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Überfall in Saalfelden

Haftstrafe für Pinzgauer Bankräuber

Motiv hohe Schulden und depressive Störung

Gericht, Staatsanwaltschaft, SB APA/BARBARA GINDL
Ein 41-Jähriger musste sich in Salzburg vor Gericht verantworten. (SYMBOLBILD)

Ein 41-Jähriger ist am Mittwoch am Landesgericht Salzburg wegen schweren Raubes zu zwei Jahren unbedingter Haft nicht rechtskräftig verurteilt worden. Der bisher unbescholtene Mann erbeutete am 13. November 2020 bei einem bewaffneten Überfall auf eine Bankfiliale in Saalfelden (Pinzgau) 4.800 Euro, stellte sich aber zwei Tage später der Polizei und zeigte sich damals wie heute beim Prozess geständig.

Saalfelden am Steinernen Meer

Als Motiv nannte er hohe Schulden verbunden mit einer depressiven Störung. Bei dem Überfall auf die Bawag-Filiale in Stadtzentrum von Saalfelden hatte der mit einer Kapuze und einer Mund-Nasen-Schutzmaske vermummte Räuber einen Zettel mit dem Wort "Überfall" auf die Theke der Bankangestellten gelegt. Er hatte eine Gaspistole bei sich, die er allerdings in Richtung Boden hielt.

Bankräuber stellt sich nach Tat

Nachdem der Täter den vierstelligen Eurobetrag eingesteckt hatte, sagte der auffallend große Mann beim Verlassen des Geldinstitutes im Dialekt "Bleibt ruhig, dann passiert euch nichts". Er wünschte den Bankangestellten, zwei jungen Frauen, noch ein schönes Wochenende und flüchtete zu Fuß in unbekannte Richtung.

Polizei, SB Neumayr
(SYMBOLBILD)

Saalfeldener Bankräuber stellt sich

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Bei dem Überfall war niemand verletzt worden. Zur Unterstützung der Fahndung veröffentlichte die Exekutive am darauffolgenden Samstag Aufnahmen vom Verdächtigen aus den Überwachungskameras der Bank und weitere Details zum Raub. Der Fahndungsdruck wurde dem 41-Jährigen offenbar zu groß. Er stellte sich am Sonntagabend auf der Polizeiinspektion Saalfelden den Beamten, übergab ihnen die Waffe und eine Banktasche mit dem erbeuteten Bargeld, wobei nur rund 100 Euro fehlten, die er für den Kauf von Lebensmitteln ausgegeben hatte.

Tränen bei Prozess in Salzburg

Vor Gericht schilderte der Pinzgauer, dass ihn rund 150.000 Euro Schulden plagten und er die Tat aus Verzweiflung begangen habe. Allerdings versetzte er die beiden weiblichen Mitarbeiterinnen der Bank damals offenbar in Angst und Schrecken. Eine Angestellte brach beim Prozess in Tränen aus und erklärte, sie habe beim Überfall eine Riesen-Angst gehabt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Richterin nannte als Milderungsgründe das reumütige Geständnis des Angeklagten, die Unbescholtenheit und auch die Schadenswiedergutmachung. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Am Nachmittag hieß es seitens der Staatsanwaltschaft, es werde Strafberufung angemeldet, weil die Strafe zu mild sei. Die Strafrahmen reichte in diesem Fall von einem Jahr bis zu 15 Jahre Haft.

(Quelle: APA)

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