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Geht sich das aus?

Stadt Salzburg übernimmt Bewohner:innen aus Skandal-Heim

Übersiedlung dürfte sich in die Länge ziehen

Symb_Senecura APA/BARBARA GINDL
Das Sozialzentrums "Senecura" steht in der Kritik (SYMBOLBILD).

13 Bewohner:innen aus dem in die Kritik geratene Pflegeheim in Salzburg-Lehen werden von städtischen Seniorenwohnhäuser übernommen. Das gab die Stadt Salzburg nach dem heutigen Sondersozialausschuss bekannt.

Salzburg

Die Stadt Salzburg hat am Montag in einem Sondersozialausschuss beschlossen, Bewohner:innen des in die Kritik geratenen Senecura-Pflegeheimes in Lehen in die städtischen Seniorenheime zu übernehmen. Vorgesehen ist ein Reißverschlusssystem: Freie Plätze werden abwechselnd mit einer Person aus dem Heim und mit einer Person von der rund 200 Menschen umfassenden Warteliste belegt. Alle 13 Senecura-Bewohner:innen aufzunehmen, dürfte der Stadt in der vorgesehenen Frist aber nicht gelingen.

Missstände in Salzburger Pflegeheim

Nach dem die Volksanwaltschaft in dem Heim gravierende Missstände aufgedeckt hat, setzte der zuständige Sozialreferent im Land, LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne), dem Heimträger vergangene Woche ein Ultimatum. 13 der derzeit 63 Bewohnerinnen und Bewohner müssen bis Ende Oktober auf andere Heime verteilt werden, um die notwendige Betreuungsqualität zu sichern. Andernfalls drohe die Schließung des Hauses.

Massiver Personalmangel in Seniorenheimen

Die Stadt Salzburg betreibt fünf Seniorenheime selbst, für zwei weitere Einrichtungen gibt es ein Zuweisungsrecht: Das sind die Häuser St. Antonius/ Hallwang und das Haus für Senior:innen der Diakonie in der Stadt Salzburg. In den Heimen fehlt es jedoch an Pflegekräften – 90 Betten stehen aktuell wegen Personalmangels leer. "Bis Ende Oktober geht sich das nicht aus", sagte am Montag Christoph Baumgärtner, der für die Senioreneinrichtungen der Stadt zuständige Amtsleiter, im Ausschuss. Reißverschlusssystem heißt auch, dass man binnen gut eines Monats 26 Plätze benötigt. Ohne Hilfe privater Träger oder Einrichtungen in benachbarten Bezirken werde das nicht gehen. "Wir wollen nicht nur Mindeststandards erfüllen, sondern den Anspruch an gute, qualitativ hochwertige Betreuung erfüllen."

Eine Übersiedlung von Bewohner:innen benötige eine entsprechende Vorlaufzeit. "Die Bewohner, ihre Familien, die Teams müssen darauf vorbereitet werden." Zudem würden viele Formalien anfallen – etwa neue Heimverträge mit den Bewohner:innen oder neue Anträge auf Sozialhilfe. Zugleich möchte die Stadt verhindern, dass Bewohner:innen von der Senecura in andere Heime des Trägers verlegt werden, die weit weg der Landeshauptstadt liegen.

Symb_Senecura APA/BARBARA GINDL
Das Sozialzentrums "Senecura" steht in der Kritik (SYMBOLBILD).

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"Je besser die Bewohner eingebunden sind, je mehr sie einen Wechsel wünschen oder akzeptieren, desto besser funktioniert ein Umzug. Das letzte was wir wollen ist, dass über Bewohner bestimmt wird", sagte am Montag Patrick Pfeifenberger, der Leiter der Sozialabteilung der Stadt.

Kritik von Stadt an Land Salzburg

Die Fachleute der Stadt forderten am Montag auch ein entsprechendes Krisenmanagement beim Land. "Wir müssen jetzt zusammenarbeiten. Für die anderen Träger, wo die Stadt kein vertragliches Zuweisungsrecht hat, muss die Koordination das Land übernehmen", erklärte Baumgärtner. Wie heute bekannt wurde, soll es am kommenden Donnerstag ein Treffen der großen Sozialträger im Bereich der Pflege im Land geben - und im Anschluss daran ein Treffen mit Vertretern der Stadt.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 12:46 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pflege-skandal-stadt-salzburg-uebernimmt-13-bewohnerinnen-127251460

Kommentare

Ninakoe

Vielen Dank für den Hinweis, wurde ausgebessert! :) Liebe Grüße aus der Redaktion

Al2222

Das Haus für Senioren der Diakonie ist nun wieder in der Guggenbichlerstr. in Aigen und nicht in der Schopperstr. Laut einem Artikel der 'Salzburger Nachrichten' hat dieses Pflegeheim der Diakonie insgesamt einen Leerstand von 40% aufgrund von Personalmangel, was ich als skandalös bezeichnen würde! Aber ich kann es persönlich auch verstehen, dass niemand mehr im diesem Haus arbeiten will.

Enzian519

Wer entscheidet wer die 13 Senioren sind, die übersiedeln müssen? Und wer entscheidet wohin? Es ist einfach ekelhaft, wie man mit älteren Menschen umgeht. Sie werden einfach wie Dinge hin und her geschoben. Zum Kotzen.

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