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Embach

DNA-Analyse bestätigt Wolfsriss

Tier aus Italien oder Frankreich

Wolf, SB APA/AFP/Aris MESSINIS
Ein Wolf streifte durch den Pinzgau (SYMBOLBILD).

Jene vier Lämmer, die im Oktober in Embach, einem Ortsteil der Gemeinde Lend (Pinzgau), getötet wurden, sind einem Wolf zum Opfer gefallen. Das bestätigte eine am Dienstag veröffentlichte DNA-Analyse.

Lend

Bei dem Wolf soll es sich aber um ein anderes Tier handeln, als jenes, das zuletzt in Großarl (Pongau) mehrere Tiere getötet hatte. Der Wolf, der im Pinzgau zugeschlagen hat, soll aus Italien oder Frankreich stammen. Seit April 2018 gibt es in Salzburg 48 bestätigte Fälle von tödlichen Wolfsrissen. 

Dass es sich bei den Vorfällen im Pinzgau und im Pongau um zwei verschiedene Wölfe handelt, konnte anhand des Genotyps festgestellt werden, berichtet der Wolfsbeauftragte des Landes, Hubert Stock. Das andere Tier, das über die Sommermonate hinweg nachweislich drei Jungrinder und mindestens zwei Dutzend Schafe getötet hat, stamme hingegen aus Ost- bis Südosteuropa.

Großarl: Noch keine Entscheidung über Abschuss

Wie Stock betonte, sei auch noch keine Entscheidung über den von den betroffenen Almbauern im Großarltal beantragten Abschuss des Wolfes gefallen. "Das wird voraussichtlich noch bis Ende Dezember dauern. Die entsprechenden Gutachten sind noch in Ausarbeitung." Im Falle eines positiven Bescheids der zuständigen Bezirkshauptmannschaft in St. Johann im Pongau rechne er überdies noch mit einer Berufung.

Der Wolf kommt nach Österreich zurück

Geben die Behörden grünes Licht für eine "Entnahme", wäre es der erste genehmigte Abschuss eines Wolfes in Österreich, nachdem sich die streng geschützten Tiere hierzulande wieder angesiedelt haben.

Im Sommer hatten sich Pongauer Almbauern für einen Abschuss des Tieres ausgesprochen. Es wäre der erste genehmigte Abschuss eines Wolfes in Österreich, nach dem sich die streng geschützten Tiere hierzulande wieder angesiedelt haben. 

Wolf entdeckt: Wie verhalte ich mich?

Wie verhält man sich überhaupt, wenn man einen Wolf in freier Wildbahn antreffen sollte? Gefahr für den Menschen gebe es in den seltensten Fällen, erklärte Wolfsexperte Kurt Kotrschal unlängst im S24-Gespräch. Zwar gelten die Jungtiere als neugierig, in der Regel hält das Raubtier aber Abstand zum Menschen. Es reiche daher oft abzuwarten, bis das Tier verschwindet. "Sollte sich der Wolf aber bis auf ein paar Meter genähert haben, hilft Imponiergehabe", so Kotrschal. In diesem Fall gilt es sich groß zu machen und mit Ästen oder kleinen Steinen zu werfen, bis das Tier verschwindet. Auf keinen Fall soll man den Wolf füttern, da dieser so seine Scheu verlieren und so vermehrt die Nähe von Menschen suchen könnte.

Das können Salzburgs Landwirte tun

Tipps, wie Landwirte ihre Herden vor Wolfsattacken schützen können, hat Wolfsexperte Kotrschal auch: "In der Nacht hilft die Umzäunung der Weide, tagsüber können Hirten mit Hunden auf die Tiere aufpassen." Denn der Wolf sei kein dummes Tier. Bemerkt er, dass es schwieriger wird, an seine Beute zu kommen, sieht er sich anderwärtig um. In diesem Fall würde er auf die Jagd nach Wildtieren gehen. Der große Bestand an Wildtieren sei überhaupt der Grund für die Rückkehr des Wolfes.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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