Jetzt Live
Startseite Pinzgau
Pinzgau

"Geisterhäuser": Morbider Charme des Vergänglichen in Salzburg

Verlassene Orte und sogenannte "Geisterhäuser" faszinieren (Symbolbild). Aleksey Filippov / AFP
Verlassene Orte und sogenannte "Geisterhäuser" faszinieren (Symbolbild).

Die Berge gelten gemeinhin als idyllischer Naturraum. Dabei haben sie die Menschen schon seit Jahrtausenden - lange vor der Skiindustrie - für ihre Zwecke genutzt. Manchmal gingen sie wieder weg. Ihre Spuren blieben. Auch im Pinzgauer Ort Bad Fusch.

"Geisterhäuser - Verlassene Orte in den Alpen" heißt daher ein neuer Bildband im Münchner Bruckmann-Verlag, der den morbiden Charme des Vergänglichen eindrucksvoll vor Augen führt.

Verlassene Häuser in Alpen aufgesucht

Bauern, Händler, Kriegsheere und der Tourismus haben sich in der Bergwelt an- und dann bisweilen wieder abgesiedelt. Der Autor aus der Schweiz stammende Eugen E. Hüsler und der deutsche Fotograf Stefan Hefele haben diese untergegangene Welt besucht. Sie führen zu verlassenen Häusern und Dörfern, auf alte Kriegswege und zu Industrie- und Tourismusruinen. Während Hefele diese Land- und oft auch Randschaften in teils epische Bilder gegossen hat, erklärt Hüsler dem Leser die interessanten und oft bewegenden Geschichten dahinter.

Verlassen wurden nicht nur Bauernhöfe oder teilweise ganze Ortschaften, auch schmucke Landschlösser wurde irgendwann dem Verfall preisgegeben. Im ruinösen Zustand wirken sie mittlerweile unheimlich bis schaurig. Aber auch imposant: Fast majestätisch erscheint da manche verrostete Industrieruine, die irgendwann dem ökonomischen Zeitgeist zum Opfer fiel.

"Geisterhäuser" auch in Salzburg

Es handelt sich um eine nostalgische Bergtour durch ein dem Vergessen anheimgefallenes Europa. Besucht werden unter anderen Lost Places in Frankreich, Italien und der Schweiz. Aber auch in Österreich. Im Schatten der Glocknerstraße dämmern etwa im Salzburger Pinzgau die ehemaligen Thermalanlagen von Bad Fusch vor sich hin.

In der Belle Epoque waren sie so mondän, dass sich hier berühmte Maler oder Schriftsteller zum Baden auszogen. Der junge Hugo von Hofmannstahl war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gern in Fusch zu Gast. 120 Jahre später setzen in den vor sich hin bröckelnden Gemäuern allenfalls ein paar Fledermäuse zu Höhenflügen an.

(APA)

Aufgerufen am 17.11.2018 um 06:06 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/geisterhaeuser-morbider-charme-des-vergaenglichen-in-salzburg-60777052

Kommentare

Mehr zum Thema