Salzburg.

 

Stipendium für Einstieg in Pflegeberuf

Das Pflegestipendium wird in enger Kooperation mit den Bundesländern sowie dem Arbeitsmarktservice abgestimmt und umgesetzt. „Wir schaffen eine in dieser Form nie da gewesene Weiterbildungsmöglichkeit, die es jeder und jedem ermöglicht, sich in einem Pflegeberuf qualifizieren zu lassen. Das gilt erstens für Personen, die derzeit auf Arbeitssuche sind und an einer finanziell abgesicherten Ausbildung im Pflegebereich interessiert sind. Und zweitens für alle, die zwar schon beschäftigt sind, aber Interesse daran haben, die Branche zu wechseln. Einzige Voraussetzung, um an den Ausbildungsmodulen des Pflegestipendiums teilnehmen zu können, ist eine Meldung beim AMS“, erklärt Arbeitsminister Kocher.

 

1.400 Euro Förderung monatlich

Mit dem neuen Pflegestipendium erhalten Personen, die an AMS-Ausbildungen teilnehmen, eine Förderung zur Deckung ihrer Lebenserhaltungskosten, die ein gewisses Mindestniveau nicht unterschreiten darf, das sind mindestens 1.400 Euro Förderung monatlich. Spätestens ab dem 1. September 2023 werden laut Minister Kocher 28 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr aus dem AMS-Budget für das Pflegestipendium aufgewendet.

  • Eckpunkte des neuen Pflegestipendiums
  • Für Arbeitssuchende als auch für Beschäftigte möglich
  • Voraussetzung: Meldung beim AMS
  • Förderung: mindestens 1.400 Euro pro Monat
  • Start: September 2023
  • Budget: 28 Millionen Euro

Es braucht Anreize 

Das neue Stipendium für Neu- und Quereinsteiger im Pflegebereich ist nicht die einzige Maßnahme, die das Land Salzburg gemeinsam mit dem Bund und auch den Partnern aus der Branche setzt. Seit 2021 laufen drei Ausbildungslehrgänge am Berufsförderungsinstitut (BFI) für 32 künftige Pflegefachassistent:innen und 30 Teilnehmer:innen für Diplompflege. Land und Arbeiterkammer Salzburg finanzieren Ausbildungskosten und Stipendien gleichsam mit insgesamt 1,9 Millionen Euro. Vom Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg kommen rund 1,6 Millionen Euro. Das Ziel ist klar: Salzburger:innen den Weg zur Tätigkeit in der Pflege erleichtern - auch berufsbegleitend und als Umsteiger:innen.

 

AMS unterstützt Qualifizierung

Das AMS Salzburg unterstützt arbeitslos gemeldete Menschen, sich im Berufsfeld ausbilden oder höher qualifizieren zu lassen. „Einerseits gibt es dafür die Arbeitsstiftung für Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufe. Diese bietet von der Heimhilfe über die Fach-Sozialbetreuung Behindertenarbeit bis zum Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege vieles an. Ein weiteres bewährtes Instrument ist das Fachkräftestipendium, das gerade im Bereich der Pflege zahlreiche Möglichkeiten zur Höherqualifizierung bietet“, so AMS-Geschäftsführerin Jacqueline Beyer.

(Quelle: SALZBURG24)

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