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Photovoltaik

Zaun und Ziegel liefern Strom

Innovationen aus Salzburg

Photovoltaik-Ziegel und Solarzaun NET Neue Energie Technik GmbH/Elektrotechnik Leitinger
Die beiden Salzburger Firmen arbeiten an nachhaltiger Energieversorgung.

Die Energie der Sonne so effektiv wie möglich nutzen: Das wollen Bernhard Stöckl und Franz Schweighofer mit ihren Innovationen. Die Salzburger entwickelten weltweit einzigartige Produkte: Einen Solarzaun und Photovoltaik-Ziegel. Ihre Vision sind autarke Häuser.

Leogang, Salzburg

Die Salzburger Technologien sind österreichweit, aber auch international gefragt. So gibt es für den Zaun auch in Deutschland und der Schweiz Interesse, teils stehen die Zäune auch bereits.

Der Zaun arbeitet eigentlich mit Photovoltaik. PDF: Info über Ertrag Solarzaun.pdf habe sich aber einfach besser angehört, erklärt Miterfinder Bernhard Stöckl im SALZBURG24-Gespräch. Zusammen mit Robert Leitinger hat er sich in Leogang (Pinzgau) auf erneuerbare Energien spezialisiert. Den Zaun entwickelten die beiden gemeinsam mit einem Partner in Deutschland. Das Besondere daran: Beide Seiten produzieren Strom. Auf der schattigen Rückseite hätte man immer noch etwa 85 Prozent Leistung, schildert Stöckl. Es brauche nicht die direkte Sonne, alleine die UV-Strahlung des Tageslichts sei ausreichend.

20 Laufmeter Solarzaun für 8.200 Euro

Gedacht war der Zaun eigentlich für die Landwirtschaft und das Gewerbe, um freie Flächen effektiv zu nutzen. Doch auch die Zahl der Privathaushalte mit Solarzaun steige. Das spezielle Gestell – es ist bereits zum Patent angemeldet – gibt es zudem in „x-beliebiger Farbe“. Da der Zaun blickdicht ist, ersetzt er in vielen Fällen die Hecke. Stöckl ist überzeugt, dass man preislich mit einem Alu-Zaun mithalten könne: „20 Laufmeter Alu-Zaun kosten 6.000 Euro. Die gleiche Menge Solarzaun kommt auf 8.200 Euro. Er ist teurer, kann aber Strom produzieren.“ Pro Jahr werfen die 20 Laufmeter 3.300 Kilowattstunden ab, je nach Gebiet seien das 500 bis 600 Euro Ersparnis bei den Stromkosten.

Derzeit sei das Produkt noch einzigartig, „den Vorsprung müssen wir nutzen.“

Schweighofer: "Ideen in Europa lange Zeit ausgelacht"

Das will auch Franz Schweighofer. Seine Erfindung befindet sich ebenfalls schon in großflächigem Einsatz: Die Photovoltaik-Ziegel versorgen das Herz-Jesu-Gymnasium mit Strom (Details zum Projekt findet ihr HIER).

Die Ziegel hat Schweighofer gemeinsam mit seinen Söhnen entwickelt. Das Wissen rund um Autarkie habe man durch Zusammenarbeit mit Firmen in Japan erworben. „In Europa sind wir mit diesen Ideen lange Zeit ausgelacht worden.“ In Asien habe man jedoch schon ganze Städte entwickelt, die völlig autark funktionieren. „Jetzt finden wir immer mehr Kunden, die sich mit dem Thema Energieunabhängigkeit beschäftigen.“

30 Quadratmeter für Energieunabhängigkeit

Gehe es nach dem nationalen Energieeffizienz-Monitoring, dann müssten laut Schweighofer schon alle öffentlichen Gebäude auf Photovoltaik setzen. Auch in Salzburg habe man das „versäumt.“ Privathaushalte seien da teils schon viel weiter. Will man 85 Prozent des eigenen Stromverbrauchs mit Photovoltaik abdecken, brauche es ungefähr 30 Quadratmeter Photovoltaik-Fläche.

Das Argument, dass man an guten Tagen zu viel Strom aus Photovoltaik, und an schlechten Tagen zu wenig hätte und der Strom sich nicht gut speichern lasse, lässt Schweighofer nicht durchgehen. „Wir bauen seit 35 Jahren Energiespeicher, über die wir 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr Versorgungsicherheit garantieren.“

 

Kritik an Photovoltaik-Förderung in Salzburg

Kritik üben sowohl Schweighofer als auch Stöckl an der Struktur der Förderungen für Photovoltaik. So gebe es laut Stöckl keine Förderung für den Solarzaun, weil nur Module am Dach bzw. am Gebäude selbst gefördert werden. Schweighofer sieht ein Problem darin, dass bei den Energiespeichern nur mehr Lithium-Ionen-Technologie gefördert wird, nicht aber die Bleispeicher: „Die haben 25 Jahre gehalten und waren voll recycelbar. Die Lithium-Ionen-Batterien werden gesammelt und keiner weiß, was damit passiert.“ Sie appellieren an die Politik, die Förderungen an die technischen Entwicklungen anzupassen und zu beachten, was auch nachhaltig Sinn macht.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 10.05.2021 um 05:19 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/photovoltaik-innovationen-aus-salzburg-einzigartig-77827354

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